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SV Darmstadt 98: "Lilien" gehen gegen Leipzig leer aus

Von Die „Lilien“ verlieren erstmals in der Saison im eigenen Stadion. Der „Kampf der Kulturen“ gegen RB Leipzig verlief glimpflich.
Symbolbild Symbolbild
Darmstadt. 

Der Kulturkampf hatte Spuren hinterlassen. Doch die blutende Lippe war für Florian Jungwirth nicht der Rede wert: „Ich hab’ eben ein bisschen Fußball gespielt“, sagte der 27 Jahre alte Fußball-Profi darauf angesprochen nur. Ein bisschen Fußball spielen – viel mehr hatten die Gäste von RB Leipzig ja auch nicht zugelassen im Bundesligaduell beim SV Darmstadt 98.

Offensiv war bei den Hessen überhaupt nichts gelaufen, verbuchten sie bei der 0:2 (0:0)-Niederlage, die viel höher hätte ausfallen können, doch keine nennenswerte Torchance. „Wenn wir den Ball mal nach vorne gebracht haben, war er für die Angreifer schwer zu bearbeiten“, stellte Jungwirth fest. Da sei sein Team einfach an seine Grenzen gestoßen. So stellte es sich mal wieder vor allem hinten rein und ließ, wie Jungwirth meinte, zumindest in der ersten Hälfte weniger als befürchtet zu. Einen Treffer hätten die Gegner allerdings auch da schon zugesprochen bekommen müssen; doch Yussuf Poulsens Treffer gab Schiedsrichter Wolfgang Stark wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht.

Später wurden die höheren individuellen Qualitäten des Teams von Ralph Hasenhüttl aber doch noch ausreichend belohnt. Der eingewechselte Marcel Sabitzer sorgte mit gleich zwei Treffern für den Endstand (lesen Sie dazu auch „Extra“) und bei Jungwirth für Ärger: „Einfache Tore“ seien das gewesen, zudem zwei ähnliche, „das darf uns nicht passieren“. Nichtsdestotrotz wurden die negativen Emotionen weder bei den Darmstädter Spielern noch bei Trainer Norbert Meier so deutlich wie nach dem peinlichen Pokal-Aus beim Viertligisten in Walldorf während der Woche. „Ich kann der Mannschaft nicht viel vorwerfen“, erklärte Meier. Leipzig habe nun mal „herausragende Spieler“, gegen die man durchaus verlieren könne.

Die Frage ist allerdings, wie. So fand auch Meier zumindest für seine Offensive noch ein paar kritische Worte: „Ich hätte mir ein bisschen mehr Ruhe gewünscht nach guten Balleroberungen im Mittelfeld.“ Und bei Ballgewinnen sei man zu hektisch gewesen.

Doch angesichts der Tatsache, dass sich die gesammelten Lilien damit trösteten, dass gegen das bislang in der Liga ungeschlagene Überraschungsteam der Saison und den Bayern-Jäger Nummer eins wenig auszurichten gewesen sei, verspricht die Verarbeitung der ersten Heimniederlage in dieser Spielzeit keine große Wirkung. Selbst den Wochenverlauf redete Jungwirth sich noch schön: Er rechnete bei der Bilanz einfach den Erfolg gegen Wolfsburg mit hinein und kam so auf sechs Punkte in „zwei schweren Spielen“, was „nicht schlecht“ sei. Und was den Pokal angehe, den „gewinnen sowieso die Bayern“. Ob er damit als ehemaliger 1860er kein Problem habe, wurde Jungwirth gefragt und antwortete verschmitzt: „Damals hatte ich ja noch nicht mal Achselhaare.“

Der Kampf der Kulturen, bei jedem Auftritt der von einem Brausehersteller gesponserten Leipziger schon gewohnte Randerscheinung, verlief derweil glimpflich im Stadion am Böllenfalltor. Die Darmstädter hatten extra einen Traditionsspieltag ausgerufen, um den Altersunterschied zu dem erst 2009 gegründeten Konkurrenzverein zu betonen. Für die Nostalgie wurde auch die wieder per Hand bediente Spielstandsanzeige über das Marathontor verlegt. Dort fiel sie kaum auf – was spätestens in der zweiten Spielhälfte aber gar nicht so unwillkommen war.

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