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Löw hat nur die WM im Kopf

Plötzlich wird über einen DFB-Abschied von Bundestrainer Joachim Löw im kommenden Sommer diskutiert. Der Weltmeister-Coach dämmt die Spekulationen nicht ein. Weil sie ihn nicht interessieren. Alle Energie ist auf die Titelverteidigung in Russland gerichtet.
Bundestrainer Joachim Löw konzentriert sich voll auf seine Spieler. Foto: Thomas Frey Bundestrainer Joachim Löw konzentriert sich voll auf seine Spieler.
Kaiserslautern. 

Jogi zu den Bayern? Schluss als Bundestrainer schon im nächsten Sommer? Nach der kompromisslos durchgezogenen Qualifikation für die Fußball-WM 2018 wird plötzlich wieder über die Zukunft von Joachim Löw diskutiert.

Als Indizien für ein mögliches Ende der Erfolgs-Ära des Weltmeister-Trainers nach dann 14 Jahren bei der deutschen Nationalmannschaft müssen derzeit allerdings Aussagen mit hohem Interpretationsfaktor herhalten.

Wer Löw gut zuhört, merkt, dass das Zukunftsthema für ihn aktuell überhaupt keine Relevanz hat. Die Aussicht, den WM-Coup von Rio 2014 am 15. Juli 2018 im Luschnikistadion von Moskau zu wiederholen und damit endgültig Fußball-Geschichte zu schreiben, elektrisiert Löw. Was danach kommt, ist für den 57-Jährigen bis dahin unerheblich.

Löws Aussagen in Mainz belegen das. „Die WM ist in unseren Köpfen immer präsent”, sagte er. „Die Spieler, die dabei sein werden, müssen auf den Punkt auf dem höchsten Niveau sein und müssen zu jeder Zeit, zu jeder Minute und zu jeder Sekunde eine Topleistung abrufen, wenn sie gebraucht werden. Daran arbeiten wir”, erklärte Löw mit Inbrunst vor dem Quali-Abschluss am Sonntagabend gegen Aserbaidschan.

In dieser Länderspiel-Woche war wieder zu beobachten, dass das Bundestrainer-Amt sein „Traumjob” ist. „Auch wir als Weltmeister müssen uns neu erfinden und neu definieren”, sagte er. In diesem Prozess ist Löw verfangen und nicht in Gedanken über die Zukunft.

Die Fragen zu einem Leben nach der DFB-Zeit verfolgen Löw immer wiederkehrend schon seit Jahren. Manchmal brachten sie ihm einen neuen Vertrag ein. Wie im vergangenen Herbst, als er dem Werben von DFB-Präsident Reinhard Grindel nachgab und bis zur EM 2020 verlängerte, um in der laufenden WM-Qualifikation nicht ständig auf das Thema angesprochen zu werden. Allen Seiten war klar, dass das Arbeitspapier nur eine Beruhigungspille für die Öffentlichkeit ist.

Löw selbst hat die Antworten zu einem Anschluss-Job in bester Kenntnis der schnelllebigen Fußball-Branche immer in alle Richtungen offen gelassen und damit auch Spekulationen Raum gegeben. „Im Ausland könnte es mich zum gegebenen Zeitpunkt durchaus reizen, wieder als Vereinstrainer zu arbeiten, weil ich die Arbeit mit der Mannschaft auf dem Trainingsplatz liebe”, sagte er zum Beispiel im vergangenen Herbst, um anzuschließen, was weiter Gültigkeit hat: „Über 2018 hinaus zu denken, verbietet sich im Moment.”

In dieser Woche brachte Löws Vorgänger Jürgen Klinsmann das Thema wieder ins mediale Bewusstsein zurück. Via „Sport Bild” verkündete Klinsmann, er könne sich nicht vorstellen, dass sein früherer Assistent noch einmal einen Club trainieren würde. Darauf angesprochen wollte sich Löw natürlich nicht grundsätzlich festlegen und widersprach erstmal. „Ich denke nicht an die Rente und ich kann mir vorstellen, noch mal einen Club zu übernehmen. Dabei denke ich schon ans Ausland.”

Auch Teammanager Oliver Bierhoff musste sich prompt wieder mit der Löw-Zukunft beschäftigen und antwortete im Vagen: „Dass er jeden Weltverein trainieren kann, steht ja außer Frage. Mit seiner Qualität. Und ich glaube auch, dass Interesse da ist. Aber wir denken da nicht dran”, sagte er der „Bild am Sonntag”.

Angefangen hatte Bierhoff seine Antwort mit der spätestens nach der Rückkehr von Jupp Heynckes zum FC Bayern gültigen Wahrheit: „Im Fußball ist alles möglich, das sollte man nie ausschließen.” Wie spekulativ die Diskussion plötzlich verlaufen kann, belegt die Tatsache, dass Bierhoff sogar zu einem eventuellen Bayern-Engagement Löws nach der WM Stellung nehmen musste. Dabei hat der Bundestrainer schon vor einem Jahr eine Rückkehr in die Bundesliga ausgeschlossen.

Die aktuelle Debatte begleitet der Bundestrainer mit einem Schuss Selbstironie. „Also wenn er immer wieder zurückkommt nach einigen Jahren, dann wird er irgendwann mal mein Nachfolger”, sagte er mit einem Augenzwinkern zum Heynckes-Comeback in München. Als am Samstag in Mainz das deutsche Bewerberlogo für die EM 2024 vorgestellt wurde und deshalb DFB-Chef Grindel bei der Pressekonferenz mit auf dem Podium saß, raunte Löw sinngemäß seinem Medienmann Jens Grittner zu: Ah, gibt es heute wieder einen neuen Vertrag?

(Von Arne Richter und Klaus Bergmann, dpa)
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