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MSV-Coach Lieberknecht: Comeback als Tabellenführer-Besieger

Nach dem Abstieg mit Eintracht Braunschweig weinte Torsten Lieberknecht hemmungslos. Jetzt ist der Coach in der 2. Liga zurück. Und feiert den bestmöglichen Einstand.
Duisburgs Trainer Torsten Lieberknecht gestikuliert an der Seitenlinie. Foto: Marius Becker Duisburgs Trainer Torsten Lieberknecht gestikuliert an der Seitenlinie.
Köln. 

Tröster, Heißmacher und Taktikfuchs: Knapp fünf Monate nach seinem tränenreichen Abschied aus Braunschweig hat sich Torsten Lieberknecht eindrucksvoll in der 2. Fußball-Bundesliga zurückgemeldet.

Bei seinem Einstand siegte der Trainer mit dem bisherigen Tabellenletzten MSV Duisburg 2:1 (1:1) beim 1. FC Köln - in rund einer Woche hatte er aus einem chronisch sieglosen Team einen Tabellenführer-Besieger geformt.

„Torsten geht die Aufgabe mit 110 Prozent Herzblut an”, sagte der sichtlich erleichterte Präsident Ingo Wald nach dem fast schon sensationellen Coup am Montagabend: „Wir sehen uns in unserer Entscheidung für ihn bestätigt. Ich glaube, dass ein Ruck durch die Mannschaft und das gesamte Umfeld gehen wird.”

Lieberknecht selbst hatte sich offenbar verbale Zurückhaltung auferlegt, sprach von einem „schönen ersten Schritt. Mehr nicht.” Doch in den 94 Minuten des Spiels war wieder der Lieberknecht zu sehen, den man aus überwiegend erfolgreichen Jahren in Braunschweig kannte. Er zeterte und lamentierte. Er haderte und fluchte. Der 45-Jährige feuerte an und jubelte. Und meldete damit nicht nur den MSV, sondern auch sich selbst zurück.

In den letzten Wochen in Braunschweig hatte der Pfälzer noch ausgebrannt gewirkt. Nach dem unerwarteten Abstieg am 13. Mai hatte er hemmungslos geweint und von einer „völlig leeren Gefühlswelt” gesprochen. 

Die Aufgabe in Duisburg, die der 45-Jährige am 1. Oktober als Nachfolger von Ilja Gruew antrat, ist eine schwierige. Nur zwei Punkte aus acht Spielen hatten die Zebras bis dahin geholt - nach nur einem Spiel unter Lieberknecht stehen sie nun nicht mal mehr auf einem direkten Abstiegsplatz.

„Der Trainer hat viel mit der Mannschaft gesprochen. Er hat uns wieder Selbstvertrauen gegeben”, sagte Torhüter Daniel Mesenhöler: „Wir haben endlich wieder mit Überzeugung gespielt. Es ist enorm wichtig, dass wir an uns glauben.”

Lieberknecht hatte die Mannschaft nach Aussage von Kapitän Kevin Wolze auch „super auf den Gegner eingestellt”. Im ungewohnten 4-4-2 mit Raute hatte der MSV begonnen. Als sich die Kölner darauf einstellten, stieg Lieberknecht auf 4-2-3-1 um. „Und am Ende haben wir noch mal die Fünferkette rausgeholt”, sagte er schmunzelnd: „Das war heute schon ein Stück weit eine Taktikschlacht.”

Diese zermürbte die Kölner. „Ich wurde 90 Minuten manngedeckt. Das gehört eigentlich nicht zum modernen Fußball”, meckerte Mittelfeldspieler Marco Höger. Der aber auch gestand: „Wir haben einfach scheiße gespielt.”

Die verdiente Niederlage ließ sich für die Kölner grundsätzlich verkraften. Sie sind weiterhin mit zwei Punkten Vorsprung Erster. Ein Warnschuss war sie aber allemal. „Es kann nicht unser Anspruch sein, so ein Spiel abzuliefern”, sagte Torhüter Timo Horn: „Wir müssen zusehen, dass das nicht wieder vorkommt.”

(Von Holger Schmidt und Roland Leroi, dpa)
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