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Eintracht Frankfurt vs. Mönchengladbach: Mach's noch einmal, Eintracht!

Von Geschichte wird gemacht: Heute hat Eintracht Frankfurt die Chance, mit einem Sieg bei Borussia Mönchengladbach erstmals seit 2006 wieder ins Endspiel des DFB-Pokals einzuziehen.
Strahlemann Lukas Hradecky freut sich schon auf das Pokalfinale. Foto: imago sportfotodienst Strahlemann Lukas Hradecky freut sich schon auf das Pokalfinale.
Frankfurt. 

Es gibt viele Gründe, diese Reise nach Berlin buchen zu wollen. „Es gibt einen schönen Pokal zu gewinnen, die Spieler können sich ins Geschichtsbuch einschreiben und nebenbei etwas für die Urlaubskasse tun“, zählt Niko Kovac einige davon auf. Freilich weiß der Trainer der Frankfurter Eintracht, dass er keine großen Worte zu machen braucht, weil jeder weiß, worum es geht. An diesem Dienstagabend (20.45 Uhr, live in der ARD) hat der Fußball-Bundesligist die Chance, mit einem Sieg bei Borussia Mönchengladbach erstmals seit 2006 wieder ins Endspiel des DFB-Pokals einzuziehen, wie immer im Berliner Olympiastadion, diesmal am 27. Mai.

Eintracht Frankfurt Nach Fan-Entgleisungen: DFB ermittelt auch in Frankfurt

Die Freude über den Erfolg gegen Augsburg nach langer Durststrecke und die somit entfachte Vorfreude auf das Pokal-Halbfinale heute Abend in Mönchengladbach ist im Lager des Bundesligisten Eintracht Frankfurt getrübt.

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Geschichte wird gemacht? Das könnte schon das Motto sein für den Besuch am Niederrhein, der möglichst nur die letzte Etappe sein soll vor einer Fahrt in die Bundeshauptstadt. „Die ganze Republik schaut auf dieses Spiel, wir können uns präsentieren“, betont Kovac. Die allergrößten Hürden standen ihnen auf dem Weg bis zu dieser Halbfinal-Bühne im Flutlicht nicht im Weg, das haben Frankfurter und Gladbacher gemeinsam. Aber sie haben die Gunst der meist doch recht glücklichen Lose genutzt – und die Aussicht, sich auf noch größerer Bühne mit einem der Branchenriesen Bayern München oder Borussia Dortmund zu messen, die am Mittwoch im anderen Halbfinale die Klingen kreuzen.

Für die Frankfurter Fast-Absteiger der vorigen Saison sind solche Traumziele nach den Schrecken der Vergangenheit besonders schön. „Wir haben die Möglichkeit, eine gute Saison noch besser zu machen“, sagt Kovac. Vergessen sind die Sieglos-Serie und der zwischenzeitlich drohende Sturz aus der Europa- in die Abstiegszone. Mit dem 3:1 gegen den FC Augsburg hat man den Abwärtstaumel gestoppt, mit nun 41 Punkten die traditionelle Klassenerhalts-Marke von deren 40 übersprungen – und nebenbei vier Punktspiele vor Schluss die eigenen Vorgaben erfüllt.

Für Kovac kommt der erste volle Erfolg nach zehn Spielen genau zum richtigen Zeitpunkt. Schließlich ist damit auch das Selbstvertrauen zurück. „In Gladbach wird eine ganz andere Eintracht auftreten“, versprach Torwart Lukas Hradecky nach dem lange arg verkrampften Auftritt gegen Augsburg, Kovac räumt ein: „Alle haben gesehen, wie angespannt die Spieler in der ersten Halbzeit waren.“

Jetzt aber gilt es, den Schwung der zweiten Hälfte mit zur Borussia zu nehmen – wo die Gastgeber gerade selbst wieder etwas aus dem Tritt geraten sind. „Wir können mehr gewinnen als verlieren. Gladbach dagegen ist mit anderen Zielen in diese Saison gegangen“, sagt Kovac über den in der Bundesliga hinter der Eintracht im breiten Mittelfeld angesiedelten Champions-League-Teilnehmer. „Sie sind der Favorit. Aber wir werden nicht die weiße Fahne hissen. Ich glaube daran, dass wir eine Chance haben“, meint er. Und fügt an: „Von den vier Halbzeiten in dieser Saison gegen Gladbach waren wir in drei Halbzeiten das bessere Team. Ich hoffe, wir können das ausbauen.“

Und endlich ein Tor schießen. Die beiden Punktspiele endeten 0:0 – wobei die Eintracht vor dreieinhalb Wochen zu Hause Chancen im Überfluss ausließ. Diesmal muss es mindestens einen Treffer geben, ob nach 90 oder 120 Minuten oder notfalls aus elf Metern. „Wir wollen es früher entscheiden, aber das Elfmeterschießen gehört zum Pokal dazu. Wir haben es zwei Mal geschafft, Lukas hat dazu in Hannover noch einen wichtigen Strafstoß gehalten“, erinnert Kovac an Hradeckys Heldentaten der vorherigen Runden. Der Torwart hat sich mit Video-Analysen der Gladbacher Profis auf diese Entscheidungsmöglichkeit vorbereitet, will sich aber vor allem auf seinen Instinkt vertrauen. Während es Kovac nicht wirklich für machbar hält, die Schützen für eine solche Extremsituation zu trainieren.

Viel mehr beeinflussen kann er taktische Fragen. Gut möglich, dass er wie bei beiden Nullnummern mit einer Dreierkette verteidigt, wurde Gladbach so doch kaum gefährlich. Indes fehlen zwei wichtige Spieler dafür: Makoto Hasebe und Leih-Verteidiger Jesus Vallejo, für den mit einer Muskelverletzung wohl die Saison und vielleicht auch der Eintracht-Job vorzeitig beendet ist. Er wurde bereits von seinem eigentlichen Arbeitgeber Real Madrid nach Spanien zurück zitiert.

„Für einen Verein wie uns ist es ganz schwer, solche Ausfälle zu kompensieren“, meint Kovac, auch in Gedanken an Alexander Meier. Indes haben die Gladbacher ebenfalls Personalsorgen. Wer auch immer aufläuft – die Besonderheit des Abends ist jedem klar: „Es gibt nicht viele Spieler bei uns, die schon so ein Halbfinale bestritten haben“, sagt Niko Kovac. „Jetzt können sie Geschichte schreiben – für sich selbst und für den Club.“

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