E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 32°C

United Volleys: Manager Henning Wegter: "Das Halbfinale ist unser Ziel"

Henning Wegter ist Manager der United Volleys Rhein-Main. Vor den am Mittwoch beginnenden Play-offs der Volleyball-Bundesliga zog er im Interview mit unserem Mitarbeiter Michael Löffler eine Bilanz der Hauptrunde.
Alles im Blick: Henning Wegter, Manager der United Volleys Rhein-Main. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Alles im Blick: Henning Wegter, Manager der United Volleys Rhein-Main.

Die Hauptrunde ist vorüber. Ihr Fazit?

HENNING WEGTER: Wir sind zum dritten Mal in Folge Dritter geworden, das ist ein Riesenerfolg. Wir haben 40 Punkte errungen, weniger als in den Jahren zuvor. Aber die Konkurrenz war stark wie noch nie. Trotz der neu hinzugekommenen Alpen Volleys und der erstarkten Teams aus Düren und Lüneburg haben wir im Schnitt zwei Punkte erzielt. Und dabei mit dem Sieg gegen Berlin erstmals einen Bundesliga-Triumph gegen einen der beiden Giganten gefeiert.

Und was das Publikum anlangt?

WEGTER: Auch da ist die Entwicklung sehr gut. Wir sind dabei, uns eine feste Fan-Gemeinde aufzubauen. Absolut hatten wir etwas weniger Zuschauer als in den beiden Jahren zuvor. Aber in Wirklichkeit nahm das Interesse zu. Der Erlös war höher, denn es waren nur noch ganz wenige Freikarten-Besucher bei Sonderaktionen darunter. Ohne die unvorhergesehenen Mittwochspiele wären noch viel mehr Zuschauer gekommen.

Warum haben sie dann so oft am Mittwoch gespielt?

WEGTER: Wegen des Fernsehens. Sport 1 entschloss sich, häufiger live zu übertragen, jeweils am Mittwochabend. Wir waren viermal dran, so oft wie keine andere Mannschaft.

Haben sie dafür von dem TV-Sender als Entschädigung Geld bekommen?

WEGTER: Nein. Dennoch sind wir sehr froh, dass Volleyball übertragen wird. Der Zuspruch war gut. In der Spitze wurden knapp 300 000 TV-Zuschauer gezählt, im Schnitt um die 150 000. Das tut unserer Sportart gut. Uns hilft die bundesweite Präsenz bei der Vermarktung. Mit den häufigen Liveübertragungen haben wir ein mächtiges Argument bei den Sponsoren. Das haben wir den Löwen Frankfurt und den Frankfurt Skyliners voraus.

Heißt es, das Sponsoren-Volumen ist so groß, dass sie künftig auch ohne den Gönner Jörg Krick den Spielbetrieb finanzieren können?

WEGTER: Noch nicht. Jörg und seine Unternehmen haben uns für vier Jahre die große Unterstützung zugesichert. Das vierte Jahr ist die kommende Saison. Danach müssen wir sehen, wie wir es ohne sein großes Engagement aus eigener Kraft schaffen. Die Entwicklung stimmt mich zuversichtlich.

Lassen Sie uns bei der Zukunft verweilen. Gibt es schon Planungen hinsichtlich der nächsten Saison?

WEGTER: Selbstverständlich. Mit Patrick Steuerwald, Sebastian Schwarz, Moritz Karlitzek, Lorenz Karlitzek und Julian Zenger haben fünf Spieler noch gültige Verträge. Mit allen anderen, Ausnahme ist nur der ausgeliehene Issei Osake, der uns mit Sicherheit verlassen wird, sind wir im Gespräch. Und wir schauen uns auch intensiv auf dem Markt um. Wobei unser Konzept bestehen bleibt, eine von wenigen Routiniers geführte junge Mannschaft zusammen zu stellen. Obwohl es in der Bundesliga inzwischen versucht wird, das zu kopieren, ist dies unser Alleinstellungsmerkmal.

Und wo wird gespielt?

WEGTER: In Frankfurt, in der Fraport Arena. Es kann zu wenigen Ausnahmen kommen. Unsere Aufgabe ist es, in der Stadt präsenter zu sein, mehr Werbung für den Standort zu machen. Wir sind der Stadt Frankfurt sehr dankbar, dass sie uns finanziell bei den hohen Nebenkosten entgegen kam. Wir sind froh, auch in die bundesligataugliche Großsporthalle in Rüsselsheim ausweichen zu können. Bis auf den Umstand, dass wir den Rollboden aus Frankfurt dort jedes Mal kurzfristig verlegen müssen, sind wir dort zufrieden. Aber die Fraport Arena ist natürlich attraktiver. Bei den TV-Spielen müssen wir sogar dort spielen, das ist die Bedingung des Senders.

Werden auch die Play-offs in Frankfurt stattfinden?

WEGTER: Alle Spiele. Das erste am Mittwoch gegen den TSV Herrsching. Ein schwerer Gegner, aber ich fürchte, kein Name, der die Massen von alleine in die Halle bringt. Dabei brauchen wir gerade gegen einen Gegner auf Augenhöhe die Unterstützung unserer Fans dringend.

Wohin kann es in diesem Jahr gehen?

WEGTER: Das Halbfinale ist unser klares Ziel. Danach käme Berlin. Vom Budget her sind die Hauptstädter ebenso wie Friedrichshafen von uns meilenweit entfernt. Den Titelgewinn kann niemand von uns erwarten. Ist auch nicht unser Anspruch. Wir haben es gegen jeden der beiden Giganten schon zweimal geschafft, sie zu bezwingen. Ich bin stolz, dass wir so weit sind. Es wäre schön, mit Berlin auf Augenhöhe zu spielen. Und vielleicht eine Sensation schaffen.

Mit dem Erreichen des Halbfinals würden sie sich erneut für den CEV-Pokal qualifizieren. Würden sie teilnehmen?

WEGTER: Auf jeden Fall. Finanziell ist es noch ein Verlustgeschäft. Aber es ist sehr interessant, sich mit europäischen Spitzenteams zu messen. In solchen Vergleichen können unsere jungen Spieler Erfahrungen sammeln.

Play-off-Viertelfinale: Wiedersehen mit TSV Herrsching

Morgen geht es wieder gegen die Lederhosen. Wie im Vorjahr treffen die United Volleys Rhein-Main im Play-off-Viertelfinale auf den im ungewöhnlichen bayerischen Dress spielenden TSV Herrsching.

clearing
Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen