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Leichtathletik: Marathon-Rekordhalter Arne Gabius schließt Start in Frankfurt nicht aus

Von Nach seiner langen Verletzungspause will der deutsche Langstreckenläufer im Herbst wieder einen starken Auftritt abliefern.
Neuer Trainingsplan neben dem Laufen: Arne Gabius. Foto: Silas Stein (dpa) Neuer Trainingsplan neben dem Laufen: Arne Gabius.
Frankfurt. 

Es war eine sehr harte Zeit für Arne Gabius. Nicht zu wissen, wann er wieder beschwerdefrei wird laufen können, ist für einen Sportler, der vieles bis ins Detail plant, ein schwer zu ertragender Zustand. Doch die Schambeinentzündung, mit der sein Körper womöglich schon seit Jahren kämpfte, setzte den deutschen Marathonrekordhalter sechs Monate lang matt.

Die Olympischen Spiele in Rio konnte sich der gebürtige Hamburger nur aus der Ferne anschauen, „aber ich musste das, um damit abzuschließen“. Frühe Gehversuche auf dem gewohnten Terrain wie der Staffelstart beim Frankfurter Marathon im Oktober rächten sich. Doch jetzt deutet vieles darauf hin, dass der 36-Jährige ein gutes Rennen über 42,195 Kilometer im Herbst anpeilen kann.

Ob er dann in Frankfurt starten wird, wo er 2014 auf der klassischen Langstrecke debütierte und ein Jahr später in 2:08:33 Stunden eine neue nationale Bestmarke erzielte, steht noch nicht fest. „Eine Woche später gibt es in New York auch eine schöne Veranstaltung“, sagt Gabius. Doch bislang sei es auf anderen Strecken als auf der am Main nicht allzu gut gelaufen.

So war er auch im April beim Hannover-Marathon vorzeitig ausgestiegen. „In zwölf Wochen von null auf 100“, das sei dann doch nicht möglich gewesen. Zumal das lange nicht bemerkte Knochenödem am Schambein nicht nur die Hüfte destabilisiert, sondern das ganze System verändert hatte. „Ich war nicht mehr ich selbst.“

Gabius vermutet, dass die Ursache der Schmerzen schon vor zwei, drei Jahren vorhanden war. „Der Körper hat sich immer wieder andere Ausweichbewegungen gesucht, bis es nicht mehr ging.“ Die daraus resultierenden Fehlbelastungen mussten erst wieder behoben, das Vertrauen wiederhergestellt werden. Doch ohne ein ausgiebiges Zusatzprogramm zu den Laufeinheiten will der studierte Mediziner nicht mehr auskommen. Drei bis vier Stunden Gymnastik, Krafttraining und Mobilisation stehen auf seinem Tagesplan, nicht mehr jedoch die Übungen, die er kurz vor dem Einsetzen der Probleme dazugenommen hatte. „Eventuell haben sie die Entzündung provoziert.“

Am heutigen Samstag testet der EM-Zweite über 5000 Meter von 2012 seine Form beim Halbmarathon in Stuttgart. Danach werde er entscheiden, wie es weitergeht. Zu den Weltmeisterschaften im August in London wäre er auch angetreten, wenn er sich nicht aufgrund eines Konfliktes mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) entschlossen hätte, weder an diesen noch an der Heim-EM 2018 in Berlin teilzunehmen. Auslöser sei die fehlende Unterstützung bei einer Trainingsmaßnahme gewesen. „Entweder man fördert einen Athleten oder nicht“, sagt Gabius. Wenn, dann müsse man ihn auch in schweren Zeit fördern.

Seit März gebe es keinen Kontakt mehr mit dem Verband. „Ich habe dadurch keinen Nachteil“, betont der Sportler. Mehrere Sponsoren unterstützen ihn, ein weiterer großer werde demnächst vorgestellt. Sein neuer nur eine Handvoll Mitglieder zählender Verein TherapieReha Botterwal, den einst sein Physiotherapeut gründete, halte ihm dem Rücken frei. „Ich will vor allem meine Ruhe haben“, betont Gabius. Da diese ihm nun hoffentlich auch sein Körper lässt, ergeben sich vielleicht im Marathon ganz neue Perspektiven: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es jetzt noch viel schneller geht.“

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