E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 29°C
1 Kommentar

Offener Brief an Grindel: Markus „Max“ Stillger kündigt der deutschen Nationalmannschaft seine Freundschaft

Markus „Max“ Stillger aus Limburg an der Lahn ist schon lange Mitglied der FdN, aber wohl nicht mehr lange. Der Unternehmer, bei über 150 Länderspielen mit dabei, kündigte in einem Offenen Brief an den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel seinen baldigen Austritt an – und haut dem deutschen Fußball einiges um die Ohren.
Markus „Max“ Stillger. Foto: Anette in Concas Markus „Max“ Stillger.

Es gibt sie noch, die FdN. Ein Kürzel des deutschen Fußballs, es steht für Freunde der Nationalmannschaft, einen leicht elitären Freundeskreis, der das DFB-Team auf allen Reisen begleitet. Ein Fanclub, lange bevor es den von Oliver Bierhoff initiierten „Fanclub Nationalmannschaft powered by Coca Cola“ gab.

Markus „Max“ Stillger aus Limburg an der Lahn ist schon lange Mitglied der FdN, seit 1997, aber wohl nicht mehr lange. Der Unternehmer, bei über 150 Länderspielen mit dabei, kündigte in einem Offenen Brief an den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel seinen baldigen Austritt an – und haut dem deutschen Fußball einiges um die Ohren. Es geht zunächst um das aktuelle WM-Abschneiden. Und vor allem den Umgang damit. Um Spieler, die in abgedunkelten Limousinen gefahren werden, die sich bei der Rückkehr am Flughafen Frankfurt nicht ihren wartenden Fans stellen, nicht durch die Passkontrolle gehen, nicht auf ihr Gepäck warten müssen. Es geht um die Schelte von Toni Kroos, dass viele Deutsche das Ausscheiden in der Vorrunde wünschen würden. „Dieser Satz war eine Beleidigung für alle, die mit der Mannschaft mitgefiebert haben.“ An Grindel gerichtet: „Da erwarte ich von Ihnen als Präsident, dass man sich den Spieler für solch einen Satz dann mal zur Brust nimmt und rasiert.“ Stillger wirft Grindel auch vor, dass er die deutschen Plätze im Fifa-Rat und der Uefa-Exekutive selbst einnehme. „So wird Fußball-Deutschland in den internationalen Gremien von jemand vertreten, der zwar politisch gut vernetzt ist, dem aber jede fußballerische Kompetenz in der Praxis fehlt.“ Lieber solle Grindel sich um seine Aufgaben zu Hause kümmern – die Bindung zwischen Amateur- und Profifußball. „So erwecken Sie bei mir den Eindruck: Der Grindel ist mediengeil und will überall dabei sein.“

Stillger hat viel zu reklamieren: den neuen Vertrag für Joachim Löw, die nebengeschäftlichen Verstrickungen von Oliver Bierhoff in der Agentur Project B, den „künstlichen Ausdruck ‚Die Mannschaft‘“, den man „schnellstens verschwinden“ lassen sollte.

Schlussfolgerung des Nationalmannschafts-Freundes Stillger: „Ich habe in den letzten Jahren zusehends feststellen müssen, dass ich mich mit diesem kommerziellen Gehabe, dem Starkult für oft mittelmäßige Leistungen und mittlerweile völlig überteuerten Preisen nicht mehr identifizieren kann. Ein Reiseangebot über 15 000 Euro für eine Woche Achtelfinale – seid Ihr eigentlich noch ganz klar oder habt Ihr jeglichen Bezug zur Basis verloren? Macht, was Ihr wollt. Es interessiert mich nicht mehr.“

( gük)

Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen