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Frauen-Nationalmannschaft: Martina Voss-Tecklenburg ist die Wunschlösung

Die erfahrene Trainerin Martina Voss-Tecklenburg soll die Frauen-Nationalmannschaft zu neuen Erfolgen führen – und Strukturen aufbrechen. Weil sie erst im Herbst aus der Schweiz kommen kann, muss Horst Hrubesch die WM-Qualifikation meistern.
War 1996 die erste deutsche „Fußballerin des Jahres“: Martina Voss-Tecklenburg. Foto: DANIEL MIHAILESCU (AFP) War 1996 die erste deutsche „Fußballerin des Jahres“: Martina Voss-Tecklenburg.
Frankfurt. 

Nach dem gescheiterten Steffi-Jones-Experiment setzen die DFB-Bosse wieder auf eine unumstrittene Expertin: Die ehemalige Nationalspielerin Martina Voss-Tecklenburg, derzeit noch Trainerin der Schweiz, wird nach der WM-Qualifikation im Herbst Interimscoach Horst Hrubesch ablösen. Die 50-Jährige soll die Frauenfußball-Nationalmannschaft als Bundestrainerin nicht nur zurück in die Erfolgsspur führen, sondern auch verkrustete Strukturen aufbrechen.

„Es ist eine große Ehre, aber auch Verantwortung und gleichzeitig Verpflichtung, das Amt der Cheftrainerin beim zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister zu übernehmen“, sagte die 125-malige Nationalspielerin, die seit der Entlassung der Frankfurterin Steffi Jones im März als Topkandidatin gehandelt wurde und einen Vertrag bis zur EM 2021 erhielt.

DFB-Präsident Reinhard Grindel rühmte sie als „erfahrene und hoch angesehene Trainerin. Ich bin der festen Überzeugung, dass sie mit ihrer Expertise und Persönlichkeit die Richtige ist, um unsere Frauen-Nationalmannschaft gemeinsam mit Britta Carlson weiter zu entwickeln und erfolgreich zu führen“. In Carlson (40), seit 2012 Co-Trainerin beim deutschen Meister VfL Wolfsburg, übernimmt eine weitere ehemalige DFB-Spielerin die Rolle als Assistentin. Die 40-Jährige wird diese Funktion bereits beim kommenden Testspiel in Kanada am 10. Juni an der Seite von Hrubesch ausüben. „Es war immer mein großer Traum, einmal für die deutsche Nationalmannschaft arbeiten zu dürfen“, sagte Carlson.

Voss-Tecklenburg, seit Februar auch Aufsichtsratsmitglied von Fortuna Düsseldorf, gilt nicht zuletzt dank ihrer Arbeit seit 2012 in der Schweiz als renommierte Fachfrau. Sie führte die Schweizerinnen nicht nur 2015 zur WM- und zwei Jahre später zur EM-Premiere, sondern übernahm auch die Leitung des Frauenfußball-Ausbildungszentrums.

Sie habe „Strukturen professionalisiert, konzeptionell innovativ gearbeitet und ihre Mannschaft auf allen Ebenen weiterentwickelt“, betonte Oliver Bierhoff, DFB-Direktor Nationalmannschaften. Solche Impulse wünscht er sich nun auch beim DFB: „Wir sind überzeugt davon, dass sie mit ihrer Erfahrung und frischen Ideen auch die von uns angestrebten neuen Wege gehen wird, um den Frauenfußball strategisch weiterzuentwickeln.“

Voss-Tecklenburg sieht darin eine „Herausforderung und spannende Aufgabe“, der sie sich voller Vorfreude stellt: „Gerade die Umstrukturierung des DFB und die Verzahnung mit dem Männerfußball bieten riesige Chancen, um Synergien zu nutzen und innovative Wege zu gehen.“

Weil der DFB sie aber erst für die Zeit nach der WM-Qualifikation vom Schweizer Verband loseisen konnte, muss Feuerwehrmann Hrubesch (67) noch das Ticket für die Endrunde 2019 in Frankreich sichern. Der DFB-Sportdirektor, der den Posten zunächst für die WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien und in Slowenien (beide 4:0) übernommen hatte, betreut das Team auch noch beim Showdown auf Island (1. September) und den Färöern drei Tage später.

Mit den Schweizerinnen liegt Voss-Tecklenburg nach fünf Siegen aus fünf Spielen als Spitzenreiter der Gruppe 2 voll auf WM-Kurs. Deutschland führt die Gruppe 5 vor den abschließenden beiden Spielen trotz einer Heim-Niederlage gegen Island an. Nur die sieben Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die Endrunde, die vier besten Zweiten spielen in Play-offs um ein letztes Europa-Ticket.

Lob vom 1. FFC Frankfurt

Die Bundesliga-Klubs empfangen Voss-Tecklenburg mit offenen Armen. „Martina ist ein großer Gewinn für den deutschen Frauenfußball“, sagte Siegfried Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt und Bundesliga-Sprecher, und beschrieb Voss-Tecklenburg als „starke, erfahrene und kommunikative Persönlichkeit“ sowie als „richtige Person zur richtigen Zeit“. In der Liga hatte die gebürtige Duisburgerin ihre ersten Schritte als Trainerin beim FCR Duisburg (heute MSV Duisburg) gemacht, mit dem sie einmal den Uefa-Cup sowie zweimal den DFB-Pokal gewann. In ihrer aktiven Karriere war die Mittelfeldspielerin zeitweise Kapitänin der Nationalelf, gewann viermal den EM-Titel und wurde 1996 zur ersten Fußballerin des Jahres in Deutschland gekürt.

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