E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 18°C

Rudern: Mit Leichtigkeit der Konkurrenz davongefahren

Von Leonie Pless verteidigt bei den deutschen Meisterschaften der Ruderer im Kleinboot in Essen ihren Titel vor Clubkollegin Katrin Thoma. Germania-Neuzugang Ladina Meier wird Vierte.
Gibt sich zurzeit locker: Leonie Pless. Im Leichtgewichts-Einer verteidigte die Frau von der FRG Germania ihren deutschen Titel. Foto: Laci Perenyi (imago sportfotodienst) Gibt sich zurzeit locker: Leonie Pless. Im Leichtgewichts-Einer verteidigte die Frau von der FRG Germania ihren deutschen Titel.
Frankfurt. 

Bei den leichten Frauen läuft’s einfach in Frankfurt. Sind die nach oben begrenzten Gewichtsklassen der Ruderer schon länger eine Domäne am Main, konnten die Sportlerinnen der FRG Germania bei den deutschen Kleinbootmeisterschaften in Essen einen beeindruckenden Erfolg im Einer feiern. Dieser sichert ihrem Trainer Ralf Hollmann wohl auch für die Zukunft die Verantwortung für die einzige noch olympische Bootsklasse bei den Leichtgewichten. Denn Leonie Pless, Katrin Thoma und Ladina Meier belegten im Finale auf dem Baldeneysee die Plätze eins, zwei und vier. Allein die für Schwerin startende Ex-Weltmeisterin Marie-Louise Dräger konnte in die Phalanx der Hessinnen hineinstoßen.

Nach einer Pause im vergangenen Jahr befindet sich die 37-Jährige laut Hollmann noch im Aufbau, könnte also Thoma noch den Platz im olympischen Doppelzweier streitig machen. An Pless, da ist sich der erfahrene Coach sicher, komme selbst die dreimalige Olympiateilnehmerin nicht vorbei. So souverän hatte die 29-Jährige ihre Titelverteidigung unter Dach und Fach gebracht.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die laut Hollmann athletisch schon immer starke Pless es endlich geschafft, das, was in ihr steckt, auch aufs Wasser zu bringen. Der Referendarin tut es offenbar gut, nicht nur auf den Sport fokussiert zu sein. Die schulischen Belastungen sorgen im Boot für eine gewisse Lockerheit. Jetzt kam noch dazu, dass die Frankfurterinnen im Trainingslager in Portugal von einem Biomechaniker Tipps erhielten, der schon ein paar der besten schweren Männer weiter nach vorne brachte. „Wir haben die Rudertechnik ein bisschen umgestellt“, erklärt Hollmann. Der Kraftakt im Boot sei dadurch leichter geworden.

Thoma überrascht

Hätte der erneute Sieg von Pless aber auch sonst nicht unbedingt als Überraschung gezählt, sah das bei Thomas zweitem Platz anders aus. Wieder einmal bewies die 27-Jährige Kampfgeist. Bei Gegenwind distanzierte sie Dräger um mehr als zwei Sekunden und brachte sich so in eine gute Ausgangsposition für den zweiten Rollsitz im begehrtesten Boot. Dabei hatte die Frankfurterin sogar schon einmal darüber nachgedacht, ihre Karriere zu beenden, nachdem ihr 2016 nach knapp verpasster Olympiateilnahme die nationale Förderung gestrichen worden war. Auch jetzt darf sie nicht auf sofortige Besserung hoffen, denn die Mittel werden jährlich verteilt. Immerhin sichert der Physikerin ein Promotionsstipendium ab Sommer ein Auskommen.

Die Dritte im Bunde ist in hiesigen Gefilden noch unbekannt: Ladina Meier tauchte laut Hollmann bei den deutschen Meisterschaften im Vorjahr wie aus dem Nichts auf und belegte den vierten Platz. Die auch mit einer Schweizer Staatsbürgerschaft ausgestattete Sportlerin, deren Mutter in Dreieich lebt, war damals für einen bayerischen Verein unterwegs. Die Germanen erkannten das Potenzial und lotsten sie ins eigene Clubheim. Seit November trainiert Meier in Hollmanns „leichter“ Trainingsgruppe mit und erhöht so die Chancen, dass man an Frankfurt nicht vorbeikommt. Und vielleicht auch der mit Mainz geteilte Bundesstützpunkt in der Region verbleibt. Denn der steht im Zuge der Leistungssportreform auf der Kippe.

Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen