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RB Leipzig: Mit Vollgas weiter nach Frankfurt

Mit dem Auftritt in Neapel beeindruckt RB Leipzig auf internationalem Niveau. Dabei bleibt genug Kraft, um in Frankfurt am Montag in der Liga nachzulegen.
Wieder richtig gut in Schuss: Timo Werner (rechts) in Neapel. Foto: Langer/Eibner-Pressefoto (imago sportfotodienst) Wieder richtig gut in Schuss: Timo Werner (rechts) in Neapel.
Neapel/Leipzig. 

Die hohen Herren des deutschen Fußballs haben in diesem Fall die Rechnung offenbar ohne den Wirt gemacht. Ralph Hasenhüttl nämlich hätte „lieber am Sonntag“ gespielt. Dass er mit seinen Leipzigern eine Hauptrolle übernehmen muss bei der Premiere des unter den Fans heftig in der Kritik stehenden Bundesliga-Montagsspiels, die in zwei Tagen in Frankfurt über die Bühne geht, passt ihm gar nicht. „Für uns liegt das Spiel zwischen den Partien gegen den SSC Neapel. Ich hätte lieber mehr Zeit vor dem Rückspiel gehabt“, sagte er vor dem Spitzentreffen am Montagabend bei der Eintracht. Dabei geht es der Deutschen Fußball-Liga bei dem neuen Spieltermin eigener Aussage nach doch vor allem um Reise-Erleichterungen und längere Regeneration für die Europa-League-Starter.

Wie auch immer: Auf eine müde oder gar erschöpfte RB-Mannschaft braucht die Eintracht nicht zu hoffen. „Es ist ein sehr, sehr wichtiges Bundesliga-Spiel, wir werden auch dort Vollgas geben“, erklärte Torwart Peter Gulacsi. Mit dem dritten Pflichtspielsieg nacheinander kommen die Leipziger nun nach Frankfurt. Und trotz einer intensiven ersten Halbzeit schienen sie sich unter dem Vesuv nicht einmal voll verausgaben zu müssen. Hasenhüttl kündigte zudem an, wieder neue Spieler bringen zu wollen.

Reifer geworden

Nach dem Coup von Neapel hatte der Trainer am späten Donnerstagabend seine Profis eng um sich geschart. Mit weit geöffneten Augen unterstrich Hasenhüttl in der kurzen Ansprache an seine Schützlinge eindringlich, was sie gerade geleistet hatten. Denn im Herzen Süditaliens stießen die Sachsen nicht nur das Tor zum Europa-League-Achtelfinale sperrangelweit auf – sie zeigten zudem überdeutlich, dass nach der jüngsten Schwächephase auf allerhöchstem Niveau wieder mit ihnen zu rechnen ist.

„Es war für uns spielerisch eine Weiterentwicklung. Wir sind international mit den Aufgaben gewachsen“, sagte Hasenhüttl nach dem 3:1 (0:0) im Hinspiel der Zwischenrunde, immerhin beim Tabellenführer der ersten Klasse des italienischen Fußballs. Auch wenn Neapel einige Stammkräfte in Gedanken an die Meisterschaft schonte, war das beeindruckend. Dazu gehörte, dass es die Leipziger herzlich wenig juckte, dass sie trotz teils drückender Überlegenheit zunächst durch ein Tor von Adam Ounas (52.) in Rückstand geraten waren.

„Man hat das Gefühl, wir werden in der Hinsicht reifer“, meinte Hasenhüttl. Denn statt einzubrechen, spielte RB einfach weiter. Aus einer konzentrierten Defensive heraus – so wie es Hasenhüttl zuletzt erfolgreich einstudiert hatte. Und vorne fielen die Tore von Nationalstürmer Timo Werner (61./90.+3) und Bruma (74.) fast zwangsläufig.

Im mit nur 14 554 Zuschauern spärlich gefüllten Stadio San Paolo war das ein Zeichen. Es ist nicht mehr die Leipziger Mannschaft vom Ende der Bundesliga-Hinrunde, die aufgrund der Belastung eingebrochen war. Dieses Team kann viel erreichen, im Hinterkopf bleibt das Europa-League-Endspiel am 16. Mai im französischen Lyon.

Werners Kampfansage

Doch um dort hinzukommen, muss erst einmal das Achtelfinal-Ticket final gelöst werden. Dazu reicht am kommenden Donnerstag (19 Uhr) in heimischer Arena ein Remis oder gar eine knappe Niederlage. „Neapel ist auswärts immer für Tore gut, aber wir haben uns eine sehr gute Ausgangsposition geschaffen“, gab sich Hasenhüttl vorsichtig optimistisch.

Dass seine eigene Mannschaft nicht minder gefährlich ist, weiß er freilich auch. Der Doppelpack des zuletzt glücklosen Werner ist als Kampfansage zu verstehen. „Wenn er mal zwei oder drei Spiele nicht trifft, ist es einfach eine Frage der Zeit, bis das durchschlägt“, sagte Hasenhüttl. Zudem knüpft Marcel Sabitzer nach einer Schulterverletzung wieder an die starke Hinrunden-Form an, und Spielmacher Emil Forsberg gab sein Comeback nach einer Bauchmuskelzerrung .

Gut für Hasenhüttl, denn die Aufgaben werden nicht weniger. Und nicht einfacher. Mit einem Sieg beim Überraschungs-Tabellenvierten in Frankfurt würden seine Leipziger den zweiten Bundesliga-Rang verteidigen und die Chancen auf den Einzug in die Champions League stärken. Und dass sie auch über die Europa League wieder ins internationale Geschäft kommen könnten, könnte mehr als eine nette Begleiterscheinung sein. „International kannst du nicht mit angezogener Handbremse spielen“, betonte der Coach. Für den Besuch in Frankfurt gilt das auch.

(mka,sid,dpa)

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