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Eiskunstlaufen: Müde Richtung Meisterschaft

Von Nach dem Sieg beim Grand-Prix-Finale in Japan spürt das Paar noch den Jetlag. Doch eigentlich hat der Triumph Kraft gegeben.
Aljona Savchenko scheint davonzufliegen, aber keine Angst: Bruno Massot hat seine Partnerin im Griff. Foto: Fabian Sommer (dpa) Aljona Savchenko scheint davonzufliegen, aber keine Angst: Bruno Massot hat seine Partnerin im Griff.
Frankfurt. 

Bruno Massot genießt die Atmosphäre. Zwar haben sich an diesem ersten Tag der nationalen Eiskunstlauf-Meisterschaften in Frankfurt nur wenige Zuschauer auf den gelben Plastiksitzen der Halle am Ratsweg niedergelassen, aber endlich mal wieder vor eigenen Publikum zu laufen, die Unterstützung im Rücken zu spüren, das findet der Neu-Deutsche „supercool“.

Die Sprache seiner jetzigen Heimat, lange Zeit die scheinbar am schwersten zu überwindende Hürde für den gebürtigen Franzosen vor der Teilnahme an den Olympischen Spielen mit seiner Partnerin Aljona Savchenko im Februar in Pyeongchang, kommt ihm allmählich flüssiger über die Lippen. Massot lächelt bescheiden, wenn er dafür ein Lob erhält. Wie er überhaupt sehr freundlich in den Katakomben der Eissporthalle auftritt, während seine vier Jahre ältere Gefährtin auf dem glatten Parkett schon Richtung Umkleide verschwunden ist.

Die beiden sind müde. Doch sie hatten ihr wieder aus der Kiste der Erinnerungsstücke gekramtes Kurzprogramm der vergangenen Saison zum Einstieg in die Titelkämpfe mit Schwung absolviert, und lediglich Massot erlaubte sich dabei einen zählbaren Fehler, als er den Salchow nur zweifach sprang. „Jeder Wettkampf ist ein Training“, betonte der Läufer, eine zusätzliche Übungseinheit Richtung des ersehnten Olympiagolds. Daran denken an das große Ziel will er nicht, verdrängt den alles entscheidenden Auftritt in Südkorea noch in den Hinterkopf. Doch wie nah sie dran sind, dass das Erhoffte möglich ist, das haben die Welt- und Europameisterschaftszweiten vor Wochenfrist mit ihrem Sieg beim Grand-Prix-Finale in Nagoya gezeigt.

Der Jetlag nach der Zeitverschiebung steckt noch im Körper, lässt Savchenko nicht schlafen und lähmt Massot die Beine. „Das war heute sehr schwer“, stellte der Sportler nach der ersten von zwei Wettkampfbelastungen des Wochenendes fest. Doch Trainer Alexander König betont, dass dieser Erfolg von Japan seinen beiden Athleten eigentlich viel Kraft gegeben hat. „Er ist eine tolle Bestätigung“, erklärte der 51-Jährige. Durch ihn hätte innerliche Ruhe die Unsicherheit abgelöst, die sie nach diversen Aufs und Abs in den vergangenen Monaten der Zusammenarbeit spürten. „Sie wissen jetzt, dass sie auf dem richtigen Weg sind.“

Während dieser, unabhängig vom heutigen Verlauf der Kür, über die ebenfalls zu Trainingszwecken genutzten Europameisterschaften im Januar in Moskau zu den Spielen führt, müssen sich andere in Frankfurt das Ticket nach Asien noch erkämpfen. Bei den Frauen liegt die Essenerin Nicole Schott nach dem Kurzprogramm, für das sie 59,20 Punkte erhielt, auch bei der Olympiaqualifikation in Führung. Bei den Tänzern verschafften sich die Oberstdorfer Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis mit 63,65 Punkten einen Vorteil.

Der Berliner Peter Liebers fand derweil seine Darbietung zum Haareraufen. Dass auch sein ärgster Konkurrent und Trainingskollege Paul Fentz der geplante dreifache Axel zum Auftakt misslang (74,59), konnte der Olympia-Achte von Sotschi nicht für sich nutzen, da er sein Programm noch stärker verpatzte (60,18). Zwar befand sich der 29-Jährige danach weiter im Angriffsmodus. Doch dass der Fehler bei dem Vorwärtssprung für ihn „ein untypischer“ und er ansonsten zufrieden war, schürte auch beim EM-Zehnten Fentz den Optimismus auf einen besseren zweiten Wettkampftag.

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