Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 25°C

Pferdesport: Nach der Zeit mit Wunderhengst Totilas bildet Matthias Rath junge Pferde aus

Von Der Kronberger genießt die Zeit mit den jungen Pferden – und ist guter Dinge, bald wieder einen Grand-Prix-Starter zu besitzen.
Matthias Rath mit seinem siebenjährigen Hengst Beaulieu. Matthias Rath mit seinem siebenjährigen Hengst Beaulieu.
Kronberg. 

Er hat WM- und EM-Medaillen umgehängt bekommen, ritt auf dem Wunderhengst Totilas als umjubelter Sieger in die Aachener Arena ein. Doch wenn die weltbesten Dressurreiter in diesen Tagen im Mekka des Reitsports um den Sieg kämpfen, ist Matthias Rath nur stiller Beobachter. Er tritt derzeit bei kleineren Turnieren an. Wie zuletzt in Darmstadt, wo er im Rahmen der Hessischen Meisterschaft den siebenjährigen Hengst Beaulieu vorstellte. Während Rath nach Platz zwei in Richtung des heimischen Kronberger Schafhofs verschwand, um intensiv mit seinen jungen Pferden zu üben, musste der siegreiche Bad Homburger Sönke Rothenberger den gleichaltrigen Sankt Anton anderen überlassen. Er selbst konzentrierte sich auf Aachen.

Neid oder Enttäuschung verspürt Matthias Rath nicht. „Das ist in unserem Sport normal. Solche Zeiten haben auch andere Champions wie Isabell Werth, Ulla Salzgeber oder jetzt Kristina Sprehe erlebt. Klar wünscht man sich, dass diese Durststrecke bald vorüber ist, man wieder im Rampenlicht steht. Aber die Ausbildung junger Pferde ist eine reizvolle und wichtige Aufgabe, da wird es einem nie langweilig. Ich habe viele sehr talentierte Pferde im Stall. Da hoffe ich, dass die Pause nicht so lange wie bei Ann Kathrin dauern wird.“ Man merkt ihm an, wie viel Spaß er an der Aufgabe hat. Trotz der vermeintlichen „Talfahrt“ wirkt er ungemein locker, fröhlich, man spürt die Liebe zu seinen Vierbeinern.

Bei seiner Stiefmutter Ann Kathrin Linsenhoff dauerte die Pause einst zwölf Jahre. „Als Sportler hat man den Willen, wieder nach oben zu kommen. Es ist dennoch eine schöne Zeit, denn wir haben Freude an der Arbeit mit jungen Pferden. Mit jedem hat man eine Aufgabe, ein neues Ziel“, sagt die Mannschafts-Olympiasiegerin von 1988, die zwischen den 1990 und 2002 gewonnenen WM-Titeln bei kleinen Turnieren am Start war.

Matthias Rath hat die Höhen und Tiefen des Reitsports trotz seiner erst 32 Jahre bereits schon einmal erlebt. Als Junior saß er auf keinen Star-Pferden. Seine ersten Erfolge feierte er 2006 mit Renoir, den er von Ann Kathrin Linsenhoff übernahm. In die Weltelite stieß er zwei Jahre später vor, als ihm seine Stiefmutter ihr Erfolgspferd Sterntaler überließ.

2010 beendete Matthias Rath sein BWL-Studium, um Pferde bis zur Grand-Prix-Reife auszubilden. Dann kam Totilas. Auf dem von Paul Schockemöhle und Ann Kathrin Linsenhoff gekauften „Wunderpferd“ gewann Matthias Rath 2011 beim Aachener Turnier auf Anhieb den Grand Prix, den Special und die Kür. Vier Jahre lang stand das Paar im weltweiten Fokus der Öffentlichkeit, wobei die Jubel-Arien von Erfolgen immer wieder von zweiflerischen Meldungen nach Verletzungen des Pferdes abgelöst wurden. 2015 entschloss man sich, aus gesundheitlichen Gründen die Karriere von Totilas zu beenden.

Seitdem wurde es stiller um Matthias Rath. Der als neues Grand Prix-Pferd vorgesehene Bretton Woods verletzte sich 2015 ebenfalls und soll jetzt, mit elf Jahren, im großen Turniersport vorgeführt werden. Rath widmet sich derweil der Ausbildung von jungen Pferden, reitet auch gern bei Veranstaltungen wie in Darmstadt. Das seien toll organisierte Turniere mit sehr guten Bedingungen für Mensch und Reiter.

Er selbst empfindet die Ausbildung eines jeden Pferdes als faszinierend. „Man muss auf jedes Pferd individuell eingehen. Was bei einem zum Ziel führt, kann bei einem anderen falsch sein. Und später kann man bei selbst ausgebildeten Pferden bei Korrekturen viel besser reagieren“, sagt Matthias Rath, der Geduld und Zuversicht als zwei wichtige Eigenschaften eines Ausbilders betrachtet.

Der 32-Jährige besitzt beides. „Da ich schon Erfahrung auf höchstem Level sammeln konnte, profitieren davon nun meine jungen Pferde. Das älteste war fünf, als ich es erstmals ritt. Der neunjährige Foundation hat sich für das Finale des Nürnberger Burgpokals in Frankfurt qualifiziert, Beaulieu ist mit sieben Jahren nun seine ersten S-Prüfungen gegangen. Die Pferde werden behutsam aufgebaut, ohne Druck. Beide sind auf dem besten Weg, in den Grand-Prix-Sport zu gelangen. Beaulieu ist ein Vollblut, hat ein riesiges Potenzial in Piaffe/Passage. Er ist ein großes Talent, braucht aber noch Zeit“, sagt Rath – und streichelt das Pferd liebevoll.

Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse