E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 17°C

Rugby: Nationalspieler Mark Sztyndera: Wir brauchen mehr Jugendarbeit"

In Rumänien ging die Rugby-Nationalmannschaft am Samstag mit 6:85 unter, nur vor 18 Jahren in Russland kassierte die DRV-Auswahl jemals eine höhere Niederlage (6:89). Im ersten Heimspiel der Europe Championship trifft Deutschland am Samstag (14.30 Uhr) in Offenbach auf Georgien, das sich bereits für die Weltmeisterschaft 2019 in Japan qualifiziert hat. Während der Vorbereitung auf dieses EM-Spiel unterhielt sich unser Mitarbeiter Stefan Fritschi mit dem Nationalspieler Mark Sztyndera (31) vom SC 80 Frankfurt.
Mark Sztyndera vom SC 80. Foto: Jürgen Kessler (Kessler-Sportfotografie) Mark Sztyndera vom SC 80.

Herr Sztyndera, haben Sie Ihre Eindrücke von der Rumänien-Reise gut verarbeitet?

MARK SZTYNDERA: Es war klar, dass es für uns schwer werden würde gegen solch einen erfahrenen und qualitativ hochwertigen Gegner. Unsere Vorbereitung war auch bescheiden. Erst am Donnerstag, also zwei Tage vor dem Spiel, konnten wir mit dem kompletten Kader trainieren. Und wir waren so noch nicht zusammen, und das Trainerteam ist auch neu. Von daher war es gar nicht mal so schlecht, die Jungs haben alles gegeben.

Die Aufgabe am Samstag gegen Georgien wird kaum einfacher.

SZTYNDERA: Die Georgier werden mit einem sehr jungen Team antreten, sie werden hoch motiviert sein, um sich einen Platz im WM-Aufgebot zu ergattern. Gewinnen werden wir das Spiel kaum, aber es wird zu unserem Lernprozess beitragen.

Bedeutet dies, dass die Nationalmannschaft auf Spieler aus der Wild Rugby Academy (WRA) angewiesen ist, die sich der DRV aber aus finanziellen Gründen nicht leisten kann und will, nachdem es zum Bruch mit Mäzen und Unternehmer Hans-Peter Wild gekommen ist?

SZTYNDERA: Es kommt darauf an, welche Ziele verfolgt werden. Ist die Qualifikation für die WM 2019 in Japan ein Thema, dann ja.

Kapitän Julius Nostadt richtete nach dem Rumänien-Spiel eine deutliche Botschaft an den DRV und die WRA, die gemeinsamen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und nun zu handeln. Wie ist ihre Meinung dazu?

SZTYNDERA: Ich würde es teils befürworten, wenn WRA-Spieler wieder für Deutschland spielen würden. Aber es darf auch nicht vergessen werden, wer am Samstag in Rumänien sich diesem übermächtigen Gegner gestellt hat, auch mit WRA/GFR-Spielern wurde dort schon klar verloren. Ein Mittelweg müsste gefunden werden.

Gibt es einen Riss zwischen den Spielern, die über die Gesellschaft zur Förderung des Rugbysports (GFR) bei Herrn Wild angestellt sind und im November vor dem Chile-Match in Streik gegangen sind und denen, die weiter für den DRV spielen?

SZTYNDERA: Ich glaube, man hätte dies anders lösen können als zu streiken. Aber jeder von den Jungs hätte für Deutschland gespielt, wenn er freigestellt worden wäre von der WRA/GFR. Da ist in den sozialen Medien vieles falsch dargestellt worden.

Was müsste jetzt geschehen?

SZTYNDERA: Die große Frage ist: Will man eine Amateurmannschaft haben oder mit Profis auf den bestmöglichen Erfolg setzen? Es wird auf jeden Fall extrem schwer, ohne große finanzielle Unterstützung irgendwann einmal zur WM zu kommen. Wir brauchen mehr Zeit und mehr Jugendarbeit mit professionellem Umfeld, um die Ziele zu erreichen.

Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen