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Nicht immer verlieren ARD und ZDF - aber immer öfter

Olympia, Länderspiele, Champions League: ARD und ZDF sind beim Wettbieten um TV-Rechte zuletzt einige Male leer ausgegangen. Was passiert mit den eingesparten Millionen?
Die Preise für Sportrechte sind in den vergangenen Jahren in einigen Bereichen drastisch gestiegen. Foto: Martin Rickett Die Preise für Sportrechte sind in den vergangenen Jahren in einigen Bereichen drastisch gestiegen. Foto: Martin Rickett
Hannover. 

Der Aufschrei war groß. Gerade einmal sechs Jahre ist es her, dass die privaten Medienunternehmen sich lauthals über die Gebührenverschwendung der öffentlich-rechtlichen TV-Sender beim Kauf von Sportrechten beschwerten.

Anlass: Das ZDF kaufte 2011 ein TV-Paket der Champions League, die zuvor lange bei RTL und danach bei Sat.1 lief. RTL klagte damals, dass das ZDF „das Geld mit vollen Händen raus wirft”.

Seitdem hat sich der Markt für Sportrechte dramatisch verändert. Die Preise sind in einigen Bereichen drastisch gestiegen. ARD und ZDF können trotz ihrer Milliarden-Gebühreneinnahmen oft nicht mehr mithalten. Neue Wettbewerber sind auf dem Markt. Zuletzt unterlagen das Erste und das Zweite beim Wettbieten um die Rechte für die Olympischen Spiele, für Fußball-Länderspiele und nun bei der Champions League.

„Es gibt neue kommerzielle Marktteilnehmer, die im Pay-TV oder im Internet Geschäftspotenzial sehen”, sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. „Diese Player sind bereit, enorme Summe zu investieren, sie treiben die Preise. Öffentlich-rechtlichen Anstalten sind da Grenzen gesetzt.”

Gemeint ist der US-Konzern Discovery, an den ARD/ZDF die Olympiarechte verlor. Oder die zur amerikanischen Access-Group gehörende Streaming-Plattform DAZN. Daneben gibt es aber immer noch die klassischen Konkurrenten wie RTL oder Sky.

„Der Kampf um Rechte hat eine neue Dimension erfahren”, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky zum Olympia-Aus. Der Discovery-Deal über 1,3 Milliarden Euro belege „nachdrücklich, dass der angebliche Vorsprung öffentlich-rechtlicher Sender durch Beitragsgelder bei der Vergabe von Sportrechten eine Mär ist”.

Nicht immer verlieren ARD und ZDF, aber immer öfter. Zwar läuft neben dem Confed Cup auch die nächste Fußball-Europameisterschaft bei ARD und ZDF: Die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Sender sicherten sich vor eine paar Monaten die Medienrechte für das Turnier 2020 über ihre gemeinsame Sportrechteagentur SportA. Doch bei der Nationalmannschaft ist RTL inzwischen die Nummer eins.

Der Privatsender zeigt die Qualifikationsspiele für EM und WM - und hat ARD/ZDF vor einem knappen Jahr ein weiteres Fußball-Paket weggeschnappt. Es umfasst 28 Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft von 2018 bis 2022.

Die öffentlich-rechtlichen Sender sparen durch die Niederlagen beim Rechte-Poker viel Geld. Was sie damit machen? „Das ZDF wird auch weiter in attraktive Sportrechte investieren, wenn sie auf dem Markt sind”, sagte Sportchef Fuhrmann - ohne Details nennen zu wollen.

DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch sagte in „Rheinischen Post”: „Ich kann nur hoffen, dass das ZDF die dadurch eingesparten TV-Gelder stattdessen in die verstärkte Berichterstattung über die vielen attraktiven Sportarten von Handball über Basketball bis Eishockey investieren wird.” Olympischer Spitzensport spiele im Fernsehen „leider eine immer untergeordnetere Rolle”.

Das gesparte Geld dürfte aber auch außerhalb des Sports ausgegeben werden. „Anstelle der Übertragungen können wir künftig in andere hochwertige Programmangebote investieren”, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut nach dem Verlust der Champions-League-Rechte.

(Von Michael Rossmann, dpa)
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