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Historischer Hattrick: Norweger Alexander Kristoff gewinnt zum dritten Mal in Folge das Radrennen am 1. Mai

Von Lange darf Lokalmatador John Degenkolb auf den Sieg hoffen. Am Ende wird der Radprofi aus Oberursel Dritter.
Er trotzte der Kälte und dem Regen: John Degenkolb aus Oberursel landete am Ende auf Platz drei. Foto: Arne Dedert (dpa) Er trotzte der Kälte und dem Regen: John Degenkolb aus Oberursel landete am Ende auf Platz drei.
Frankfurt. 

Alexander Kristoff wusste sofort, bei wem er sich zu bedanken hatte. „Great Job, guys“, rief er in sein kleines Mikrofon am Trikot-Kragen. Die großartige Arbeit seiner Kollegen vom Team Katusha-Alpecin hatte dem Norweger gestern einen historischen Hattrick bei Eschborn-Frankfurt beschert. Denn während der 218,7 Kilometer Tortur durch die Rhein-Main-Region und den Taunus bekam der Norweger zeitweise große Probleme. Bei Dauerregen und kühlen Temperaturen konnte der 29 Jahre alte Sprinter dem Peloton in den Taunus-Höhen kurzzeitig nicht mehr folgen. „Am Mammolshainer Berg bekam ich etwas Rückstand. Mein Team hat mich dann wieder herangeführt“, sagte Kristoff.

Bilderstrecke Alexander Kristoff gewinnt Frankfurter Radklassiker
Der Norweger Alexander Kristoff (l) vom Team Katusha-Alpecin jubelt am 01.05.2017 im Ziel des Radklassikers "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" in Frankfurt am Main (Hessen). Er gewinnt vor Rick Zabel (2.v.l.) vom Team Katusha-Alpecin und John Degenkolb (3.v.l.) vom Team Trek-Segafredo.El Diablo Didi Senft unter den Zuschauern am Mammolshainer Berg

Im Finale fühlte er sich dann „wieder gut“. Und hatte mit Rick Zabel im entscheidenden Moment einen Anfahrer vor sich, der ihn mit einem herausragenden Antritt zum dritten Sieg in Folge nach 2014 und 2016 pilotierte. Kristoff ist der erste Fahrer in der 55-jährigen Geschichte des Traditionsrennens, der drei Auflagen in Folge gewinnen konnte. 2015 war Eschborn-Frankfurt wegen Terrorgefahr abgesagt worden. „Rick hat das hervorragend gemacht“, lobte Kristoff seinen 23-jährigen deutschen Teamkollegen, der selbst noch Zweiter wurde (siehe Text unten).

Auch John Degenkolb durfte bis zum Finale auf seinen zweiten Sieg nach 2011 hoffen. Rund 600 Meter vor dem Zielsprint neben der Alten Oper in Frankfurt lag der Lokalmatador aus Oberursel an Position sechs. „Es sah sehr gut aus“, sagte der Kapitän des Teams Trek-Segafredo. Denn vor ihm fuhr wie geplant sein Teamkollege Jasper Stuyven. Doch ausgerechnet in dem Moment, als Rick Zabel den Sprint eröffnete und Alexander Kristoff in seinem Windschatten mitzog, bekam der Belgier Stuyven Probleme mit seiner Kette. „Er hatte ein Schalt-Malheur, konnte nicht sofort reagieren“, berichtete Degenkolb. „So etwas passiert wirklich selten.“ Es ging nur um Sekunden. Doch in diesem kurzen Moment zogen Zabel und Kristoff entscheidend davon. Eine Lücke von ein paar Metern entstand. Degenkolb reagierte zwar schnell, sprintete dem Duo sofort alleine hinterher. Doch mehr als Platz drei war nicht mehr drin. „Wenn 400 Meter vor dem Ziel eine solche Lücke aufreißt, kann man sie nicht mehr schließen“, befand Degenkolb. Nach einem Kraftakt von 5:29:35 Stunden fuhr er erschöpft und fröstelnd ins Ziel – lediglich zwei Sekunden hinter Kristoff.

Das Fahrerfeld mit Andre Greipel (vorn) vom Team Lotto-Soudal und Tony Martin (rechts daneben) vom Team Katusha-Alpecin startet in Eschborn zum Radklassiker "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt". Beim Rennen der UCI WorldTour über rund 218,7 Kilometer gingen rund 200 Radprofis an den Start.
Exklusive Fotos und Videos Liveticker zum Nachlesen: Das Radrennen Eschborn-Frankfurt

Hunderte Radfahrer - Profis und Amateure - messen heute beim Rennen "Rund um den Finanzplatz" ihre Kräfte. FNP-Reporter sind live dabei: auf der Strecke, in der Zentrale am Opernturm, auf den Straßenfesten. Verfolgen Sie den Verlauf des Rennens im Liveticker!

clearing

Für den zweiten Lokalmatador Tony Martin war die Tortur zwar noch 1:40 Minuten später beendet. Doch der ehemalige Niederhöchstädter, der seit Jahren in der Schweiz lebt, konnte rundum zufrieden sein. Sein 47. Platz war ihm dabei herzlich egal. Vielmehr hatten der siebenfache Zeitfahr-Weltmeister und sein Team Katusha-Alpecin ein großartiges Rennen gezeigt. Martin zeigte sich auch im Taunus oft an der Spitze fahrend, fuhr wie prophezeit ein aktives Rennen und gehörte auch zu den Fahrern, die Kristoff über die kurze Schwächephase hinweg halfen. Katusha-Alpecin machte an diesem Tag taktisch alles richtig, ließ auch mehrere Fluchtgruppen während des Rennens gerade so weit wegziehen, um sie später wieder einzuholen. Viel Führungsarbeit verrichtete auch das deutsche World-Tour-Team Bora-Hansgrohe. Doch für die Mannschaft des Sportlichen Leiters Jens Zemke (Wiesbaden) zahlte sich die Arbeit nicht aus. Weltmeister Peter Sagan kam von Anfang an nicht richtig in Tritt, der Slowake stieg 60 Kilometer vor dem Ziel aus. Und Sprinter Sam Bennett bekam auf der letzten Runde um die Alte Oper Muskelkrämpfe, weshalb der Ire noch weit zurückfiel.

Veranstalter zufrieden

Ein absolut positives Fazit zog der neue Ausrichter ASO. „Die Premiere verlief sehr gut. Das Rennen hat schon vielen Widrigkeiten getrotzt, diesmal dem Regen. Das gibt uns noch größere Motivation“, sagte Renn-Chef Claude Rach. Geschätzte 650 000 Menschen standen laut Frankfurts Sportdezernent Markus Frank an der Strecke. „Ich war etwas angespannt wegen des neuen Veranstalters. Aber das Rennen ist mehr als gelungen, noch besser geworden. Mit dieser Mannschaft werden wir eine gute Zukunft haben. Deshalb wird sich die Stadt auch weiter engagieren“, so Frank. „Nur mit den Offenbachern müssen wir noch einmal reden, denn sie machen ja das Wetter.“

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