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Nationalmannschaft: Oliver Bierhoff hat gute Erinnerungen an Nordirland

Von Oliver Bierhoffs Golden Goal im EM-Finale 1996 kennen viele. Ein Jahr später vollbrachte der heutige DFB-Manager erneut Großes.
Und wieder getroffen: Oliver Bierhoff (links) erzielt das 2:1 beim WM-Qualifikationsspiel 1997 in Belfast gegen Nordirland. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Und wieder getroffen: Oliver Bierhoff (links) erzielt das 2:1 beim WM-Qualifikationsspiel 1997 in Belfast gegen Nordirland.
Frankfurt. 

Nordirland, Belfast, Windsor Park, WM-Qualifikationsspiel am Donnerstag. Während des Charterflugs auf die Grüne Insel am Mittwochvormittag konnte sich Oliver Bierhoff entspannt zurücklehnen und schönen Erinnerungen nachhängen.

Als der Manager noch selbst im Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft stürmte, erlebte er vor zwanzig Jahren in der nordirischen Hauptstadt das zweite Highlight seiner internationalen Karriere von immerhin 70 Länderspielen: Nach dem Golden Goal im Wembley Stadion der Hattrick im Windsor Park. Bierhoff gefällt der Gedanke: „Ich habe andere wichtige Tore erzielt, aber das war schon etwas Besonderes. Drei Tore in sieben Minuten...“ Den Hattrick könne man „mit Sicherheit“ als das zweite bedeutendste Ereignis seiner Länderspiellaufbahn nach dem Endspieltor werten, das ein Jahr zuvor den EM-Titel gebracht hatte.

Belfast, 20. August 1997: Deutschland kämpft gegen Nordirland in der WM-Qualifikation. Die entscheidende Endphase in der Gruppe ist angebrochen. Die Nordiren sind der Angstgegner der Deutschen. Seit zwanzig Jahren in fünf Spielen kein Sieg mehr! Dafür zwei 0:1-Niederlagen, die fast die Qualifikation für die Europameisterschaft 1984 gekostet hätten.

Die Serie scheint sich fortzusetzen. 1:0 führt Nordirland nach einer Stunde durch ein Tor von Michael Hughes. Berti Vogts muss handeln. Der Bundestrainer wechselt Thomas Hässler (64. Minute) für Christian Wörns und Oliver Bierhoff (70.) für Ulf Kirsten ein. Zwischen der 73. und 79. Minute erzielt Bierhoff drei Tore. Endstand 3:1 für Deutschland durch den schnellsten Hattrick in der deutschen Länderspielgeschichte. Der Vorarbeiter: dreimal Hässler.

„Wir sind reingekommen und haben das Spiel gedreht. Thomas war immer mein bester Vorbereiter“, erzählt Bierhoff. Der „kicker“ titelte damals: „Oliver Bierhoff, der Retter für Berti in Belfast“. Doch da Oliver Bierhoff schon immer über den Spielfeldrand hinausblickte, erwähnt er im gleichen Atemzug mit dem Hattrick den Bürgerkrieg. Die Mannschaft wohnte auf dem Land im herrschaftlichen Hotel Culloden. „Ich hatte trotzdem die Möglichkeit, einmal nach Belfast rein zu fahren und mir die Demarkationslinie anzuschauen“, erzählt Bierhoff. „Es hinterlässt schon ein bedrückendes Gefühl, wenn man so eine geteilte Stadt sieht.“

Gleich zehnmal trafen beide Länder bei einer WM oder EM und in den Qualifikationen dafür aufeinander. Die Premiere fand 1958 bei der Weltmeisterschaft in Schweden statt (2:2), das letzte Duell nach der EM 2016 (1:0 in Paris) in der aktuellen WM-Qualifikation vor einem Jahr in Hannover (2:0). Die Bilanz der insgesamt 16 Begegnungen: Zehn deutsche Siege, vier Unentschieden, zwei Niederlagen, 35:13 Tore.

„Die Kluft ist enorm“

Nach der 0:2-Niederlage am 11. Oktober 2016 geriet der nordirische Trainer Michael O’Neill geradezu ins Schwärmen über die Mannschaft des Kollegen Joachim Löw: „Ich bin mir nicht sicher, ob es ein System im Weltfußball gibt, das Deutschland Grenzen setzen kann. Die Deutschen haben auf jeder Position einen ’top player’. Die Kluft ist enorm.“

Löw schlägt vor dem „Endspiel“ Alarm

Joachim Löw löffelte nach der Ankunft in Belfast im La Scala Bistro des Stormont Hotels zunächst entspannt seine Suppe, dann schlug der Bundestrainer vor dem „Endspiel“ gegen Nordirland Alarm.

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Und weiter: „Einen Kroos ruhig zu stellen, ist schier unmöglich. Boateng und Hummels besitzen eine extreme Athletik. Wenn einer von beiden oder beide bei Standards im Strafraum auftauchen, funktioniert keine Zuordnung mehr.“

Mit dem 2:0-Sieg zuletzt im Heimspiel gegen Tschechien hat sich Nordirland den zweiten Platz in der Gruppe C und damit schon mal die Teilnahme an den Play-offs gesichert. Die Nordiren spielten zum siebten Mal in der Qualifikation zu null, haben mit sechs Siegen, einem Unentschieden (0:0 in Prag gegen Tschechien) und nur einer Niederlage (0:2 in Hannover) 19 Punkte, fünf weniger als Deutschland. Torverhältnis: 16:2.

Am vergangenen Samstag erreichte den Team-Manager aber eine schlechte Nachricht: Wegen einer Wadenverletzung schon nach sieben Minuten des schottischen Ligaspiels seines Clubs Hearts of Midlothian in Dundee musste Aaron Hughes ausgewechselt werden. Er fällt bis auf weiteres aus.

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