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Tennis: Prämie kommt Hessenmeister Lenz gerade recht

Von Erstmals standen sich im Finale der Hessischen Tennis-Meisterschaften in Bad Homburg zwei Lokalmatadore gegenüber.
Heimvorteil genutzt: Julian Lenz (TC Bad Homburg) wird zum vierten Mal Hessenmeister. Foto: Gerhard Strohmann Heimvorteil genutzt: Julian Lenz (TC Bad Homburg) wird zum vierten Mal Hessenmeister.
Bad Homburg. 

Schon 2014 hieß das Finale der Tennis-Hessenmeisterschaften Julian Lenz gegen Kai Wehnelt. Damals war Wehnelt 18 Jahre alt und spielte für den TC Steinbach. „Das diesjährige Duell war hochklassiger. Wir haben uns seitdem beide entwickelt. Julian hat unglaublich stark aufgeschlagen, ich hatte nie eine Chance, ihn zu breaken. Und nachdem mein Aufschlag im zweiten Satz nicht mehr kam, war der von ihm ausgeübte Druck irgendwann zu viel“, sagte der mit 5:7, 1:6 unterlegene Wehnelt.

Dass Lenz druckvoll spielt, ist nicht ungewöhnlich. Dass er so riskant spielt, schon. „Das war notgedrungen“, sagte der Favorit. „Ich habe mir vom Turnier in Lissabon einen Magen/Darm-Infekt mitgebracht, der mir zu schaffen machte. Ich musste Antibiotika nehmen und wusste, dass ich mich auf keine langen Rallyes einlassen darf. Deshalb spielte ich alles oder nichts. Es hat funktioniert“, sagte Lenz, der nach 2012, 2014 und 2015 zum vierten Mal die Siegestrophäe mitnehmen durfte. Es waren nicht nur zwei unterschiedliche Spielertypen auf dem Platz, sondern auch zwei Tennisspieler, die auf unterschiedlichen Pfaden wandeln. Kai Wehnelt will künftig seinen Schwerpunkt auf die berufliche Laufbahn verlegen. Der Berliner machte 2012 mit 16 sein Abitur, kam dann nach Hessen, wo er ein Jahr lang in der Tennis-Academy von Alexander Waske weilte und für den TC Palmengarten in Frankfurt spielte. Vier Jahre lang studierte er danach in Übersee und spielte College-Tennis. „Da ich für eine Privatfinanzierung auf der Tour kein Geld habe, entschloss ich mich für eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Ich werde weiterhin Tennisspielen, aber nicht mehr so intensiv.“

Da trennen sich die Wege der Finalgegner. Auch Lenz hat vier Jahre College-Tennis hinter sich. Er hat sein BWL-Studium beendet und entschied sich jetzt, mit 24, für die Profi-Laufbahn. Mit zwei Turniersiegen in Tschechien übersprang er auf der Weltrangliste zuletzt 250 Plätze, ist jetzt Nummer 520 – so hoch wie noch nie. Trainer Jochen Müller traut ihm einen Sprung unter die Top 100 der Welt zu. „Wir müssen Geduld haben. Julian ist ein Späteinsteiger. Aber er hat das Zeug dazu“, meint Müller. Lenz selbst hat kurzfristigere Ziele: „Ich muss alles selbst finanzieren. Ende des Jahres will ich in den Top 400 stehen. Sollte es nicht klappen, denken wir über die Zukunft nach.“ Die 2000 Euro, die es für den Hessentitel gab, kommen ihm da gelegen. „Das war der Hauptgrund für mich, hier zu spielen. Mit der Siegprämie kann ich ein, vielleicht gar zwei Turniere finanzieren.“

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