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Quo vadis, Universe?

Die American Footballer der Frankfurt Universe stehen vor dem Aus. Denn der Stammverein kündigte mit sofortiger Wirkung den Vertrag mit der finanziell schwer angeschlagenen Frankfurt Universe Betriebs GmbH, die für den Spielbetrieb der ersten Mannschaft in der German Football League (GFL) zuständig ist. Dennoch könnte in der kommenden Saison im Stadion am Bornheimer Hang das „Ei“ fliegen.
Was wird aus der Frankfurt Universe? Der Stammverein will sich darum bemühen, dass in der nächsten Saison im Stadion am Bornheimer Hang Erstliga-Football steigt. Foto: Peter Hartenfelser (imago sportfotodienst) Was wird aus der Frankfurt Universe? Der Stammverein will sich darum bemühen, dass in der nächsten Saison im Stadion am Bornheimer Hang Erstliga-Football steigt.
Frankfurt. 

Die Frankfurt Universe hatte in den vergangenen Wochen für Aufsehen gesorgt. Weil der ambitionierte Erstligist zuletzt Neuzugänge wie am Fließband verpflichtete. Spieler, die bei den Anhängern Hoffnungen weckten. Hoffnungen, dass im dritten GFL-Jahr der Gewinn des German Bowl glücken könnte. Doch derzeit ist es völlig unklar, wie es mit dem Frankfurter Football weitergeht. Denn gestern teilte der Stammverein in einer Pressemitteilung mit, dass er den Vertrag mit der ausgegliederten Frankfurt Universe Betriebs GmbH (FUB) gekündigt habe. Die finanziellen Probleme veranlassten die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Dirk Arnold zu diesem drastischen Schritt.

Großinvestor soll helfen

„Die FUB GmbH ist derzeit handlungsunfähig“, heißt es in der Mitteilung. Die nötigen finanziellen Mittel für die GFL-Lizenz sowie einen neuen Stadionmietvertrag könnten nicht erbracht werden. „Der Verein sah sich unter Abwägung aller Faktoren gezwungen, diesen Schritt zu gehen, um die Zukunft des American Football in Frankfurt zu sichern“, erläutert Arnold. In den kommenden Tagen und Wochen will er sich nun darum bemühen, dass trotz der jüngsten Vorkommnisse in Frankfurt weiterhin Erstliga-Football gespielt wird. Einen Großinvestor soll es geben, doch Arnold wollte auf Nachfrage keinen Namen nennen. „Wir sind in Gesprächen mit einem Unternehmen, dass einen höheren sechsstelligen Betrag als Anschubfinanzierung zur Verfügung stellen könnte“, sagte Arnold.

Offen ist auch, ob die Universe eine neue GmbH gründen oder als eingetragener Verein in die Saison gehen will. Auch eine Spielstätte gibt es derzeit nicht. „Wir werden uns in den nächsten Tagen um alles kümmern“, so Arnold. „Das Ziel ist, dass das GFL-Team am Bornheimer Hang spielt.“ Viel Zeit bleibt den Verantwortlichen aber nicht, denn in dreieinhalb Wochen beginnt die Saison in Deutschlands höchster Spielklasse. Während sich das Erstliga-Team um Headcoach Brian Caler auf die neue Spielzeit vorbereitete, war es bis zuletzt unklar, wo die Mannschaft ihre Heimspiele austragen werden würde.

Urteil verschärft Situation

Denn die Universe hat Mietrückstände bei der FSV Frankfurt GmbH, die das Stadion am Bornheimer Hang betreibt. Und der FSV hatte angekündigt, dass erst dann ein neuer Kontrakt angeboten werde, wenn die ausstehenden 70 000 Euro beglichen sind. Zudem hätte die Universe die komplette Miete für die Saison 2018 im Voraus zahlen müssen.

Geld, dass die FUB GmbH um Geschäftsführer Michael Schwarzer nicht hat. Zuletzt hatte sich die ohnehin heikle Finanzlage verschärft, nachdem Ex-Geschäftsführer Matthias Mämpel vor zweieinhalb Wochen vor Gericht knapp 165 000 Euro erstritten sowie Pfändungsbefehl- und Überweisungsbeschlüsse erwirkt hatte. Der Unternehmer musste 2015 als Geschäftsführer der damaligen Frankfurter Football Betriebs GmbH (FFB) wegen Lizenzproblemen seinen Hut nehmen, ließ sich jedoch in seinem Auflösungsvertrag eine dauerhafte Beteiligung an Einnahmen zusichern, die Hauptsponsor Samsung den Frankfurter Footballern in die Kasse spült. Umgekehrt forderte die Universe fast 320 000 Euro, da Mämpel Zahlungen des Hauptsponsors einbehalten habe.

„Matthias Mämpel hat mit seinem Verhalten dem American Football in Frankfurt geschadet und die FUB GmbH handlungsunfähig gemacht“, meint Arnold. Dass Mämpel damals eine Beteiligung an künftigen Einnahmen aushandelte, wurde ihm angelastet. Er habe die Universe in einer Zwangssituation, als es um die nackte Existenz ging, ausgenutzt. Der Stammverein hätte „in den sauren Apfel“ beißen müssen, hieß es später.

Wie es mit der FUB GmbH weitergeht, scheint unklar. Geschäftsführer Michael Schwarzer war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. „Wir danken Michael Schwarzer und seinem Team sehr herzlich für ihr Engagement“, sagte Arnold und ergänzte: „Wir werden prüfen, inwiefern Herr Schwarzer in einer neuen Konstellation den Frankfurter Football unterstützen kann.“ Die nächsten Wochen werden zeigen, wohin der Weg der Frankfurt Universe überhaupt führen wird.

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