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Rallye Dakar in dünner Luft: Offroad-Abenteuer startet

Sechs Tage in der sauerstoffarmen Hochebene von Bolivien bedeuten Schwerstarbeit. Strapazen sind die Piloten bei der Rallye Dakar aber gewohnt. Die Gefahr fährt auch bei der 39. Auflage stets mit.
Stéphane Peterhansel ist bei der Rallye Dakar der Titelverteidiger. Foto: Nicolas Aguilera Stéphane Peterhansel ist bei der Rallye Dakar der Titelverteidiger. Foto: Nicolas Aguilera
Asunción. 

Die Luft wird dünn bei der Rallye Dakar. Von den zwölf Etappen des Offroad-Abenteuers über knapp 9000 Kilometer durch Paraguay, Bolivien und Argentinien müssen die Fahrer gleich sechs Tage im sauerstoffarmen Altiplano verbringen.

Auf mehr als 3000 Metern in der Hochebene von Bolivien wartet auf Dakar-Dauersieger Stéphane Peterhansel & Co. Schwerstarbeit. Der gigantische Tross startet an diesem Montag in Paraguays Hauptstadt Asunción in die aufregendste Rallye der Welt. Die Piloten und Crews werden von der 39. Auflage durch Sand und Staub erst am 14. Januar in Buenos Aires wieder von den Strapazen erlöst.

Als besonders hart gilt die neunte Etappe von Salta nach Chilecito. Sie wird „Super-Belén” genannt, weil sie um den Ort Belén führt und ist mit 977 Kilometern auch die längste Etappe für die fast 400 eingeschriebenen Fahrzeuge. „Das größte Problem bei der Dakar besteht für mich darin, über einen so langen Zeitraum konzentriert zu bleiben. Die Konzentration ist unheimlich wichtig”, beschrieb Peugeot-Fahrer Cyril Desprès eine der Herausforderungen.

Um sich auf die dünne Luft besser einstellen zu können, schlief der Franzose schon im Vorfeld nachts immer in einem Höhenzelt, das die Anpassung erleichtern soll. „An Dakar denke ich das ganze Jahr”, meinte Desprès über seine Vorbereitung auf die Rallye, die nun erstmals Paraguay zu ihrer Route zählt.

Das Rennen bedeutet auch immer Gefahr. Rund 70 Todesfälle wurden in der Historie der Rallye verzeichnet. Seit das Rennen 2009 nach Südamerika wechselte, kam in jedem Jahr mindestens ein Mensch während der PS-Hatz ums Leben. 2016 starb ein bolivianischer Zuschauer, der in Uyuni von dem Franzosen Lionel Baud angefahren wurde. Beim Start vor einem Jahr in Buenos Aires wurden 13 Zuschauer verletzt.

Beim Auftakt in Asunción werden nun auch Staatschef Horacio Cartes und sein bolivianischer Amtskollege Evo Morales erwartet. Rund 1000 paraguayische Polizisten sollen da für Sicherheit sorgen.

Von Beginn an werden die Blicke auf Titelverteidiger Peterhansel und Beifahrer Jean-Paul Cottret gerichtet sein. Der französische Peugeot-Pilot konnte 2016 nach sechs Siegen auf dem Motorrad auch zum sechsten Mal mit dem Auto die legendärste aller Rallyes gewinnen. „Ich weiß nicht, ob mir eine so große Motivation noch bleibt”, räumte Peterhansel 25 Jahre nach seinem ersten Dakar-Erfolg ein. Sebastien Loeb (Peugeot), Nasser Al-Attiyah (Toyota) und Carlos Sainz (Toyota) wollen den 51-Jährigen entthronen.

Mit acht Autos startet das Team X-raid aus dem hessischen Trebur. In den Minis sitzen unter anderen der Finne Mikko Hirvonen, Jazeed Al-Rajhi aus Saudi-Arabien und Co-Pilot Timo Gottschalk.

„In Südamerika werden dem Service und den Rennfahrzeugen lange Strecken bevorstehen und die fünf Tage in der Höhe sind eine große Herausforderung für alle Beteiligten”, sagte Teamchef Sven Quandt, nachdem im französischen Le Havre die Autos auf eine Fähre nach Südamerika verladen wurden.

(Von Martin Moravec und Juan Garff, dpa)
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