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Recks frostiger Abschied vom Bieberer Berg

Von Oliver Reck verabschiedet sich im letzten Heimspiel vom Offenbacher Publikum. Danach werden ihn nur noch die treuesten der treuen Fans beim letzten Saisonspiel des OFC am 12. Mai in Mainz erleben.
Offenbach. 

Wenn die Kickers heute um 19 Uhr in der Fußball-Regionalliga Südwest auf den VfB Stuttgart II treffen, ist das für Oliver Reck der letzte Auftritt als OFC-Trainer auf dem Bieberer Berg. Der auslaufende Vertrag des 52-Jährigen wird nicht verlängert. „Wir wollen unsere Zuschauer noch Mal richtig mitnehmen und erfolgreich spielen“, sagt der frühere Bundesliga-Torhüter, der keine öffentliche Verabschiedung wünscht. „Wir sind natürlich enttäuscht, dass es für die Aufstiegsspiele nicht gereicht hat und wollen unsere Fans mindestens im letzten Heimspiel noch einmal glücklich machen“, sagt Linksverteidiger Alexandros Theodosiadis.

Er und seine Mitspieler hätten lieber Reck glücklich gemacht. Denn die Mannschaft stand fast ausnahmslos hinter dem Trainer, den viele Spieler „Papa“ nannten. Darin unterschied sich Reck von Vorgänger Rico Schmitt, den er im Januar 2016 abgelöst hatte. Was die beiden Trainer gemeinsam hatten, war das getrübte Verhältnis zum Präsidium. Die Chemie zwischen Reck und Präsident Helmut Spahn sowie Sportdirektor Sead Mehic stimmte schon länger nicht mehr. Spätestens während des Winter-Trainingslagers war trotz der in Spanien herrschenden milden Temperaturen der Frost spürbar. Zu diesem Zeitpunkt standen die Kickers aber auf einem Aufstiegsplatz. Der Sprung in die 3. Liga hätte wohl eine Vertragsverlängerung mit dem Trainer zur Folge gehabt. So lange die Chance zum Aufstieg bestand, hielten die Verantwortlichen still.

Denn wer Erfolg hat, ist tabu. Und Erfolge konnte Reck lange vorweisen. In seiner ersten Saison holte er elf Siege aus 17 Spielen und brachte die Kickers auf Platz vier. Sein großer Verdienst war es, der Jugend eine Chance gegeben zu haben. Unter ihm wurden vorher kaum beachtete Spieler wie Jan-Hendrik Marx oder der mittlerweile in der 3. Liga bei Fortuna Köln spielende Robin Scheu zu Leistungsträgern. Recks Motto – wer gut trainiert, verdient einen Einsatz – war mit ausschlaggebend, dass die Offenbacher einen in der Breite ausgeglichenen Kader besaßen.

In der Saison 2016/2017 mussten Reck und seine Spieler nach einem zu spät erfolgten Insolvenzantrag, der neun Punkte Abzug zur Folge hatte, der Konkurrenz hinterher laufen. Dennoch wurde die Liga gehalten. Viele verkannten aber, dass die Kickers selbst ohne den Punktabzug über einen Mittelplatz nicht hinausgekommen wären. Vor dieser Saison sprach Spahn vom Aufstieg. Lange Zeit sah es auch so aus, als würde dieses Ziel erreicht werden. Doch der gegenüber der Vorsaison kaum veränderte Kader gab dies einfach nicht her. Dies offenbarte sich in den gesamten zweieinhalb Jahren unter Reck in den Partien gegen die jeweils drei besten Teams der Liga. Gewonnen wurde von 15 Begegnungen keine, verloren neun. Gerade in diesen Matches zeigte sich einige Male, dass der von Reck bevorzugte Offensivfußball für starke Gegner nicht gut genug war. Dies kostete den OFC den Aufstieg. Und Oliver Reck den Job.

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