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Respektvoll, aber ohne Angst

Von Auch die beiden Neu-Frankfurter Julian Zenger und Moritz Karlitzek haben den Sprung in den Kader für die Titelkämpfe geschafft.
Stark am Netz: Tobias Krick setzt sich auch im Nationaltrikot durch. Club- und Zimmerkollege Julian Zenger (rechts unten) hat ihn dabei im Blick. Foto: Oliver Baumgart (imago sportfotodienst) Stark am Netz: Tobias Krick setzt sich auch im Nationaltrikot durch. Club- und Zimmerkollege Julian Zenger (rechts unten) hat ihn dabei im Blick.
Frankfurt. 

Den Sommer hatte Tobias Krick sich anders vorgestellt. Nicht so anstrengend vor allem. Dennoch, betont der 18-Jährige, sei er froh, dabei zu sein bei allen Herausforderungen, denen sich die A-Nationalmannschaft der deutschen Volleyballer in diesem Jahr stellen muss. Ob World League, Weltmeisterschaftsqualifikation oder die seit gestern laufende Europameisterschaft in Polen – der Mittelblocker des Bundesligisten United Volleys Rhein-Main gehört zum Kern des Teams von Bundestrainer Andrea Giani.

Der Italiener hatte im Januar die Nachfolge des Belgiers Vital Heynen angetreten, der nach fast fünf Jahren beim Deutschen Volleyball-Verband (DVV) mit Rang fünf in London und WM-Bronze 2014 in diesem Olympiazyklus versuchen will, mit dem Nationalteam seines Heimatlandes an den Spielen teilzunehmen. Der neue Coach sah sich mit keiner leichten Situation konfrontiert. Die arrivierten Spieler zeigen sich der Einsätze für ihr Land ein wenig überdrüssig, zudem muss der schon längst fällige Neuaufbau konsequent vorangetrieben werden.

So finden sich in dem Kader, mit dem Giani die Gruppenspiele heute (20.30 Uhr) gegen sein eigenes Vaterland, am Sonntag gegen Tschechien sowie am Montag gegen die Slowakei angeht, sieben EM-Debütanten, darunter neben Krick auch dessen zukünftige Clubkollegen Julian Zenger und Moritz Karlitzek. Letzterer war erst auf die Schnelle, kurz vor den beiden gewonnenen Testspielen gegen Belgien am vergangenen Wochenende, nachnominiert worden, weil sich unter anderem der frühere Frankfurter Außenangreifer Moritz Reichert am Daumen verletzt hatte. Libero Zenger, Kricks Zimmerkollege auch bei Maßnahmen und Turnieren mit den DVV-Junioren, war bereits Ende Mai nachgerückt, nachdem Leonhard Tille ausfiel und Routinier Markus Steuerwald verkündet hatte, nach dem ersten WM-Qualifikationsturnier in Frankreich erst mal nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Für Krick, dem Giani schon früh offenbart hatte, ihn die ganze Zeit über dabei haben zu wollen, ist es ein schönes Gefühl, bekannte Gesichter um sich zu haben. Doch egal, wer da neben oder hinter ihm stehe: „Ich versuche immer, alles zu geben.“ Von den Großen seiner Zunft könne er vielleicht mehr lernen, „Respekt habe ich aber vor allen Spielern.“

Krick ist es gewöhnt, der Youngster zu sein. Das war er in den vergangenen zwei Jahren bei den United Volleys, und das wird er bei der EM voraussichtlich auch auf dem Feld sein. Denn Nesthäkchen Linus Weber wird bei normalem Turnierverlauf als einer von fünf Außenangreifern wohl kaum zum Zuge kommen. „Ich versuche mich so gut wie möglich zu integrieren“, sagt der 2,11 Meter lange Krick. „Und keine Angst zu zeigen.“

Frühes Bundesligadebüt

Dabei kann der Karriereverlauf des hoch gehandelten Talents schon beeindrucken. Vor zwei Jahren schlug der gebürtige Bingener erstmals in der ersten Liga auf, war im zweiten Jahr bereits Stammkraft und sorgte zuletzt regelmäßig mit dafür, dass die Gegner der Deutschen ihre Bälle nicht allzu oft auf den Boden bekamen. Gegen Belgien war Krick dabei mit zwölf Zählern sogar drittbester Scorer in seinem Team. „Das hat man nicht so oft als Mittelblocker“, gibt er zu. „Aber wichtiger war, dass das Team überzeugt hat.“ Und nun, nach dem bitteren Aus zuvor in der WM-Qualifikation, wieder mit mehr Selbstbewusstsein und Aggressivität in Stettin in die Gruppenspiele starten kann. Ob dann erst mal er oder der 14 Jahre ältere Michael Andrei neben Marcus Böhme (31) am Netz stehen wird, weiß Krick noch nicht. Aber auch von der Bank kommend, wäre er hundertprozentig motiviert.

Eine Verantwortung ist der mittlerweile 19-fache Nationalspieler im Übrigen schon wieder los. Als Jüngster der Auswahl habe er immer nach dem Training nach der Eisbox fragen oder sonstige kleine Aufgaben übernehmen müssen. Das obliegt jetzt Weber. Ganz befreit von der zusätzlichen Last ist Krick dadurch allerdings nicht: „Es gibt ja Sachen, die man nur zusammen tragen kann.“ Und dann muss auch er noch einmal ran.

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