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Gebürtige Wiesbadener feiert seinen WM-Titel in der Formel-1: Rosberg feiert seinen WM-Sieg - In Gedaken bei Schumacher

Während der gebürtige Wiesbadener seinen WM-Titel in der Formel 1 feiert, droht seinem Teamkollegen Lewis Hamilton Ungemach: Mercedes ist sauer auf den Briten.
Im Moment des Triumphs würdigt Nico Rosberg auch Michael Schumacher Foto: ANDREJ ISAKOVIC (AFP) Im Moment des Triumphs würdigt Nico Rosberg auch Michael Schumacher
Abu Dhabi. 

Vor dem ersten PR-Auftritt als Formel-1-Weltmeister in Malaysia dachte der von einer Zentner-Last befreite Nico Rosberg in seiner Triumph-Nacht auch an Michael Schumacher. „Ich hoffe, dass er es mitbekommt, dass ich hier gewonnen habe. Er hat auch einen Anteil an diesem Erfolg“, zollte der aus dem Schatten seines Mercedes-Rivalen Lewis Hamilton getretene Deutsche dem Rekordchampion Respekt. „Er war drei Jahre hier, hat gepusht, dass das Team vorankommt. Es war ein sehr interessantes Erlebnis, mit Sicherheit habe ich von diesem Erlebnis einiges auf den Weg mitgenommen“, beschrieb Rosberg den Wirkungsgrad Schumachers.

Von Rosberg ist mit dem Zitter-Titel von Abu Dhabi riesiger Druck abgefallen. Endlich bezwang er Hamilton in einem WM-Duell, endlich ist er die Vergleiche mit seinem Vater Keke los, der 1982 Weltmeister wurde. „Das war sicher meine beste Saison und ich bin meine besten Rennen gefahren. In den letzten Rennen hat man aber nicht den wahren Nico gesehen, weil dich der Druck einbremst“, sagte der gebürtige Wiesbadener. „Das ist eine Erfahrung mehr, die mich stärker macht.“

Völlig verdient stürzte sich Rosberg mit Frau Vivian und Freunden in einen Partymarathon. Bis weit in den Morgen gab die Weltmeister-Crew im Golf Club Yas Links unweit der Rennstrecke Vollgas – Ständchen zu „We are the Champions“ auf der Bühne inklusive. „Über Jahre war Rosberg ein unterbewertetes Talent, nun bekommt er die Anerkennung, die er verdient“, würdigte ihn „The Telegraph“. Der „Corriere dello Sport“ schrieb: „Rosberg – der normale König.“

Extra: Vettel will 2017 die Lücke endlich schließen

Am Ende dieser Horror-Saison hatte Sebastian Vettel doch noch sein Lachen wiedergefunden. In Abu Dhabi gratulierte der Ferrari-Pilot dem neuen Weltmeister Nico Rosberg aufrichtig, er freute sich

clearing

Womöglich war es für Rosberg die letzte Chance, im mit Abstand besten Auto die WM zu holen. 2017 soll eine Regelform den Branchenprimus einbremsen. Die Autos werden breiter und schneller, der Wettbewerb soll enger werden.

Hamilton ignoriert Team

Hamilton wird seinem Sturz vom WM-Thron mit neuer Entschlossenheit begegnen. „Ich freue mich schon auf den Fight mit ihm“, verkündete der britische Abu-Dhabi-Sieger. Wie tief die Wut über den Verlust der WM-Krone bei Hamilton sitzt, zeigte sich schon in den Schlussrunden auf dem Yas Marina Circuit. Stur ignorierte er die Anweisungen von der Box, schneller zu fahren, weil er in der schwindenden Hoffnung auf den Titel seinen Verfolger Rosberg in weitere Zweikämpfe mit Sebastian Vettel und Max Verstappen verwickeln wollte. Intern droht Hamilton dafür noch eine Strafe. Denn der Brite widersetzte sich dabei der Anweisung seines Teams per Funk, Gas zu geben. Hamilton habe mit seinem Verhalten „auch den Sieg für Mercedes gefährdet“, kritisierte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, „wir haben Anweisungen gegeben, die hat Lewis ignoriert. Damit hat er auch einen Präzedenzfall für die Zukunft geschaffen: Wenn wir so weitermachen, würde das totale Anarchie bedeuten. Da werden wir deshalb schon dazwischenhauen.“

Prompt spekuliert die englische Presse über heftige Konsequenzen. Der Boulevard hält gar eine Entlassung für zumindest möglich. Ein Rauswurf und auch eine Sperre sind allerdings kaum denkbar. Der dreimalige Weltmeister Hamilton ist weiter ein wichtiger Angestellter des Mercedes-Werksteams, sein Vertrag läuft wie bei Rosberg bis 2018. Sportlich ist und bleibt der Brite der vielleicht talentierteste Fahrer im Feld, als globale Marke ist Hamilton zudem ein wichtiger Werbeträger. Zudem erscheinen wirklich harte Sanktionen unverhältnismäßig. Mercedes wollte sich auf Anfrage zu den Spekulationen nicht äußern.

Wiesbaden plant Empfang

Die Stadt Wiesbaden will einen Empfang für Rosberg vorbereiten. „Er bekommt von uns jetzt ein Glückwunschschreiben verbunden mit einer Einladung“, sagte eine Sprecherin. Ob und wann der gebürtige Wiesbadener Zeit habe, die Stadt zu besuchen, sei noch offen. Ein Eintrag ins Goldene Buch der Landeshauptstadt sei mit dem Empfang jedoch nicht verbunden. Hier hatte sich Rosberg bereits 2012 verewigt.

(dpa,sid)
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