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Philosophie stimmt: Rote Teufel lassen junge Spieler Reifen

Von Der EC Bad Nauheim hat einen neuen Trainer für sein DEL 2-Team gefunden: Gestern präsentierten die Roten Teufel Christof Kreutzer.
Steht jetzt bei den Roten Teufeln Bad Nauheim in der Verantwortung: Trainer Christof Kreutzer (rechts). Foto: JOACHIM STORCH (Joachim Storch) Steht jetzt bei den Roten Teufeln Bad Nauheim in der Verantwortung: Trainer Christof Kreutzer (rechts).
Bad Nauheim. 

Der erste Eindruck, nach der Vorstellung von Christof Kreutzer als Trainer der Roten Teufel Bad Nauheim: Es handelt sich um eine Liebesheirat. Geschäftsführer Andreas Ortwein sprach vom Wunschtrainer, der nach dem unerwarteten Abgang von Petri Kujala als Erster angesprochen wurde und der nach der Beurteilung der 35 Kandidaten auf den Trainer-Job in der Wetterau auch am Ende klar der beste Bewerber war. Er entspräche genau der Anforderung: Kreutzer trägt das Konzept der Nauheimer mit, ist zweisprachig (Deutsch/Englisch) und kennt sich im deutschen Eishockey aus. Deshalb habe man ihm einen Zwei-Jahres-Vertrag gegeben.

Ein gutes Gefühl

Der neue Mann an der Bande sparte auch nicht mit Komplimenten: „Als ich heute die Stadtgrenze passierte, hatte ich schon das Gefühl, nach Hause zu fahren. Ich werde selbstverständlich in Bad Nauheim auch leben. Ich bin Eishockey-Trainer, kein Fernfahrer.“ Er vertraue sehr auf seine ersten Eindrücke bei Verhandlungen. „Hier hatte ich sofort ein gutes Gefühl“, betont Deutschlands Trainer des Jahres 2016. „Ich kann mich noch an meine Jugendzeit erinnern, als Bad Nauheim an der Brehmstraße die Festung Düsseldorf erstürmte. Dort habe ich auch mit den Flemming-Brüdern gespielt, die die Stadt am Rhein zwar super schön fanden, die aber bei Weitem nicht „mit ihrer gemütlichen Heimatstadt zu vergleichen war“.

Das Engagement in der DEL 2 sei keine Herabstufung. „Es ist eine Herausforderung. Die DEL2 ist eine Top-Liga, in der immer mehr Spitzenspieler aktiv sind“, so der 50-Jährige, der gleich die Gründe nannte, die für seine Zusage ausschlaggebend waren. „Sie verfolgen hier meine Philosophie. Statt der Arbeit mit fertigen Spielern lässt man hier junge Spieler durch intensive Arbeit reifen.“ Dies habe er schon als Trainer der Düsseldorfer EG erfahren, als Förderlizenzspieler von dort in die Kurstadt geschickt worden sind. An dieser Kooperation mit seinem früheren DEL-Verein werde sich nichts ändern.

Nach einer einjährigen Pause brennt er auf seine Tätigkeit. „Ich hatte das Glück, in der Stadt, in der ich als Spieler groß geworden bin, auch als Chef-Trainer anfangen zu können. So etwas ist ein Traum, der nur den wenigsten erfüllt wird.“ In Düsseldorf war er nebenbei auch Sportdirektor. Diese Doppelbelastung würde er nie mehr auf seine Schulter laden. „Nach meiner Beurlaubung vor einem Jahr brauchte ich schon etwas Zeit, um mit der Tatsache fertig zu werden. Gleichzeitig merkte ich aber auch, wie ausgelaugt ich war, wie viel Energie ich verbraucht hatte. Inzwischen bin ich ausgeruht, bin richtig energiegeladen.“

Dass die Erwartungen nach Rang fünf – die beste Platzierung in der 2. Liga seit 2004 – zu hoch sein werden, schrecke Kreutzer nicht ab. „Düsseldorf habe ich als Schlusslicht übernommen. Da hieß es: Mindestens Platz zehn, also die Pre-Play-offs erreichen. Wir wurden Fünfte. Und da hörte ich mancherorts: Weshalb wurde das Heimrecht im Viertelfinale verpasst?“

Jetzt geht’s um den Kader

Über die Ziele für die nächste Saison will er erst sprechen, wenn die Mannschaft steht. Im Moment sind unter Vertrag lediglich der neue Torwart Jonathan Boutin, als sein Backup der nach einer einjährigen Kreuzbandriss-Pause genesene Routinier Jan Guryca, die Verteidiger Daniel Stiefenhofer, Garret Pruden und Jannik Woidtke, sowie die Stürmer Radek Krestan, Maximilian Brandl und Nico Kolb. „Wir waren erfolgreich, wollen deshalb sicher viele Spieler weiter an uns binden. Aber das soll der Trainer entscheiden“, sagt Team-Manager Matthias Baldys. Als Abgänge vermeldet wurden Marcel Brandt (Straubing), Noreddine Bettahar (Iserlohn), Harry Lange (wird Co-Trainer von Kreutzer), Felix Bick, Dominik Meisinger und Ansgar Preuß (alle Ziel unbekannt). Torwart Bick, so wird spekuliert, könnte ebenso zu den Löwen Frankfurt wechseln wie der kanadische Topscorer Cody Sylvester.

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