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Handball: Rotzfrech: Das Tor des Jahres

Berit Mies von der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt erzielte das „Tor des Jahres 2016“. Für unsere Zeitung versuchte die Handballerin im Training, den Treffer aus 15 Metern zu wiederholen. Gar nicht so leicht, wie sich herausstellte.
Selbstversuch: Im Training probierte Berit Mies ihren Treffer noch mal nachzuahmen. Bilder > Foto: Marcel Lorenz Selbstversuch: Im Training probierte Berit Mies ihren Treffer noch mal nachzuahmen.
Bad Soden. 

Kurz hinter der Mittellinie macht Berit Mies (20) noch zwei schnelle Schritte, reißt währenddessen ihren Wurf-Arm hoch und lässt dann den Ball in Richtung Tor sausen. Mit einem lauten Klatschen prallt das Geschoss von der Oberkante des Gehäuses ab und fliegt von dort ins Toraus. „So einen Wurf kann man eigentlich nicht gezielt wiederholen“, erklärt die Spielerin der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus und meint damit den Treffer, der ihr im vergangenen Oktober gegen die TSG Leihgestern gelang. Dort platzierte sie das Rund aus gut 15 Metern im linken, oberen Knick, Sekunden vor Ablauf der Spielzeit. „Der Vater einer Mitspielerin hatte die Szene mit dem Handy aufgenommen und alle haben gleich gesagt, dass wir das Video für die Wahl zum Tor des Monats einreichen müssen“, berichtet Mies. Gesagt, getan. Am Schluss setzte sie sich souverän mit über 30 Prozent bei der Abstimmung durch und gewann die Auszeichnung.

Doch beim Tor des Monats blieb es nicht. Kürzlich wurde Mies’ Traumtor sogar zum schönsten des Jahres gekürt. 33,83 Prozent aller Stimmen gingen an die Bad Sodenerin, einzig nominierte Frau. Der nächstbeste Mann kam auf 27,58 Prozent. „Ich find’ das cool“, sagt Mies, „das ist schon eine besondere Ehre, die nicht jeder Spielerin vergönnt ist.“ Was sie gedacht hat, als sie im Oktober des vergangenen Jahres einfach mal abzog? „Ganz ehrlich“, gesteht die sympathische junge Frau grinsend, „in dem Moment ist mir eigentlich gar nichts durch den Kopf gegangen“. Die Spieluhr war bei vier Sekunden, ein Pass zu einer Mitspielerin hätte nichts mehr gebracht, also habe sie einfach mal drauf gehalten. „Die gegnerische Torfrau sah da nicht gut aus, weil sie vollkommen überrascht war“, urteilt Mies, „aber man muss zu ihrer Verteidigung auch sagen, dass schon die Vorderleute den Ball hätten abwehren müssen.“

Taten sie aber nicht. Deshalb durfte die Mannschaft der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt jubeln, wie man auf dem Video, das auf YouTube fast 2500 Aufrufe hat, sehen kann. Alle klatschen oder heben vor Freude die Faust in die Luft. Alle, außer der Schützin selbst. „Ich habe das Ganze erst eine Weile nach dem Spiel realisiert“, berichtet Mies. Ein vergleichbares „Rotz-Tor“, wie sie den Treffer selbst bezeichnet, gelang ihr zuvor nur einmal, und zwar in der C-Jugend. Wieviel Geschick und Glück es für solche Tore braucht, zeigt sich im Training. Da versucht Mies, das Tor noch einmal nachzustellen. Dem Lattentreffer folgen noch zwei weitere, erfolglose Versuche aufs leerstehende Gehäuse, dann winkte sie ab. „Das wird nix“, stöhnt sie und muss lachen.

Vielleicht hebt sich Berit Mies eine Wiederholung aber auch nur für die neue Spielzeit auf. In der Handball-Landesliga geht es für die U23 der neugegründeten FSG Ober-Eschbach/Vortaunus ab September wieder los. Mies erwartet eine noch schwerere Saison als im Vorjahr, wo ihr Team letztlich erfolgreich gegen den Abstieg kämpfte. Das soll trotz des gestiegenen Niveaus der Konkurrenz diesmal vermieden werden, sagt sie. „Wir hoffen auf einen Platz im unteren Mittelfeld“, erklärt Mies, „ich persönlich denke, dass es sogar einfach nur das Mittelfeld werden könnte.“ Wie in den Jahren zuvor sieht sie den Kader trotz der vielen jungen Spielerinnen gut aufgestellt. „Das war immer so, seitdem ich im Verein bin“, lobt Berit Mies die Verantwortlichen. Deswegen habe sie sich auch noch nie Gedanken über einen Wechsel gemacht. Gut so, denn mit ihr würde der Club nicht nur eine torgefährliche Werferin, sondern auch ein echtes Urgestein verlieren.

Zwei Schwerpunkte: Handball und Studium

Seit ihrem vierten Lebensjahr spielt Berit Mies Handball bei der TG Bad Soden – und das erfolgreich. Zweieinhalb Jahre gehörte sie ab der C-Jugend der Hessenauswahl an, 2012 gewann sie mit der

clearing

 

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