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Rückreise als Krankentransport: BVB verlässt Trainingslager

Der hohe Krankenstand trübte die ansonsten positive Bilanz. Beim Rückflug vom Trainingslager in Spanien waren gleich neun erkrankte BVB-Profis an Bord. Trainer Peter Stöger hofft auf rasche Genesung.
Kapitän Marcel Schmelzer sorgt sich um den Betriebsfrieden bei Borussia Dortmund. Foto: Guido Kirchner/ Kapitän Marcel Schmelzer sorgt sich um den Betriebsfrieden bei Borussia Dortmund.
Malaga. 

Die Rückreise glich einem Krankentransport. Mit gleich neun blassen, von einem Magen-Darm-Virus betroffenen Profis und zwei verletzten Spielern bestieg der BVB am Dienstag vier Stunden früher als ursprünglich geplant in Malaga den Flieger nach Dortmund.

Die hinteren Reihen der Maschine waren für die vom Infekt betroffenen Profis reserviert - sie sollten in möglichst großer Entfernung zu den Gesunden im vorderen Bereich sitzen.

Das unglückliche Ende des Trainingslagers von Marbella konnte die Zuversicht von Peter Stöger vor dem Rückrundenstart am 14. Januar gegen Wolfsburg jedoch nicht trüben. „Wir hoffen, dass im Laufe der Woche wieder alle dazukommen”, kommentierte der Fußball-Lehrer die angespannte Personallage, „ich glaube dennoch, dass die sechs Tage für uns hier wichtig waren, um uns näher kennenzulernen.”

Anders als in der hektischen Phase kurz nach seinem Amtsantritt beim Tabellendritten kurz vor der Winterpause mit Englischen Wochen erhielt der Bosz-Nachfolger an der Costa del Sol Gelegenheit zu längeren Trainingseinheitren und Einzelgesprächen. Was der Österreicher auf dem Rasen zu sehen bekam, erhöhte seine Vorfreude auf die zunächst nur bis zum Sommer befristete Amtszeit beim BVB. „Das ist ein ausgezeichneter Kader. Ich brauche im Grunde nichts dazu”, antwortete er auf Fragen nach etwaigen Wintertransfers für die in der Hinserie über Wochen kriselnde Mannschaft.

Die Rückkehr der von Verletzungen genesenen Stammkräfte wie Mario Götze, Lukasz Piszczek und Gonzalo Castro, die am Montag beim abschließenden Test gegen den belgischen Erstligisten Zulte Waregem (3:2) erstmals seit langer Zwangspause wieder zum Einsatz gekommen waren, festigte Stögers Vertrauen in das Team.

Besonders erfreut war der Coach über die Fortschritte bei Marco Reus, der gut sieben Monate nach seinem Kreuzbandriss ebenfalls nicht mehr weit von einem Comeback entfernt scheint. „Dass die Jungs, die lange raus waren, eine echte Option sind, das ist nach den paar Tagen in Marbella eigentlich die wichtigste Erkenntnis”, kommentierte Stöger.

Wie schon in seinen ersten BVB-Wochen legte er auch in Spanien seinen Fokus auf eine Stabilisierung der unter Vorgänger Peter Bosz wackeligen Defensive. Weltmeister Götze stellte gar eine merkliche Kurskorrektur bei der für ihre Offensivkraft bekannte Borussia in Aussicht: „Es muss die Prämisse sein, kein Gegentor zu bekommen. Vorne haben wir genug Qualität, Tore zu erzielen.”

Es sprach für die Gelassenheit von Stöger, dass er der Aufregung um Pierre-Emerick Aubameyang nichts abgewinnen konnte. Weder die verspätete Anreise des zuvor zur Wahl des afrikanischen Fußballers des Jahres eingeladenen Torjägers nach Marbella noch dessen Idee, einen Teil seiner Familie im Team-Hotel einzuquartieren, gab dem Coach zu denken.

Die Schlagzeilen in einigen Medien über die angeblich neueste Provokation des für seine Eskapaden bekannten Angreifers hielt er für überzogen: „Ich habe die Familie die ganze Zeit nicht gesehen. Ich könnte noch nicht einmal sagen, dass sie wirklich im Hotel waren. Ich habe andere Jungs gesehen, die haben sich mit Leuten irgendwo im Café getroffen. Für mich ist das kein so großes Thema.”

Einige Profis sahen den jüngsten Auftritt von Aubameyang jedoch weniger entspannt. Kapitän Marcel Schmelzer ist es wichtig, über solche Themen zu reden. „Wir als Mannschaft haben oft darüber gesprochen”, sagte er, „es sind für uns so kleine Störfeuer, die einfach, wenn man sie nicht löscht und darüber spricht, zu einem Riesen-Brand werden.”

(Von Heinz Büse, dpa)
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