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Doping: Russland könnte noch längerer IOC-Bann drohen

Der Dopingverdacht gegen einen russischen Curler sorgt in Pyeongchang für Wirbel. Die Russen selbst spekulieren über Sabotage.
Das Doping-Labor der Olympischen Winterspiele in Seoul: Hier könnte Alexander Kruschelnizki endgültig überführt werden. Foto: Ahn Young-Joon (AP) Das Doping-Labor der Olympischen Winterspiele in Seoul: Hier könnte Alexander Kruschelnizki endgültig überführt werden.

Die hoch brisante Doping-Affäre um den russischen Curling-Medaillengewinner Alexander Kruschelnizki gefährdet die schnelle Rückkehr Russlands in die olympische Familie. Das Internationale Olympische Komitee drohte am Montag mit möglichen „Konsequenzen“, sollten die Olympischen Athleten aus Russland durch ein Dopingvergehen gegen die vor den Winterspielen festgelegten Verhaltensregeln verstoßen. Am Samstag will die IOC-Exekutive darüber entscheiden, ob die Russen wieder unter eigener Flagge an der Olympia-Schlussfeier teilnehmen dürfen.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS leitete am Montag offiziell ein Verfahren gegen Kruschelnizki ein. Russischen Medien zufolge soll dem Bronze-Gewinner im neuen Mixed-Wettbewerb der Curler die Einnahme der verbotenen Substanz Meldonium in der A-Probe nachgewiesen worden sein.

Wie der CAS mitteilte, wird sich die Ad-hoc-Kammer mit dem Fall beschäftigen. Die Anhörung ist wohl für Dienstag geplant, wenn das Ergebnis der B-Probe vorliegt. Kruschelnizki hat Doping bestritten.

Der Fall birgt großen Sprengstoff. Russlands Nationales Olympisches Komitee ist derzeit wegen des systematischen Doping-Betrugs bei den Heimspielen in Sotschi 2014 vom IOC suspendiert. In Südkorea dürfen die Sportler des Landes nur unter neutraler Flagge und ohne eigene Hymne starten. Das IOC hatte nach einem Prüfverfahren einer Reihe von russischen Topstars die Olympia-Teilnahme verweigert.

Eine Kommission unter Vorsitz von IOC-Mitglied Nicole Hoevertsz begutachtet während der Winterspiele, ob sich die Russen an einen vom IOC aufgestellten Verhaltenskodex halten. „Sollte der Fall bestätigt werden, wird die Bewertungskommission dies berücksichtigen“, sagte IOC-Sprecher Mark Adams. Die IOC-Exekutive entscheidet auf Empfehlung der dreiköpfigen Gruppe, ob die Suspendierung von Russlands NOK vor der Schlussfeier am Sonntag aufgehoben wird.

Meldonium war zumindest bis 2014 besonders in Russland häufig unter den für Doping genutzten Mitteln. Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hatte hohen Missbrauch der Substanz in verschiedenen Sportarten festgestellt und den Wirkstoff auf die seit 1. Januar 2016 gültige Verbotsliste gesetzt. Unter anderem Tennisstar Maria Scharapowa war wegen der Einnahme von Meldonium gesperrt worden. „In jeder Situation beschädigt eine positive Dopingprobe den Ruf eines Sportlers, eines Verbands, der Sportnation“, sagte Konstantin Wybornow, der Sprecher des OAR-Teams. Kruschelnizki und seine Frau Anastassija Brysgalowa hatten sich im erstmals bei Winterspielen ausgetragenen Mixed-Wettbewerb der Curler Platz drei gesichert. Zu den ersten Berichten über einen Dopingverdacht hatte der 25-Jährige der Zeitung „Sport-Express“ gesagt: „Ich weiß von nichts.“

Russlands Curling-Verbandschef Dmitri Swischtschow nährte die Spekulationen um Sabotage. „Es könnte irgendetwas im Team während des Trainingslagers vorgefallen sein, oder jemand wollte aus politischen Gründen ein bestimmtes Ziel erreichen“, sagte Swischtschow der Nachrichtenagentur AP.

Sportler aus Russland gehörten IOC-Medizindirektor Richard Budgett zufolge im Vorfeld der Spiele zu den am meisten getesteten Athleten. Der bislang einzige Dopingfall in Pyeongchang war der Japaner Kei Saito.

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