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Deutscher Meister: SG Flensburg-Handewitt kommt zitternd zum Titel

Die SG Flensburg-Handewitt ist zum zweiten Mal deutscher Handball-Meister. Die Norddeutschen ließen in einem nervenaufreibenden Schlussakt Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen hinter sich.
Startschuss zur Meister-Party: Die Spieler der SG Flensburg-Handewitt feiern die deutsche Meisterschaft. Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Mario M. Koberg (imago sportfotodienst) Startschuss zur Meister-Party: Die Spieler der SG Flensburg-Handewitt feiern die deutsche Meisterschaft.
Flensburg. 

Nach der Zitterpartie auf dem Parkett hatte der neue deutsche Handball-Meister SG Flensburg-Handewitt selbst beim Feiern noch so seine Probleme. Die obligatorische Sektflasche ließ sich erst im zweiten Versuch öffnen, Maskottchen „Sigi, die Möwe“ kam auf dem rutschigen Hallenboden im Siegestaumel mächtig ins Straucheln. Doch als SG-Kapitän Tobias Karlson die Meisterschale hochriss, war der erkrampfte 22:21 (12:12)-Arbeitssieg gegen Göppingen abgehakt. Und während das norddeutsche Nebelhorn durch die Flens-Arena dröhnte und der scheidende Rückraumstar Thomas Mogensen per Megafon den Siegestanz seiner Teamkollegen begleitete, war der zweite Meistertitel nach 2004 im hohen Norden Deutschlands angekommen.

Mit einem Punkt Vorsprung retteten sich die Schleswiger ins Ziel, der 28:25-Erfolg von Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen gegen Leipzig blieb letztlich wertlos. „Man hat gemerkt, wie viel Druck die Jungs hatten. Ich bin stolz, wie sie das gemacht haben“, sagte Flensburgs Trainer Maik Machulla: „Wir waren so oft kurz davor. Für die Fans und die Stadt ist das ein besonderer Tag.“ Ex-Weltmeister Holger Glandorf fügte hinzu: „Es war sehr zäh, aber das ist total egal. Wir sind deutscher Meister.“

Nach dem ersten Titel 2004 war der Champions-League-Gewinner von 2014 siebenmal Vizemeister geworden. Und auch am Sonntag standen die Flensburger kurz vor einem bitterbösen Erwachen, ein Remis hätte nicht zum Titel gereicht. Mit dem Triumph vor Augen, agierte die SG phasenweise wie gelähmt, fahrig und zum Teil übernervös. Die Platzherren vergaben viele freie Würfe gegen Göppingens Torwart Primoz Prost und versäumten es ein ums andere Mal, in der Verteidigung kräftig zuzupacken.

In dieser Phase bangte und haderte auch Dierk Schmäschke. Um so gelöster war der SG-Geschäftsführer und Ex-Nationalspieler, als der knappe Sieg unter Dach und Fach war, und wies auf die historische Dimension dieses Erfolges hin: „Wir haben 14 Jahre darauf hingearbeitet, unser Image des ewigen Zweiten vergessen zu machen.“

Die 6300 Zuschauer in der seit Wochen ausverkauften Flens-Arena staunten nicht schlecht, dass keine der beiden Mannschaften in der ersten Halbzeit mehr als ein Tor Vorsprung herauswarf. Erst in der 43. Minute führte die SG erstmals mit mehr als einem Treffer (17:15).

Dabei waren die Gäste stark ersatzgeschwächt und lediglich mit sieben Feldspielern und zwei Torhütern in den hohen Norden gereist. Trainer Rolf Brack hatte seinem Team daher verständlicherweise eine eher behäbige Spielweise verordnet, die aber bis zur letzten Sekunde dazu ausreichte, den hohen Favoriten nie entscheidend wegziehen zu lassen.

Möglich gemacht hatte den Flensburger Triumph auch eine Schwächephase des Vorjahresmeisters im Liga-Endspurt. Zwischen dem 31. und dem 33. Spieltag holten die Mannheimer lediglich einen Zähler und büßten damit einen Vier-Punkte-Vorsprung auf den neuen Titelträger ein.

Hüttenberg steigt ab

Derweil sind der TV Hüttenberg und der TuS N-Lübbecke nach nur einer Saison wieder abgestiegen. Lübbecke rutschte durch ein 27:30 beim TBV Lemgo am letzten Spieltag noch auf den vorletzten Tabellenplatz ab. Auch Hüttenberg muss nach dem Durchmarsch von der Dritten in die Erste Liga nach einem 23:28 in Berlin direkt wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Gerettet ist hingegen der dritte Aufsteiger Eulen Ludwigshafen: Durch ein 32:29 gegen den HC Erlangen zogen die Ludwigshafener noch an Lübbecke vorbei.

Meister und Vize-Meister sind für die Champions League qualifiziert. Im EHF-Pokal starten die Füchse Berlin als Titelverteidiger, der TSV Hannover-Burgdorf als Verlierer des deutschen Pokalfinales, der SC Magdeburg als Tabellenvierter sowie Kiel als Fünfter.

Mehrere Flensburger Leistungsträger nahmen mit dem Titel ihren Abschied. Keeper Andersson beendet mit 40 Jahren seine Laufbahn, andere Leistungsträger wie Mogensen, Henrik Toft Hansen, Jacob Heinl und Kentin Mahe setzten ihre Karriere an anderer Stelle fort.

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