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Leichtathletik: Schon zehn Hessen für die Europameisterschaften im August nominiert

Von Ein großer Teil des Aufgebotes für die Leichtathletik-EM in der Hauptstadt wurde bereits benannt. Doch nicht jeder Startplatz ist schon fest vergeben.
Titelverteidigerin: Gesa Felicitas Krause nach ihrem EM-Sieg 2016 in Amsterdam. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Titelverteidigerin: Gesa Felicitas Krause nach ihrem EM-Sieg 2016 in Amsterdam.
Frankfurt. 

Noch knapp vier Wochen dauert es, bis bei den Heim-Europameisterschaften der Leichtathleten vom 6. bis 12. August in Berlin der erste Startschuss fällt. Doch obwohl der Nominierungsprozess des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) noch nicht abgeschlossen ist und das endgültige Team erst nach den nationalen Titelkämpfen am 21. und 22. Juli in Nürnberg feststeht, können sich schon jetzt zehn Hessen überlegen, was sie in ihren Koffer für die Reise in die Hauptstadt packen wollen.

Früh ihrer Sache sicher sein durfte sich Katharina Heinig. Die Läuferin der LG Eintracht empfahl sich mit ihrem deutschen Meistertitel in 2:29:29 Stunden im heimatlichen Frankfurt im vergangenen Oktober für den Marathon zwischen Gedächtniskirche und Brandenburger Tor. Doch musste die 28-Jährige in diesem Jahr einen weiteren Leistungsnachweis erbringen. Den gab sie im Februar beim Halbmarathon in Barcelona ab und kann sich seitdem ganz auf das Rennen am Abschlusstag der EM konzentrieren.

Siebenkämpferin Carolin Schäfer ließ es unerwartet spannend werden: Die WM-Zweite erlaubte sich beim Traditionsmeeting im österreichischen Götzis ungewöhnliche drei Fehlversuche mit der Kugel. Doch in Ratingen machte die Frankfurterin das Missgeschick wieder wett und unterstrich mit 6549 Punkten ihre Medaillenambitionen für Berlin.

Start bei DM ist Pflicht

Während diese beiden Sportlerinnen ihr Ticket in der Tasche haben, müssen alle anderen acht nach Norm-Erfüllung bereits benannten Hessen in Nürnberg zumindest antreten und in die Wertung kommen, um die Fahrt an die Spree fest zu buchen. Für 10 000-Meter-Läuferin Natalie Tanner gilt allerdings, dies auf der nur halb so langen Distanz zu tun. Denn auf der Hauptstrecke der Eintracht-Athletin, die in den USA lebt und dort Ende März in Stanford in 32:36,15 Minuten eine neue Bestzeit ablieferte, wurde über die Titel bereits Mitte Mai in Pliezhausen entschieden.

Dort hatte sich bei den Männern auch der eigentlich als Mittelstreckler bekannte Homiyu Tesfaye der Herausforderung gestellt. Der zuletzt bei internationalen Meisterschaften unglücklich agierende Frankfurter wollte auf eine längere Distanz wechseln. Doch sowohl über 10 000 als auch 5000 Meter brach er die geplanten Angriffe auf die Norm vorzeitig ab. Zu Hause bleiben muss der 25-Jährige deshalb nicht: Die Richtzeit über 1500 Meter hat der deutsche Hallenrekordler nach 3:36,03 Minuten bei einem Meeting in Nancy in der Tasche und will es in Nürnberg über 5000 Meter auch noch einmal wissen. Ebenfalls über 1500 Meter ist seine Vereinskollegin und frühere EM-Silbermedaillengewinnerin Diana Sujew bei einem Meeting Anfang Juni in Polen in 4:05,95 Minuten und damit ihrer besten Zeit seit vier Jahren zur Norm getrabt.

Titelverteidigerin Krause

Die blaue Laufbahn des Olympiastadions dürfen weitere Hessen betreten: der für den Wiesbadener LV startende Marc Reuther, der gleich beim Saisondebüt im niederländischen Hengelo in 1:45,42 Minuten über 800 Meter die vom DLV gesetzte Schranke durchbrach. Der Friedberger Steven Müller, der in 20,46 Sekunden über 200 Meter in Mannheim Richtung Berlin gesprintet war. Und natürlich die für den Verein Silvesterlauf Trier startende Titelverteidigerin Gesa Felicitas Krause, die die Pflichterfüllung über 3000 Meter Hindernis Ende Mai in Rom mit 9:39,52 Minuten abhakte. Als Europameisterin von 2016 wäre die 25-jährige Frankfurter anderenfalls aber auch per Wildcard zu einem weiteren Griff nach Gold berechtigt gewesen.

Aus der am Main beheimateten Viertelmeiler-Gruppe von Bundestrainer Volker Beck hat bisher lediglich der deutsche Überraschungsmeister des Vorjahres, Luke Campbell von der LG Eintracht Frankfurt, Anfang des Monats in der Schweiz in 49,14 Sekunden den direkten Weg zum Saisonhöhepunkt eingeschlagen. Trainingspartner Georg Fleischhauer, 2012 noch EM-Sechster, kommt derweil nicht so recht auf Touren.

Interessant ist der Kampf über die 100 Meter. Die unter dem Label des Sprintteam Wetzlar geführten Frankfurter Michael Pohl – mit dem neuen Landesrekord von 10,22 Sekunden – und Kevin Kranz, der bei den deutschen U-23-Meisterschaften in Heilbronn für die gleiche Strecke 10,24 Sekunden brauchte, haben beide die Richtzeit auf dem Konto. Doch die Entscheidung um die Einzel- und Staffelstartplätze, vor der die beiden Hessen auf den Plätzen drei und sechs der Rangliste liegen, fällt erst in zehn Tagen bei den deutschen Meisterschaften.

Der EM-Zug abgefahren ist für Zehnkämpfer Dennis Hutterer. Mit seinen 8032 Punkten von den gewonnenen Landesmeisterschaften vor der Haustür liegt der Darmstädter zwar über der geforderten Mindestpunktzahl, aber hinter sieben anderen DLV-Athleten. Da nur ein Trio mit nach Berlin reisen darf, kann der 22-Jährige schon mal für das nächste Jahr planen.

Ein bisschen Hoffnung dürfen sich vielleicht noch Stabhochspringer Gordon Porsch aus Friedberg und der Königsteiner Weitspringer Gianluca Puglisi machen. Für drei international erfahrenere Hessen steht das Aus derweil verletzungsbedingt fest: Siebenkämpferin und Weitspringerin Claudia Salman-Rath, die nach einer Knieoperation schon zu Jahresbeginn die Sommersaison strich, Hürdensprinter Matthias Bühler (beide LG Eintracht Frankfurt), der wegen Rückenproblemen pausiert, sowie die flinke Frankfurter Sportstudentin Lisa Mayer, die an ihrem lädierten Oberschenkel laboriert.

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