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Radsport: Schwerer Sturz überschattet Sagans Triumph in Roubaix

Der dreimalige Weltmeister Peter Sagan hat beim Früjahrsklassiker Paris-Roubaix einen seiner größten Siege errungen. Allerdings bangt die Radsport-Welt um den Belgier Michael Goolaerts.
Peter Sagan (vorne) auf einer Kopfsteinpflasterpassage Foto: Pool Bernard Papon (BELGA) Peter Sagan (vorne) auf einer Kopfsteinpflasterpassage
Roubaix. 

Überglücklich und mit der legendären Pflasterstein-Trophäe im Arm verneigte sich Peter Sagan vor dem Publikum. Die Ovationen im altehrwürdigen Velodrome von Roubaix hatte sich der Kapitän der deutschen Mannschaft Bora-hansgrohe redlich verdient. Nach einer Soloshow in der „Hölle des Nordens“ gewann Sagan erstmals die „Königin der Klassiker“ und feierte einen der größten Siege in seiner Laufbahn.

„Ich bin unheimlich glücklich, ich hatte keinen Platten und keinen Sturz. Meine Teamkollegen haben riesig gearbeitet“, sagte der erschöpfte Sagan in seinem dreckverschmierten Weltmeister-Trikot. Im Moment der Triumphs, den der 28-jährige Slowake ausgelassen bejubelte, ahnte er nichts vom Sturz-Drama um den belgischen Radprofi Michael Goolaerts, der in ernstem Zustand im Krankenhaus von Lille lag. Wie die Organisatoren am Sonntagabend mitteilten, sei Goolaerts Verfassung lebensbedrohlich.

Herzstillstand nach Sturz

Nach 257 Kilometern, insgesamt 29 der gefürchteten Kopfsteinpflasterpassagen und fast sechs Fahrstunden, kam gestern der Schweizer Meister Silvan Dillier (AG2R) auf Platz zwei, der Sagan lange Paroli geboten hatte und erst im Sprint auf dem Bahnoval in Roubaix unterlag.

Nachrichten über den Gesundheitszustand des 22-Jährigen Goolaerts sickerten gestern Abend nach und nach durch. Der Fahrer aus dem zweitklassigen Team Veranda’s Willems-Crelan musste nach einem Sturz auf einer Kopfsteinpflasterpassage gut 148 Kilometer vor dem Ziel noch an der Strecke wiederbelebt werden, teilten die veranstalter mit. Mit einem Hubschrauber wurde Goolaerts in ein Krankenhaus in Lille geflogen. Wie Goolaerts genau zu Fall kam, war zunächst unklar. Der Sturz war von den Kameras nicht eingefangen worden.

Die deutschen Fahrer um den Roubaix-Sieger von 2015 John Degenkolb und den viermaligen Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin spielten im Finale keine Rolle im Kampf um den Sieg. Der Eschborner Martin fuhr stark, hatte aber nach einem unverschuldeten Sturz keine Chance mehr. Er wurde von einer Kettenreaktion in der Spitzengruppe umgerissen und schlug hart auf dem Asphalt auf. Dennoch fuhr er bis ins Ziel, wo er 72. wurde.

Degenkolb enttäuscht

Für Degenkolb lief nichts zusammen. Gut 50 Kilometer vor dem Ziel hatte der Oberurseler bereits Schwierigkeiten, das Tempo des Hauptfeldes zu halten. Er hatte auch viel Kraft für seinen belgischen Trek-Teamkollegen Jasper Stuyven (5.) verbraucht. Am Ende trudelte Degenkolb 3:07 Minuten nach Sagan als 17. ins Ziel. Damit war das missratene Frühjahr für den Klassikerspezialisten perfekt. Schon nach einer Bronchitis Anfang März hatte er bereits Mailand-Sanremo verpasst und am vergangenen Sonntag bei der Flandern-Rundfahrt ebenfalls keine Rolle gespielt. Auf Rang sieben gelang Klassiker-Talent Nils Politt (Köln) ein beeindruckendes Ergebnis. „Das ist ein Traum“, sagte der 24-Jährige aus dem Team Katusha-Alpecin.

Das Finale eröffnete Sagan viel früher als erwartet. Mit einer Attacke auf dem Pave-Abschnitt Mons-en-Pevele, einer von drei der schwierigsten Kategorie etwa 50 Kilometer vor dem Ziel, überraschte er seine Konkurrenten. Statt wie sonst eher abwartend zu fahren, übernahm der 28-Jährige die Initiative selbst und war nicht mehr zu stellen.

(sid,dpa)

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