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Eishockey: Sieggaranten: Mülleimer-Ritual und Psycho-Spiel

Deutschland steht wie schon 2016 wieder im Viertelfinale der Eishockey-WM. Das 4:3 nach Penaltyschießen in der Entscheidungspartie gegen Lettland war am Dienstag ein Nervenspiel. Dass Deutschland es gewann, hatte entscheidend mit Felix Schütz und Marco Sturm zu tun.
Nach dem Sieg gegen Lettland lauschten die Spieler glücklich der deutschen Nationalhymne. Foto: Monika Skolimowska Nach dem Sieg gegen Lettland lauschten die Spieler glücklich der deutschen Nationalhymne. Foto: Monika Skolimowska
Köln. 

Ein seltsames Mülleimer-Ritual und ein Psycho-Spielchen als Erfolgsfaktoren: Stürmer Felix Schütz und Bundestrainer Marco Sturm haben auf unterschiedliche Weise entscheidend zum WM-Viertelfinaleinzug des deutschen Eishockey-Nationalteams beigetragen.

Beim 4:3-Penaltydrama im entscheidenden Vorrundenspiel am Dienstagabend gegen Lettland war es ausgerechnet Schütz - einer der größten WM-Enttäuschungen bislang -, der die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) 33 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit überhaupt in die Verlängerung rettete.

„Es ist in meiner Karriere immer so, dass ich ein glückliches Händchen habe, wenn es drauf ankommt. Heute schon wieder”, sagte der Torschütze zum 3:3. Dieses Glück beschrieb der Angreifer des schwedischen Clubs Rögle BK später mit einem „garbage-goal” („Müll-Tor”). Aus seiner Zeit als Jungprofi in Nordamerika schaute sich der inzwischen 29-Jährige ein Ritual ab, bei dem selbst Bundestrainer Sturm - immerhin deutscher NHL-Rekordspieler - etwas irritiert dreinblickte. Auch der starke NHL-Keeper Philipp Grubauer von den Washington Capitals war verwundert. „Manche Spieler haben komische Rituale”, sagte der Nationaltorwart.

„Ich habe mich das ganze Turnier schon schwer damit getan, Tore zu machen. Jetzt habe ich heute den Schläger mal in die Mülltonne gesteckt”, erklärte Schütz. Vor dem Entscheidungsspiel um die Viertelfinal-Teilnahme und in jeder Drittelpause wiederholte er dies. Bis er eben sein „garbage-goal” schoss. „Es hat geklappt. Das sollte ich vielleicht im nächsten Spiel wieder machen”, meinte Schütz.

Dann geht es am Donnerstag (20.15 Uhr) im Viertelfinale gegen Titelverteidiger Kanada. Ein schier übermächtiger Gegner. Doch Sturm hat nach dem glücklichen, aber nicht unverdienten Erfolg gegen die Letten nun sogar Hoffnung mit Blick auf den ungleichen Kampf. „Wir brauchen uns nicht verstecken, wir haben eine tolle Gruppe”, sagte der 38-Jährige, der mit einem Psychospiel vor dem Match die Letten verwirrt hatte. Die angegebene Aufstellung stimmte nicht ansatzweise mit den tatsächlichen Spielerblöcken überein.

„Wir waren heute die Heim-Mannschaft und das sind halt so kleine Sachen”, bestätigte Sturm mit einem breiten Grinsen seinen Trick. Er ging auf. Im ersten Drittel waren die Letten Deutschland mit unerwarteten Reihen hoffnungslos unterlegen. Erst im zweiten Drittel wurden die Balten stärker und verlangten Deutschland alles ab.

(dpa)
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