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Fußball: Skibbe träumt von der WM

Michael Skibbe übernahm die griechische Nationalmannschaft am Tiefpunkt. Der Deutsche stabilisierte das Team und kämpft nun in den Play-offs gegen Kroatien gar um das WM-Ticket. Bei den Hellenen werden Erinnerungen an Otto Rehhagel wach.
Gastiert heute mit Griechenland in Kroatien: Michael Skibbe. Foto: Dan Himbrechts (AAP) Gastiert heute mit Griechenland in Kroatien: Michael Skibbe.
Athen/Berlin. 

Die entscheidenden Tipps für die Rettung des griechischen Fußballs holte sich Michael Skibbe bei keinem Geringeren als „König Otto“ persönlich. „Am Rande eines Spiels in Leverkusen sagte mir Otto Rehhagel, wie er den Verband damals vorgefunden, welche Dinge er umgestellt hat. Das habe ich in meine Überlegungen einfließen lassen“, sagte Skibbe der Berliner Morgenpost. Als Nationaltrainer in Griechenland trat der 52-Jährige vor rund zwei Jahren in die mächtigen Fußstapfen Rehhagels, doch zu groß waren sie nicht. Aus der einstigen Trümmer-Truppe formte er innerhalb kurzer Zeit einen ernsthaften WM-Kandidaten.

„Dass die griechische Nationalmannschaft zu dem Zeitpunkt so weit unten war, wie man weiter unten nicht sein kann, hat die Aufgabe eher vereinfacht. Es konnte ja nur aufwärts gehen“, sagte Skibbe vor dem Hinspiel der WM-Play-offs am Donnerstag (20.45 Uhr) in Kroatien. Der ehemalige Trainer der Frankfurter Eintracht spricht von einem dunklen Kapitel in der Geschichte des Europameisters von 2004. Als Tabellenletzter waren sie in der Qualifikation zur EM 2016 kläglich gescheitert, zweimal versagten die Griechen gegen die Hobby-Fußballer von den Färöern (0:1, 1:2). Im Oktober 2015 kam Skibbe und setzte zur Generalüberholung an, verjüngte die Mannschaft stark. Und es lohnte sich. Als Zweiter seiner Quali-Gruppe erstritt sich Griechenland das Recht, gegen die Kroaten um das Ticket zur WM-Endrunde in Russland zu ringen. Um das zu schaffen, gilt die Marschroute, mit der Rehhagel die Mannschaft 2004 zum EM-Wunder geführt hatte. Erstmal hinten dicht machen.

Schweizer zittern vor den Nordiren

Neun Siege aus zehn Spielen – trotzdem zittert die Schweizer Fußball-“Nati“ in den WM-Play-offs. Die Eidgenossen haben Deutschlands Gruppengegner Nordirland vor der Brust – und jede Menge Arbeit.

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„Meine Spieler mit extrem hohem internationalen Niveau spielen nun einmal vor allem in der Defensive. Da wäre es ja dumm, wenn ich das nicht nutzen würde“, sagte Skibbe. Sinn macht es schon. Das offensivstarke Kroatien mit Powerfußball überraschen zu wollen, kann nicht der Plan sein. Das weiß auch der Trainer: „Die Kroaten sind ein unglaublich erfahrenes Team mit Stars wie Modric, Rakitic oder Mandzukic – sie sind klarer Favorit.“

Gegen die kroatischen Spitzenkicker, in deren Reihen nach zwei Jahren Pause auch Eintracht-Stürmer Ante Rebic steht, fehlt Skibbe am Donnerstag sein bester Verteidiger. Konstantinos Manolas vom AS Rom hatte sich beim 2:1-Sieg auf Zypern am vorletzten Spieltag der WM-Qualifikation mittels Zeitspiels eine Gelbsperre für das abschließende 4:0 gegen Gibraltar eingehandelt. Die Fifa sah in Manolas’ Handeln Vorsatz und sperrte ihn für eine weitere Partie. Skibbe regte sich über die vermeintliche Willkür des Weltverbandes auf.

Erfahrung in den Play-offs hat Skibbe bereits. Wenn auch unter anderen Vorzeichen. An der Seite des damaligen Teamchefs Rudi Völler betreute er die deutsche Mannschaft in den K.o.-Spielen zur WM 2002 in Südkorea und Japan. „Mit den Play-offs 2002 von Deutschland gegen die Ukraine ist das nicht zu vergleichen. Da hatten Teamchef Rudi Völler und ich als Trainer richtig Druck“, sagte Skibbe. Am Ende fuhr Deutschland zur WM und wurde Vize-Weltmeister.

Das Hinspiel am Donnerstag, das Rückspiel am Sonntag – dann ist klar, ob Griechenland in den Playoffs gegen Kroatien zum vierten Mal eine WM-Endrunde erreicht. Und ob Trainer Michael Skibbe 16 Jahre nach dem verlorenen WM-Finale mit Deutschland sein Comeback geben darf.

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