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Olympia: So hat Frankfurt die deutschen Olympia-Helden empfangen

Von Laura Dahlmeier freut sich auf Ruhe, Bob-Olympiasiegerin Mariama Jamanka findet es „echt Wahnsinn“, und die Bundeskanzlerin will einige Briefe schreiben.
Goldiges Paar: Aljona Savchenko und Bruno Massot. Bilder > Foto: Arne Dedert (dpa) Goldiges Paar: Aljona Savchenko und Bruno Massot.
Frankfurt. 

Schnell sind sie. Immer noch. Auch nach Olympia. Vier Minuten früher als geplant setzten die deutschen Wintersport-Helden gestern wieder auf heimischem Boden auf. Als die Maschine nach knapp 10:45 Stunden Flug am Nachmittag in Frankfurt landete, brandete nicht nur unter den Sportlern im Flieger Beifall auf. Hunderte Fans und viele Familienmitglieder verfolgten die Landung nebenan im Flughafen-Gebäude auf Bildschirmen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte dort gemeinsam mit Flughafen-Betreiber Fraport einen großen Empfang vorbereitet. Ein Radiosender heizte die Stimmung mit Party-Songs an, auf TV-Schirmen flimmerten zudem immer wieder die Höhepunkte der Winterspiele von Pyeongchang.

Bilderstrecke Deutsches Olympia-Team in Frankfurt gelandet
Das erfolgreiche deutsche Olympia-Team ist in der Heimat gelandet. Die aus Südkorea kommende Lufthansa-Maschine LH713 mit mehr als 150 Sportlern, Trainern und Funktionären an Bord setzte am Montag um 16.41 Uhr pünktlich in Frankfurt auf. Im Anschluss ging es direkt aus dem Flieger zu einem Empfang im Flughafen. Team Deutschland hatte bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang mit 31 Medaillen (14 Gold, 10 Silber, 7 Bronze) für das erfolgreichste Abschneiden seit der Wiedervereinigung gesorgt.

Keine dreiviertel Stunde später waren sie da. Olympiasieger Eric Frenzel, Goldmedaillengewinnerin Aljona Savchenko und freilich auch die Eishockey-Cracks, auf die die meisten Fans warteten. „Der ganze Aufmarsch hier, das ist schon speziell. Das haben wir nicht alle Tage“, sagte Kapitän Marcel Goc strahlend mit der Silberplakette um den Hals. Kein Sportler hatte seine Medaille vor dem Abflug morgens um 5:45 Uhr in Südkoreas Hauptstadt Seoul im Koffer verstaut. „Wir haben unsere Medaillen im Flugzeug im Handgepäck gelassen“, berichtete der nordische Kombinierer Frenzel, der gleich zweimal Gold und Bronze mit sich führte.

Es war ein Wiedersehen mit großen Gefühlen. Viele Sportler wie Eishockey-Star Christian Ehrhoff nahmen auf dem roten Teppich als erstes ihre Kinder auf den Arm. Andere Athleten staunten über das große Medien-Interesse, das sie aus ihren Disziplinen kaum gewohnt sind. 80 Journalisten waren akkreditiert, 37 davon alleine auf dem Rollfeld. „Das ist echt Wahnsinn“, sagte Bob-Olympiasiegerin Mariama Jamanka. Bei Eishockey-Crack Moritz Müller kamen „bei der Landung heimatliche Gefühle hoch“. Er wurde in Frankfurt geboren.

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So groß das Glück auch war – so groß war zugleich die Müdigkeit. Die letzte Feier abends zuvor im Deutschen Haus war noch einmal besonders intensiv verlaufen – angeheizt von den Eishockey-Cracks. Entsprechend gerädert waren die knapp 90 der insgesamt 154 deutschen Athleten, die morgens in den Flieger gestiegen waren. „Die erste Hälfte des Fluges haben wir wohl alle verpasst. Da war es ziemlich ruhig“, sagte Goc grinsend. „Ich habe auf dem Flug versucht, viel Schlaf nachzuholen“, erzählte Jamanka. Immerhin waren einige munter genug, um im Cockpit bei Flugkapitän Rolf Rehm vorbeizuschauen.

Besonders froh, wieder zu Hause zu sein, schien Laura Dahlmeier. „Ich freue mich auf ein bisschen Ruhe und Abstand vom Biathlon“, sagte die zweifache Olympiasiegerin. „Das tut gut.“ Rückblickend habe sie „unheimlich schöne Gefühle, weil Olympia so positiv war“.

Ehrhoff verrät Geheimnis

Christian Ehrhoff verriet sogar noch ein kleines Erfolgsgeheimnis der Eishockey-Helden. In der Umkleidekabine hätte das Team von Bundestrainer Marco Sturm stets ein Plakat mit dem Wort „Glaube“ in Übergröße an die Wand gehängt. „Die Idee kommt von unserem Mentalcoach“, so Ehrhoff. „Das war für uns wichtig, weil wir Außenseiter waren und an uns glauben mussten.“

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Dass das Ehrhoff-Team beim Finale gegen Russland dann noch einen TV-Marktanteil von 51,2 Prozent erzielte und damit sogar die erfolgsverwöhnten Biathleten (47 Prozent als Bestwert) überflügelten, freute Ehrhoff besonders. „Das macht uns natürlich sehr stolz, dass wir zu Hause viele Leute mitreißen konnten.“

Dazu gehörte offenbar auch Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin will jedem deutschen Athleten, der Edelmetall gewann, mit einem persönlichen Schreiben gratulieren, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer mit. Insgesamt hatte Deutschland 31 Medaillen geholt – 14-mal Gold, zehnmal Silber und siebenmal Bronze.

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