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Sport in Frankfurt: Spiele an Weihnachten? Gerne!

Wenn viele Sportarten Pause machen und so mancher Sportler unter dem Weihnachtsbaum die Füße hochlegt, geht es zwischen den Jahren für andere erst richtig zur Sache.
Sein großes Glück: Eishockey-Profi Wade  MacLeod mit seinem drei Monate alten Töchterchen Ava. Bilder > Sein großes Glück: Eishockey-Profi Wade MacLeod mit seinem drei Monate alten Töchterchen Ava.
Frankfurt. 

Wir wollten wissen, wie wichtig diese Zeit für die Vereine ist und haben nachgehakt bei den Eishockey-Löwen Frankfurt (DEL2), den Fraport Skyliners (1. Basketball-Bundesliga) und den United Volleys (1. Bundesliga). Lohnen sich diese Spiele sportlich und finanziell? Und wie sehen die Spieler das? Wie erleben sie Weihnachten, wenn sie als Profi fern der Heimat in Deutschland sind? Auch da haben wir nachgefragt und mit Wade MacLeoud (Löwen), Shawn Huff (Skyliners) und Lincoln Williams (United Volleys) gesprochen.

Über die Weihnachtstage arbeiten? Manchen Menschen macht das tatsächlich große Freude. Etwa den Club-Bossen vieler Sportvereine. Sie sehnen diese Tage sogar regelrecht herbei. „Diese Zeit ist super wichtig. In fast allen Ländern sind die Termine zwischen Weihnachten und Neujahr die besten überhaupt“, meint Gunnar Wöbke, der Geschäftsführer des Basketball-Bundesligisten Fraport Skyliners. Auch Andreas Stracke, Gesellschafter und Marketingchef der Löwen Frankfurt Eishockey-Betriebs GmbH, ist die Vorfreude anzumerken. „Für uns ist es ein Segen“, sagt Stracke. Beide Clubs bestreiten nicht nur am zweiten Weihnachtsfeiertag Spiele. Sie sind auch noch vor Silvester in ihren Ligen im Einsatz.

Der Grund liegt auf der Hand. Die Spiele zwischen den Jahren sind stets gut besucht, oft sogar ausverkauft. Und das liegt nicht unbedingt daran, dass „König Fußball“ in dieser Zeit pausiert. „Das hat damit nichts zu tun. Unsere Aufmerksamkeit wächst nicht, weil der Fußball pausiert“, meint Wöbke. „Es liegt vielmehr daran, dass die Leute über Weihnachten ein, zwei Tage zu Hause waren und nichts gemacht haben. Sie sind froh, dann wieder etwas unternehmen zu können“, beschreibt Wöbke den Hintergrund der guten Publikums-Resonanz an diesen Tagen. Es falle dabei nicht ins Gewicht, dass freilich einige Leute verreist sind.

Die Skyliners empfangen am kommenden Dienstag (15 Uhr) den Bundesliga-Tabellenletzten Tübingen. Eigentlich kein namhafter oder sonderlich „attraktiver“ Gegner. Aber die Arena dürfte sehr gut gefüllt sein. „In dieser Zeit ist es gar nicht so super wichtig, gegen wen man spielt. Gegen Tübingen wären an einem anderen Termin sicher weniger Leute gekommen“, glaubt Wöbke. Die Eishockey-Löwen freuen sich nach der Partie am Dienstag in Ravensburg (18.30 Uhr) auf das Heimspiel am Donnerstag (28. Dezember, 19.30 Uhr) gegen die Lausitzer Füchse. „Die Spiele sind sehr gut besucht, die Stimmung in den Hallen ausgezeichnet. Da ist es völlig egal, ob die Begegnungen unter der Woche oder am Wochenende oder am 2. Weihnachtsfeiertag angesetzt sind“, sagt Stracke.

Finanziell interessant

Vor allem aus finanzieller Sicht sind die Spiele daher für die Clubs interessant. Denn freilich sind die Eintrittskarten eine wichtige Einnahmequelle. Zusätzliche Sponsoren seien für diese Spiele hingegen kaum zu generieren, meint Wöbke. „Die Sponsorensuche dauert im Regelfall drei bis sechs Monate.“ Für Gespräche mit möglichen Geschäfts-Partnern seien die Spiele auch nicht geeignet. „Denn an den Feiertagen arbeiten die Leute nicht.“ Die Spiele sind in erster Linie ein Familien-Event. „Es ist eine willkommene Möglichkeit, gemeinsam mit den Kindern und Partnern hinzugehen“, betont Löwen-Gesellschafter Stracke.

Wie Kneipe an Silvester

Schon am 30. Dezember sind seine Eishockey-Cracks wieder im Einsatz, „leider“ auswärts beim EHC Bayreuth. Die Skyliners treten am 29. Dezember in Würzburg an. Auch dort erwarten die Gastgeber jeweils ein volles Haus. „Diese Spiele sind in der Regel überall gut besucht. Das ist in allen Ländern so und gilt über alle Sportarten“, meint Wöbke und ergänzt: „Wenn man da nicht spielt, dann ist das, als würde man an Silvester ein Restaurant oder eine Kneipe zumachen.“ In der US-Profiliga NBA wird mit Ausnahme des 24. Dezember jeden Tag Basketball gespielt. Das Eishockey-Pendant NHL pausiert lediglich vom 24. bis 26. Dezember.

Etwas differenzierter beurteilen die United Volleys Rhein-Main die Situation. „Man kann es so oder so sehen“, meint Team- und Partnermanager Henning Wegter. „Bei uns waren die Begegnung in der Adventszeit schlecht. Bis in den Abend hinein gingen die Menschen einkaufen, am Sonntag gab es Familientreffs.“ Seine Mannschaft ist in der nächsten Woche „nur“ einmal im Einsatz: am 28. Dezember bei den Netzhoppers in Bestensee. Wegter hofft auf einen großen Zuschauer-Zuspruch, wenn am 3. Januar das Heimspiel in der Fraport Arena gegen den VfB Friedrichshafen ansteht. „Es ist noch Urlaubszeit, die Menschen sind nach den Feierlichkeiten vielleicht froh, ein Event mitzuerleben.“

So wird gespielt

Drei Vereine, dreimal volles Programm zwischen den Jahren und gleich nach Silvester. So sieht das Programm von Löwen, Skyliners und United Volleys aus:

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MacLeod, Williams, Huff – ein bemerkenswertes Trio

  Wade MacLeod: Der Kampfgeist des 30 Jahre alten Kanadiers ist beeindruckend.

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Skyliners-Profi Shawn Huff an Weihnachten 2016 mit Ehefrau Tilda und seinen beiden Kindern.
„Wir schauen uns über Skype gegenseitig zu, wie ...

Ist es selbstverständlich für einen Profi, der im Ausland spielt, an Weihnachten nicht zu Hause sein zu können?

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