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Steffen verpasst Finale - Olympische Nullnummer droht

Schlappe 54,42 Sekunden im Vorlauf - und nach weiteren zu langsamen 54,18 im Halbfinale waren für Olympiasiegerin Britta Steffen die 100 Meter Freistil vorbei. Den deutschen Schwimmern droht jetzt eine olympische Nullnummer wie 1932 bei den Spielen in Los Angeles.
Britta Steffen. Foto: dpa Britta Steffen. Foto: dpa
London. 

Die große Zeit von Britta Steffen über 100 Meter Freistil ist vorbei. Nach 54,18 Sekunden und Rang zwölf war für die Doppel-Olympiasiegerin das Halbfinale am Mittwochabend im Aquatics Centre Endstation. Zwar bleibt der 28-Jährigen noch das Rennen über 50 Meter Freistil, doch in der gezeigten Form ist die Weltrekordlerin in London chancenlos. So droht den deutschen Schwimmern droht eine olympische Nullnummer wie 1932 in Los Angeles.

Lange schaute Britta Steffen im Wasser auf die Anzeigetafel, bis sie sich aus dem Becken quälte. Auf einem Tisch vor den TV-Interviewern sitzend verfolgte sie das zweite Halbfinale, das ihr Aus besiegelte. "Vielleicht ist meine Zeit einfach vorbei, was die 100 Meter betrifft", sagte sie - und das mit einem Lächeln. "Es ist nicht so hart zu akzeptieren. Auch wenn ich nicht dabei sein kann, freue ich mich, morgen zuzuschauen." Daniela Schreiber scheiterte als 15. in 54,39 Sekunden ebenfalls klar am Einzug in den Endlauf.

Mit ihrer Jahresbestzeit von 53,65 Sekunden aus dem Staffel-Rennen der Deutschen Meisterschaft im Mai in Berlin wäre Steffen als Fünfte in den Endlauf eingezogen. "Ins Finale zu kommen wäre schon ein Riesenerfolg, das muss man an der Stelle schon deutlich vermerken", hatte die Berlinerin nach dem bereits enttäuschenden Vorlauf erklärt.

Steffen hatte das vorzeitige Ende auf ihrer Lieblingsstrecke früh vorhergesehen. Nach Rang 14 und 54,42 Sekunden schwante ihr, dass sie wenige Stunden später "vielleicht nicht mehr zur Weltspitze" gehören würde. Doch auch damit könne sie "ganz gut leben", bemerkte die Berlinerin.

Weder der WM-Medaillentrumpf Paul Biedermann noch die höher eingeschätzte Britta Steffen stachen. Vielleicht gelingt ihr über 50 Meter oder einer Lagen-Staffel noch der "Lucky Punch". Aber auf den ersten Blick ist niemand in Sicht, der wie in Helsinki 1952 wenigstens eine Bronzemedaille holt. In Peking vor vier Jahren hatte Steffen mit Doppel-Gold die Bilanz der deutschen Schwimmer gerettet.

Das gelang für Ungarn in London auch über 200 Meter Brust Daniel Gyurta. Der Weltmeister holte mit Weltrekord von 2:07,28 Minuten die erste Schwimm-Medaille für die bisher so enttäuschten Ungarn.

Zwar kam Britta Steffen nach dem Krankheitsjahr 2010 wieder zurück, holte in Europa und auch national Titel. Bei den Europameisterschaften auf Lang- und Kurzbahn allerdings nicht gegen die ganz große Konkurrenz. Die WM 2011 in Shanghai ging mit fluchtartiger Abreise nach dem Vorlauf völlig in die Hose - und trotz des Optimismus, den sie verbreitete, lief es auch über die 100 Meter in London nicht. Dabei hatte sie aus dem vierwöchigen Trainingslager auf Teneriffa Mut für Olympia geschöpft. "Es kann noch mal richtig, richtig gut werden", hatte sie gesagt - ein Trugschluss.

Fair verhielt sie sich aber schon nach der Vorlauf-Enttäuschung. Von der "Sportlerin des Jahres 2008" gab es Lob für die Konkurrenz. "Ich erkenne einfach an, dass die anderen wahnsinnig schnell schwimmen und das gefällt mir. Ich finde es saugut, dass die Entwicklung weiter geht", betonte die Doppel-Weltmeisterin von 2009.

Dass der Druck nach den Enttäuschungen der ersten Tage besonders groß gewesen sei, empfand Steffen "nicht, weil man kann die Leistung der anderen nicht beeinflussen. Ich kann auch nur mein eigenes Zeug machen." Wie bei Freund Paul Biedermann reichte das nicht zu einer Medaille. "Es ist schwer für mich, die Situation gerade zu verkraften, wie das gelaufen ist", sagte der Olympia-Fünfte.

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