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Super Cup sechster Triumph der Zizou-Ära für Real

Real Madrid holt Titel am laufenden Band. Allein seit der Amtsübernahme von Trainer Zidane vor knapp 20 Monaten sind es sechs. Niemand gewann mit Real so schnell so viel. Nach dem Supercup-Triumph gegen ManUnited stehen Toni Kroos & Co aber vor einer heißen Aufgabe.
Die Spieler von Real Madrid jubeln über ihren Sieg beim Super Cup. Foto: Boris Grdanoski Foto: dpa Die Spieler von Real Madrid jubeln über ihren Sieg beim Super Cup. Foto: Boris Grdanoski
Madrid. 

Mit Toni Kroos holte Champions-League-Sieger Real Madrid dank eines 2:1 über Manchester United im mazedonischen Skopje zum vierten Mal den europäischen Supercup - zum dritten Mal in den letzten vier Jahren.

Für den deutschen Weltmeister war es in drei Jahren bei den Königlichen bereits der siebte Titelgewinn. Fans und Medien liegen den Real-Profis zu Füßen. „Siegesmaschine”, titelte die Zeitung „Marca”. Kroos posiert auf Twitter im schicken Anzug mit dem 12,2 Kilogramm schweren Pott unterm Arm, streckt vier Finger aus und setzt eine coole Miene auf. Aber keine Worte, kein Triumphgeheul. Eher „business as usual”.

„El País” bezeichnete Kroos & Co. nach dem 88. Titelgewinn für Real als „siegessüchtig”. Wenn dieses Attribut für jemanden gilt, dann wohl für Trainer Zinédine Zidane. Seit seiner Amtsübernahme als Nachfolger des gefeuerten Rafa Benítez im Januar 2016 führte der Franzose seine Schützlinge zu sechs Titeln. Niemand gewann in der 115-jährigen Geschichte des Clubs so schnell so viel. Satt ist der 45-Jährige aber noch lange nicht: „Wir alle haben noch viel Hunger, meine Spieler wollen alles gewinnen”, sagte der Weltmeister von 1998 nach dem Abpfiff.

In der ewigen Rangliste der Real-Trainer liegt „Zizou” schon auf Platz vier hinter Miguel Muñóz (14 Titel), Luis Molowny (8) und Vicente del Bosque (7). Der nächste Triumph liegt gleich um die Ecke: Schon am Sonntag tritt der Primera-División-Meister bei Pokalsieger FC Barcelona zum Hinspiel um den spanischen Supercup an. Der Sieger wird am nächsten Mittwoch im Bernabéu-Stadion feststehen. Der jüngst aus dem Urlaub zurückgekehrte Weltfußballer Cristiano Ronaldo, der gegen seinen Ex-Club erst in der 83. Minute eingewechselt wurde, wird gegen den Erzrivalen wohl wieder von Anfang an spielen.

Zidane blickte in der Nacht des Triumphes gegen ManUnited und gegen José Mourinho, mit dem er vor einigen Jahren als Technischer Direktor bei Real zusammengearbeitet hatte, bereits Richtung Camp Nou. Er weiß: Auch als Dauersieger darf man sich bei Real kaum Ausrutscher leisten. Schon gar nicht gegen die Katalanen. Kein Wunder, dass er in Skopje auch und vor allem in Richtung der eigenen Profis mehrfach den „nächsten Sonntag” erwähnte. „Auf uns wartet am nächsten Sonntag ein sehr schweres Spiel”, sagte er zum Beispiel.

Nach dem Gewinn des englischen Supercups im vergangenen Jahr hätte Manchester-Coach Mourinho gern auch diese Saison mit einer Trophäe gestartet. Doch mit dem Auftritt seiner Mannschaft war er trotz der Niederlage zufrieden. „Meine Jungs haben Grund, enttäuscht zu sein, weil verlieren enttäuschend ist”, erklärte der frühere Real-Coach. „Aber sie können auch optimistisch und stolz sein.”

Nicht zufrieden war Mourinho - mal wieder - mit der Leistung des Schiedsrichters. „Eins der (Real-)Tore war abseits. Mit einem guten Video-Schiedsrichter wäre das Spiel mit 1:1 in die Verlängerung gegangen”, erklärte der Portugiese. Außerdem unterstellte er dem Referee eine Vorzugsbehandlung für Cristiano Ronaldo. „Der Schiedsrichter entschied sich dafür, diesem großartigen Spieler Respekt zu zeigen”, ätzte Mourinho. „Immer wenn Cristiano einen Freistoß wollte, wurde das Spiel unterbrochen.”

Mourinho, der die Königlichen von 2010 bis 2013 trainiert hatte, musste am Dienstag noch eine zweite Niederlage einstecken. Der von ihm seit Wochen umworbene Gareth Bale stand bei Real Madrid in der Startelf. Mourinho wertete das als klares Signal, dass Zidane auch in Zukunft mit dem Waliser plant. „Ich glaube, jetzt weiß jeder, dass er bleibt”, sagte Mourinho dem Sender BT Sport. „Für mich war das Spiel also schon vorbei, bevor es überhaupt losging.”

(Von Emilio Rappold und Philip Dethlefs, dpa)
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