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Der HSV greift durch: Tabellen-16. verbannt gleich drei Spieler aus dem Kader

Vor der Partie gegen Mainz geht der Hamburger SV zudem wieder einmal ins Trainingslager. 2015 und 2016 brachte das Erfolg.
Man sieht ihnen die Anspannung an: HSV-Trainer Markus Gisdol (links) und Sportdirektor Jens Todt. Foto: Christian Charisius (dpa) Man sieht ihnen die Anspannung an: HSV-Trainer Markus Gisdol (links) und Sportdirektor Jens Todt.
Hamburg. 

Der Hamburger SV greift nach dem Absturz auf den Relegationsplatz durch und macht auch vor großen Namen nicht Halt. Der Bundesligist verbannte gestern drei Spieler aus dem Kader. Prominentestes Opfer der offiziell als Verkleinerung der Trainingsgruppe genannten Maßnahme ist der Schweizer Fußball-Nationalspieler Johan Djourou, den Trainer Markus Gisdol bereits im November nach der 2:5-Pleite gegen Borussia Dortmund und schwachen Leistungen als Kapitän abgesetzt und den Japaner Gotoku Sakai zu dessen Nachfolger ernannt hatte.

Bei der 0:4-Pleite am Sonntag in Augsburg war der als Störfaktor ausgemachte Verteidiger, der wie die Ersatzspieler Nabil Bahoui und Ashton Götz gestrichen wurde, schon nicht mehr dabei. „Wir haben noch drei Spiele, in denen wir alles selbst richten können. Wir müssen in dieser entscheidenden Phase alles unserer Mission unterordnen. Deshalb haben wir entschieden, unsere Kräfte noch einmal zu bündeln“, sagte der Sportchef Jens Todt zu der Maßnahme.

Djourou hatte es sich mit den Verantwortlichen endgültig verdorben, als er kürzlich ein kritisches Interview in der „Aargauer Zeitung“ gab. Gisdol hatte schon einst in Hoffenheim Tim Wiese in die Trainingsgruppe 2 geschickt und in dieser Winterpause den streitbaren HSV-Abwehrchef Emir Spahic ausgemustert.

Die Verkleinerung des Kaders nach drei Pleiten in Serie muss nicht die einzige Maßnahme bleiben. Beim erneut in die Krise gerutschten HSV soll im dritten Jahr in Serie ein Trainingscamp außerhalb Hamburgs die Wende zum Guten herbeiführen. „Jetzt haben wir das Messer wieder am Hals“, erklärte Sportchef Todt im „kicker“ die erwogene Notmaßnahme, auch vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Mainz 05 die Abgeschiedenheit zu suchen. Gisdols Hauptaufgabe besteht nun darin, die Köpfe der Profis frei zu kriegen, die Nerven zu beruhigen und letzte Reserven zu mobilisieren. 2015 gelang dies mit dem „Geist von Malente“, wo Vorgänger Bruno Labbadia vor dem Ende der regulären Saison und der Relegation gegen den Karlsruher SC gleich zweimal Quartier bezog. Im November 2016, als Gisdol Labbadias Job beim damaligen Tabellenletzten noch nicht lange inne hatte, ging es nach Barsinghausen – der HSV holte immerhin ein 2:2 gegen Werder Bremen. Danach ging es steil aufwärts.

„Wir wollen uns auf unser großes Ziel fokussieren. Alle zusammen. Nur so geht es“, betonte Ex-Nationalspieler Todt. Immerhin: Die noch nie abgestiegenen Hanseaten haben dank der ausstehenden Heimspiele gegen die punktgleichen Rivalen Mainz und Wolfsburg noch alles selbst in der Hand. Allerdings gingen in diesem Jahr gerade die Duelle mit den ebenfalls im Keller stehenden Rivalen wie Wolfsburg (0:1), Ingolstadt (1:3), Darmstadt (1:2) und Augsburg (0:4) alle verloren.

Clubchef Heribert Bruchhagen hat angesichts der erneuten Zittersaison bereits den nächsten Umbruch in Aussicht gestellt. „Wir werden den Kader zur nächsten Saison deutlich verändern“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Und dies ungeachtet der Tatsache, dass allein in dieser Spielzeit knapp 45 Millionen Euro für neue Akteure ausgegeben wurden. HSV-Investor und -Fan Klaus-Michael Kühne hat bereits frisches Geld zugesagt.

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