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Wie in einer Zeitmaschine: Tennis-Ikone Boris Becker ist stolz auf einen Neuanfang im heimatlichen Deutschland

Von Boris Becker geht sein Amt als „Chefberater“ im deutschen Tennis hochmotiviert an. Für die Jugend hat er viele Tipps parat.
Auf Krücken, aber stolz auf seinen Posten beim DTB und im Blickfeld vieler Fotografen: Boris Becker gestern im Frankfurter Römer. Foto: Boris Roessler (dpa) Auf Krücken, aber stolz auf seinen Posten beim DTB und im Blickfeld vieler Fotografen: Boris Becker gestern im Frankfurter Römer.
Frankfurt. 

An seine letzte offizielle Pressekonferenz in Deutschland kann er sich nicht genau erinnern. „Das ist länger her“, sagte Boris Becker grinsend. Gute Gründe gab es in den vergangenen Jahrzehnten auch nicht. Das Verhältnis zum Deutschen Tennis Bund (DTB) war seit seinem Rücktritt als Davis-Cup-Teamchef 1999 belastet. Zudem hält der erblondete Rotschopf sich generell längst lieber im Ausland auf, speziell in seiner Wahlheimat London. „Ich lebe zum Glück im Ausland. Daher bekomme ich viele Schlagzeilen in Deutschland nicht mit“, sagte der 49-Jährige gestern.

Tennis-Profi Boris Becker. Foto: Gerry Penny/Archiv
Boris Becker Kommentar: Kein guter Zeitpunkt

"Es hätte einen besseren Zeitpunkt geben können, um Boris Becker als neuen „Head of Men’s Tennis“ zu präsentieren", sagt unser Kommentarschreiber Harald Joisten.

clearing

Nun ist der Moment gekommen, um die Zeit zurückzudrehen und einen Neuanfang in der alten Heimat zu starten. „Das Timing ist ideal“, meinte der neue „Head of Men’s Tennis“ im Frankfurter Römer, wo er sich wie in einer Zeitmaschine vorgekommen sein muss. Gut 100 Journalisten drängelten sich um den „zurückgekehrten Sohn“, als hätte dieser gerade zum vierten Mal in Wimbledon gewonnen. Becker stolz: „So viel Aufmerksamkeit für den deutschen Tennissport hatten wir seit 20 Jahren nicht.“ Die ungebrochene Anziehungskraft des gebürtigen Leimeners will auch der DTB wieder für sich nutzen: Becker ist ab sofort für den gesamten männlichen Spitzensport im deutschen Tennis zuständig und soll auch im Davis Cup und Nachwuchsbereich Impulse setzen.

18 Monate Vorlaufzeit

Schon bevor die Tennis-Ikone gestern den Saal im dritten Stock des Römers durch eine Nebentür betrat, teilte der DTB den anwesenden Medienvertretern mit: Fragen zu Beckers persönlicher Situation seien nicht gestattet. Somit auch nicht zu finanziellen Dingen. Becker kam auf Krücken herein, noch bedingt durch eine Operation am Sprunggelenk vor fünf Wochen. Doch sinnbildlich stand dieser mühsame Einlauf nicht. Becker versprühte Aufbruchstimmung. Er scherzte mit der neben ihm sitzenden Barbara Rittner (siehe gesonderter Artikel auf dieser Seite) und nickte bei den Ausführungen von DTB-Präsident Ulrich Klaus und DTB-Vize Dirk Hordorff. 18 Monate lang hatten die Besprechungen zwischen ihm und dem DTB über eine neue Zusammenarbeit gedauert. Erst vor wenigen Wochen wurde die Partnerschaft in Beckers Haus in Wimbledon per Handschlag besiegelt. Dass die Nachricht nun erst vor wenigen Tagen an die Öffentlichkeit drang, sei ein Beweis für die Wandlung des DTB, so Becker. „Früher, beim alten DTB, wäre das schon viel früher an die Öffentlichkeit durchgesickert.“ Auch seine damaligen „Problemchen“ mit dem DTB seien „Vergangenheit“. Nun sei er „stolz, Head of Men’s Tennis“ zu sein. Ob er dafür Geld erhalte? Die Antwort gab DTB-Chef Klaus: „Boris Becker arbeitet ehrenamtlich. Er wird natürlich seine Aufwendungen, seine Reisekosten erstattet bekommen.“ Bis Olympia 2020 ist das Engagement zunächst befristet. „Dann schauen wir weiter“, so Becker.

Wohnort bleibt London

Seinen Hauptwohnsitz wird er weiter in London haben, will aber öfter nach Deutschland kommen, um sich Nachwuchs-Turniere anzusehen und die Bundesstützpunkte in Hannover, Stuttgart und München zu besuchen. „Und ich werde Trainingslager mit Nachwuchsspielern durchführen.“ Allen deutschen Topspielern und dem Nachwuchs will Becker künftig beratend zur Seite stehen. „Auch Jugendspieler können mich ansprechen: Wie geht man mit Druck um? Wie mache ich dies? Wie das? All diese Fragen sind nun offiziell erlaubt. Sie brauchen sich nicht mehr zu verstecken.“ Bei den Präsidiums-Sitzungen des DTB soll Becker ebenfalls anwesend sein. Was dies für sein Image in Deutschland bedeuten könnte? Becker: „Ich stehe seit 32 Jahren im öffentlichen Fokus. Mal spricht man gut über mich, mal nicht.“

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