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Tennis-Oldie Haas verdirbt Federer das Comeback

Damit hatte Tommy Haas selbst kaum gerechnet. Der 39-Jährige steht im Viertelfinale des Rasen-Tennisturniers von Stuttgart - nach einem Sieg über die frühere Nummer eins Roger Federer. „Es ist schwierig, Worte zu finden”, sagte der deutsche Altmeister.
Roger Federer (r) gratuliert nach dem Achtelfinale Tommy Haas zum Sieg. Foto: Daniel Maurer Roger Federer (r) gratuliert nach dem Achtelfinale Tommy Haas zum Sieg. Foto: Daniel Maurer
Stuttgart. 

Tommy Haas legte nach seinem Coup in Stuttgart tröstend seinen Arm um die Schulter von Topstar Roger Federer. Der baldige Tennis-Rentner konnte es selbst nicht recht glauben, dass ausgerechnet er dem Rekord-Grand-Slam-Sieger die Rückkehr auf die ATP-Tour verdorben hat.

Mit dem überraschenden 2:6, 7:6 (10:8), 6:4 zog der Weltranglisten-302. bei dem Rasen-Turnier ins Viertelfinale ein. Federer fügte er nach dessen zehnwöchiger Pause und auf dem angestrebten Weg zum achten Wimbledon-Titel eine empfindliche Niederlage bei. „Ich habe mich ein bisschen selbst geschockt”, sagte Haas. „Ich bin ein bisschen sprachlos. Es ist schwierig, Worte zu finden. Das ist noch mal ein Wahnsinns-Highlight in meiner Karriere.”

Töchterchen Valentina sprang begeistert auf, als Papa Haas mit einem Sieg über seinen guten Freund seinen ersten Viertelfinaleinzug seit drei Jahren perfekt machte. „Ich freue mich sehr, dass sie das live erleben kann”, sagte der 39-Jährige. „Es ist nicht so schlecht, die Geschichte in zehn, 20 Jahren noch mal zu erzählen.”

Erstmals nach seinem Comeback im Januar nach einer langen Verletzungspause feierte die frühere Nummer zwei der Welt zwei Erfolge nacheinander. Am Freitag kämpft der Wahlamerikaner gegen den Hamburger Mischa Zverev bei dem mit 701 975 Euro dotierten Turnier um den Einzug in das Halbfinale. Neben Haas und Zverev steht auch Philipp Kohlschreiber unter den besten Acht.

Der topgesetzte Federer muss nach seiner zehnwöchigen Turnier-Pause die erst zweite Niederlage in diesem Jahr verkraften, nachdem er im Tiebreak des zweiten Satzes einen Matchball ausgelassen hatte. „Es ist ziemlich frustrierend. Ich habe definitiv ein paar entscheidende Fehler gemacht”, sagte der Schweizer. „Ich bin nicht geschockt, dass ich verloren habe. Ich habe gewusst, dass das Risiko da ist.”

Es war ein spezielles Match zwischen den beiden Altmeistern, nicht nur weil Publikumslieblinge aufeinandertrafen, nicht nur weil die beiden Kontrahenten gut befreundet sind. Auf der einen Seite stand Haas, der sein letztes Tour-Jahr genießt. Auf der anderen der 18-malige Grand-Slam-Sieger, der sich nach seinem imposanten Saisonstart für die Rasen-Fitness zurückgezogen hatte.

Im ersten Satz hatte es nach einem problemlosen Erfolg für den Favoriten ausgesehen. In der prallen Sonne auf dem erstmals mit fast 6000 Zuschauern gefüllten Center Court rief Federer zunächst souverän und mit präzisen Aufschlägen seine Klasse ab. Im Tiebreak des zweiten Abschnitts ließ der Australian-Open-Sieger erst einen Matchball aus und leistete sich zum Satzausgleich einen Doppelfehler.

Nachdem er im entscheidenden Durchgang seinen Aufschlag zum 2:3 abgeben musste, saß Federer nachdenklich auf seiner Bank. Der gebürtige Hamburger Haas, der ihm im Finale von Halle 2012 auf Rasen eine unvergessene Niederlage zugefügt hatte, sah zufriedener aus. Nach 1:56 Stunden verwandelte der deutsche Altmeister seinen zweiten Matchball - und freute sich nur verhalten.

Kohlschreiber hatte zuvor dafür gesorgt, dass Federer und Haas auf ihren Auftritt warten mussten. In 2:36 Stunden und erst mit dem fünften Matchball rang der Vorjahresfinalist Steve Johnson aus den USA 7:6 (7:3), 5:7, 7:6 (8:6) nieder. Auf den Augsburger wartet nun ein Duell mit dem an Position vier gesetzten Franzosen Lucas Pouille, gegen den der Warsteiner Jan-Lennard Struff beim 6:4, 6:7 (5:7), 6:7 (8:10) kurz vor einer Überraschung stand. Mischa Zverev setzte sich gegen den Karlsruher Qualifikanten Yannick Hanfmann 7:6 (7:1), 6:2 durch und freute sich anschließend auf ein „großartiges” Viertelfinale schon bevor er seinen Gegner kannte. „Federer ist eine Legende und Tommy eigentlich für mich auch”, sagte der ältere Zverev.

(Von Kristina Puck, dpa)
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