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China-Projekt: Testspiel-Serie der U 20-Auswahl aus Fernost beginnt in Mainz

Am Samstag wird in Mainz ein historisches Spiel ausgetragen. Zum ersten Mal wird die U20-Auswahl aus China gegen den TSV Schott Mainz in der Regionalliga Südwest antreten.
Sie treffen bald auf den FSV Frankfurt und den OFC: die Olympiafußballer aus China. Foto: Peter Hartenfelser (imago sportfotodienst) Sie treffen bald auf den FSV Frankfurt und den OFC: die Olympiafußballer aus China.
Mainz. 

Schon am verregneten Freitagnachmittag deutete ein gut gefülltes VIP-Zelt auf der Bezirkssportanlage Mainz-Mombach auf die exotischen Gäste hin. Sechs Kamerateams und gut 20 Journalisten verfolgten die Pressekonferenz vor dem historischen Spiel der chinesischen U 20-Nationalmannschaft am heutigen Samstag (14 Uhr) beim TSV Schott Mainz – in der Regionalliga Südwest ein Novum.

„Das mediale Interesse ist enorm groß“, sagte der Mainzer Geschäftsführer Till Pleuger und machte aus seinem Interesse an der von einigen Ultra-Gruppen kritisierten Partie kein Geheimnis: „Für uns als Aufsteiger und kleiner Verein war das Finanzielle natürlich auch ausschlaggebend. Wir sehen das unpolitisch und wollen ein guter Gastgeber sein.“

Stand Rede und Antwort: Shao Jiayi, Manager der chinesischen U 20-Auswahl. Bild-Zoom Foto: Jan Huebner (imago sportfotodienst)
Stand Rede und Antwort: Shao Jiayi, Manager der chinesischen U 20-Auswahl.

15 000 Euro erhalten alle Regionalligaklubs für ihre Bereitschaft, sich an ihrem spielfreien Tag der Olympia-Auswahl aus Fernost als Sparringspartner zur Verfügung zu stellen. Eingefädelt hatte das der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Rahmen der auf Jahre ausgelegten Kooperation mit dem chinesischen Verband.

Bis auf die Stuttgarter Kickers, TuS Koblenz und Waldhof Mannheim – deren Fans teilweise sogar mit einem Boykott und der Rückgabe ihrer Dauerkarten drohten – ließen sich alle Teams überreden. Bis zum Beginn der Winterpause (10. Dezember) kommen noch der FSV Frankfurt, Hoffenheim II und Wormatia Worms in den Genuss der Spiele.

Die Mainzer erwarten neben den 500 bis 700 üblichen Zuschauern (fast parallel spielt Bundesligist FSV Mainz 05) auch rund 50 chinesische Fans, die sich für die Partie angekündigt hatten. Allerdings nicht aus Fernost, sondern aus Mainz und Umgebung. Die Chinesen erhoffen sich von den Spielen Erkenntnisse für die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. „Selbst wenn die Regionalliga nur die vierte Liga ist – die Mannschaften sind stark“, sagte Shao Jiayi, der Manager der Chinesen und früher Bundesliga-Profi: „Die Mannschaft soll sich verbessern, und die jungen Spielern sollen die deutsche Fußball-Kultur kennenlernen.“ Das U 20-Team ist seit dem 10. November in Deutschland und bereitet sich in Thüringen auf die Spiele vor. Die Nacht vor dem Mainz-Spiel verbrachten die Chinesen in Frankenthal.

Der zuständige DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann betonte, dass die Kritik an den Spielen nicht berechtigt sei. „Wir haben definitiv nichts zu verstecken. Es gibt keine Geheimnisse“, sagte Zimmermann. Zuvor hatte es Irritationen um ein von Fangruppen gefordertes Gespräch mit dem DFB gegeben. Dass spekuliert wurde, ein Wirtschaftsunternehmen hätte bei der Auswahl der Südwest-Liga als China-Partner Einfluss genommen, sei „eine Verschwörungstheorie“. Dem DFB liegt viel an der Kooperation. In diesem Sommer fand in Frankfurt der erste deutsche-chinesische Fußball-Gipfel statt, innerhalb der nächsten zwei Jahre soll die deutsche A-Nationalmannschaft zu einer Länderspiel-Reise nach Fernost aufbrechen.

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