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Tischtennis: Timo Boll gewinnt bei der Team-EM seinen sechsten Titel

Von Während die deutschen Tischtennis-Herren den EM-Titel zurückerobern, müssen sich die Damen diesmal mit Silber begnügen.
Gold-Freude: Das deutsche Team mit Timo Boll (3. von re.) und Dimitrij Ovtcharov (links daneben). Foto: GEPA pictures/ Mario Kneisl (imago sportfotodienst) Gold-Freude: Das deutsche Team mit Timo Boll (3. von re.) und Dimitrij Ovtcharov (links daneben).
Luxemburg. 

Sie waren ausgezogen, um mit zwei Goldmedaillen nach Hause zu kommen. Am Ende waren es nur die Männer des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), die bei den Team-Europameisterschaften in Luxemburg ganz oben standen. Die Frauen, dreimal zuvor Titelträgerinnen, mussten sich diesmal in einem spannenden Finalduell mit 2:3 den Rumäninnen geschlagen geben.

Ausgerechnet Han Ying, die Nummer eins im Team von Bundestrainerin Jie Schöpp, verlor sowohl gegen Elizabeta Samara als auch gegen Daniela Dodean-Monteiro. Entsprechend geknickt war die 34 Jahre alte Weltranglistenneunte nach der Niederlage. Schöpp zeigte Verständnis: „Sie ist noch nie mit zwei verlorenen Spielen aus einem Teammatch rausgegangen“, erklärte die 49-Jährige. Aber man habe Han die konditionellen Probleme, die aus dem harten Halbfinale beim 3:2 gegen die Niederlande am Tag zuvor resultierten, angemerkt. Zudem konnte EM-Debütantin Nina Mittelham ihre Begegnung mit der quirligen und stetig quietschenden Bernadette Szocs nicht erfolgreich gestalten.

Doch auch die Wünsche der neuen Königinnen an der Platte wurden nicht alle erfüllt. In der Pressekonferenz nach dem Frauenfinale hatte Dodean-Monteiro der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass ihre Tochter am nächsten Tag gleich zwei Gold-Plaketten in der Hand halten sollte. Die rumänische Nummer zwei ist mit dem Portugiesen Joao Monteiro verheiratet, und der sollte keine drei Stunden später dem deutschen Nationalspieler Patrick Franziska gegenüberstehen. Es war das dritte Spiel im Männer-Finale, und es sollte jenes sein, in dem die Entscheidung fiel. Zuvor hatten Timo Boll mit etwas Mühe und der von Magenproblemen am Vortag gut erholte Dimitrij Ovtcharov souverän gegen Marcos Freitas (3:2) und Tiago Apolonia (3:0) die Oberhand behalten. Nun sollte der Doppel-Europameister den Sack zumachen. Er tat dies trotz eines 0:1-Rückstands nach Sätzen mit 3:1.

Die Deutschen, das seit Jahren dominierende Team in Europa, durften sich die Krone wieder aufsetzen. Zuvor hatte die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Roßkopf zweimal geschlagen die EM-Stätten verlassen müssen, weil sie jeweils nicht in Bestbesetzung aufgelaufen war. Für den 36 Jahre alten Boll war es der sechste Erfolg bei einer Team-EM, für die deutschen Männer insgesamt der siebte.

„Wir wollten diesen Titel zu 100 Prozent“, erklärte Franziska direkt nach dem Triumph über den 2014 siegreichen Finalgegner. Aber er war nicht leicht erkämpft. Schon am Samstag hatten sie gewackelt, ließen sich von den Slowenen, die in Luxemburg erstmals überhaupt eine Team-Medaille mit dem Männern gewannen, in die Ecke drängen – auch weil Ovtcharov angeschlagen war und sein zweites Spiel Abwehrspezialist Ruwen Filus überlassen musste. Einmal mehr war es Boll, er mit einem grandiosen Auftritt gegen den zuvor über Ovtcharov triumphierenden Youngster Darko Jorgic den Endspieleinzug sicherstellte.

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