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Froome ist den Tränen nahe: Tour-Favorit bleibt zwar im Gelben Trikot, leidet aber mit seinem schwer gestürzten Freund Richie Porte

Ein schlimmer Sturz des Australiers Richie Porte bei Tempo 80 schockt die Tour de France. Auch sonst überschlagen sich auf der Königsetappe die Ereignisse. Der Italiener Aru erweist sich als unfairer Fahrer, Titelverteidiger Froome hat trotzdem alles im Griff.
Stürzte gestern bei einer Abfahrt schwer: der Australier Richie Porte, der als Mitfavorit auf den Tour-Sieg galt. Foto: PHILIPPE LOPEZ (AFP) Stürzte gestern bei einer Abfahrt schwer: der Australier Richie Porte, der als Mitfavorit auf den Tour-Sieg galt.
Chambéry. 

Kaum hatte Chris Froome die hochdramatische Königsetappe der Tour de France als heimlicher Sieger beendet, waren die Gedanken bei seinem schwer gestürzten Freund Richie Porte. „Ich fühle mich sehr, sehr schlecht. Es tut mir weh, das zu sehen. Ich hoffe, dass es ihm schnell besser geht“, sagte der dreimalige Gesamtsieger und war den Tränen nahe. Ein Horror-Sturz von Mitfavorit Porte – einst Edelhelfer des gestern drittplatzierten Froome – bei Tempo 80 hatte die neunte Etappe überschattet. Der Australier kam auf der rasenden Abfahrt vom Mont du Chat von der Straße ab, überschlug sich und knallte mit voller Wucht gegen eine Felsböschung.

Erst nach bangen Minuten kam von der Tour-Ärztin eine Teilentwarnung. „Er ist bei Bewusstsein und konnte schon direkt nach dem Unfall mit uns sprechen“, sagte Florence Pommerie. Doch die Bilder ließen Froome und den Zuschauern den Atem stocken. Nach dem schlimmen Sturz, bei dem der Australier auch den Iren Daniel Martin mitriss, eilten sofort die Rettungskräfte herbei und stabilisierten seine Halswirbelsäule. Danach wurde er ins Krankenhaus abtransportiert. Porte erlitt laut Angaben seines Teams Brüche an Schlüsselbein und Hüftpfanne sowie großflächige Schürfverletzungen.

Der Sturz ließ auch den fiesen Angriff von Fabio Aru auf Froome zur Nebensache werden. Bei einem mechanischen Defekt des Briten blies er sofort zur Attacke – eine Unsportlichkeit, für die er keine Mitstreiter fand. Von seinem Team wurde er zurück gepfiffen, wütend schlug er auf den Lenker. „Ich danke den Fahrern, die das Tempo rausgenommen haben. Das ist Sport und schön zu sehen“, sagte Froome ganz diplomatisch. Aru spielte im Ziel den Unschuldigen: „Ich hatte nicht gesehen, dass Froome einen Defekt hat. Ich wollte sowieso attackieren. Dann kam das Kommando aus dem Teamwagen.“

Nach der Kletterpartie über 4600 Höhenmeter und drei Berge der höchsten Kategorie ist Aru als größter Froome-Rivale übriggeblieben. 18 Sekunden beträgt der Rückstand des Italieners auf den Spitzenreiter. Auch der französische Vorjahreszweite Romain Bardet stellt mit 51 Sekunden Rückstand im Gesamtklassement noch eine Gefahr dar. Die abgehängten Konkurrenten Nairo Quintana (Kolumbien/2:13 Minuten zurück) und Alberto Contador (Spanien/5:15) muss Froome kaum mehr fürchten.

Den Sieg nach 181,5 Kilometern von Nantua nach Chambéry holte sich der Kolumbianer Rigoberto Uran im Foto-Finish vor dem Franzosen Warren Barguil vom deutschen Sunweb-Team. Froome belegte den dritten Platz und sicherte sich damit vier Sekunden Zeitgutschrift.

(dpa)
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