Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 23°C

Riskante Abfahrten: Tour de France: Spektakuläre Stürze bewegen das Fahrerlager

Von John Degenkolb glaubt, dass jeder selbst sein Sturzrisiko senken kann, wenn er die Kontrolle über sein Rad behält.
Auch am Ruhetag gefragt: Radprofi John Degenkolb. Foto: Vincent Kalut (imago sportfotodienst) Auch am Ruhetag gefragt: Radprofi John Degenkolb.
Chancelade. 

Ruhetag im Chateau de Reynats. Doch von Ruhe keine Spur. Der Schlosspark wurde als Fuhrpark zweckentfremdet. Die Mannschaften von Trek-Segafredo mit John Degenkolb, von Quick-Step mit Marcel Kittel und von FDJ ohne Arnoud Démare logieren gemeinsam in Chancelade, einem Vorort von Périgueux. Zwischen Bussen, Trucks und Begleitwagen herrscht hektisches Treiben. Die müden Rennfahrer der Tour de France brechen zum Training auf.

Auch am Ruhetag heißt es die Beine auf dem Rad vertreten. „Dann drehe ich mal eine Runde“, sagt John Degenkolb, steigt schwerfällig aufs Rad und schaut argwöhnisch zum bewölkten Himmel hinauf. „Hoffentlich regnet es nicht wieder.“

Der Oberurseler fühlt sich immer noch „ziemlich steif“ – auch sieben Tage nach dem schrecklichen Sturz im Massensprint von Longwy. Sein Name war am schwarzen Sonntag unter dem knappen Dutzend verunglückter Fahrer im Ticker aufgeführt. Doch ihm ist nichts passiert. „Ich bin bergauf hinten aufgefahren und umgefallen. Dennoch unangenehm“, sagt Degenkolb lächelnd. Als fände er sein Malheur kurios, wo doch anderen die halsbrecherischen Abfahrten zum Verhängnis wurden. „Ich bin froh, dass ich nicht gestürzt bin.“ Aber ein cooler Kopf wie er rast auch nicht volles Risiko die Serpentinen hinunter. „Es liegt an den Fahrern selbst, vorsichtiger zu fahren“, meint Degenkolb. „Wer sein Rad unter Kontrolle hat, geht weniger Risiko ein.“

FNP-Reporter Hartmut Scherzer (links) 1977 im Gespräch mit dem Frankfurter Radprofi Didi Thurau. Damals war Scherzer noch für die „Abendpost Nachtausgabe“ unterwegs, die im Frankfurter Societäts-Verlag erschien und 1988 eingestellt wurde. Bild-Zoom
FNP-Reporter Hartmut Scherzer (links) 1977 im Gespräch mit dem Frankfurter Radprofi Didi Thurau. Damals war Scherzer noch für die „Abendpost Nachtausgabe“ unterwegs, die im Frankfurter Societäts-Verlag erschien und 1988 eingestellt wurde.

Bei der Abfahrt vom Mont du Chat hatte auf obendrein rutschiger Straße Richie Porte sein Rad nicht mehr unter Kontrolle in einer Kurve. „Dann blockierte sein Hinterrad“, schilderte der direkt hinter dem Australier rasende Ire Daniel Martin die Unfallursache. Er konnte den eigenen Sturz nicht mehr vermeiden. „Ich konnte nirgendwo mehr hin, hatte aber Glück, dass mir nichts passiert ist.“

Porte rutschte über die Straße und knallte gegen eine Felswand. Ein schrecklicher Anblick, wie der erste Herausforderer von Christopher Froome reglos auf der Straße lag. Voller Sarkasmus sagte Martin dem Online-Portal „Radsport News“: „Ich denke, die Organisatoren haben bekommen, was sie wollten.“ Horrorbilder von spektakulären Stürzen. Die Röntgenbilder im Krankenhaus zeigten: Porte erlitt Becken- und Schlüsselbeinbruch.

Vom „Grand Ménace“, frei übersetzt „großes Reinemachen“, schrieb „L’Équipe“ über die Sturzdramen. Die tägliche Sportzeitung führt eine Strichliste. Diese enthielt am Montag wegen Aufgabe nach Stürzen Geraint Thomas (Sky), Richie Porte (BMC), Manuele Morti (Italien), Robert Gesink, Jos van Emden (beide Lotto NL-Jumbo). Noch fehlte Rafal Majka (Bora-hansgrohe). Der Pole hatte durch seinen Abfahrts-Unfall 36 Minuten verloren, sich aber nichts gebrochen. Dennoch wird in der Dienstag-Ausgabe auch sein Name durchgestrichen sein. „Es macht keinen Sinn weiterzufahren. Ich kann vor Schmerzen kaum atmen“, ließ Majka am Ruhetag per Pressemitteilung bekanntgeben.

Gestrichen wurde auch Arnoud Démare, der Sieger des Chaos-Massensprints in Longwy, der zum Aus von Mark Cavendish und Peter Sagan geführt hatte. Der Kapitän des Teams FDJ war aber nicht etwa zu schnell bergab, sondern zu langsam bergauf gefahren. Es folgte ein Ausschluss wegen Überschreitung der Karenzzeit.

Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse