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U21 bereit für Titel-Mission in Polen - Auftakt-Sieg Pflicht

Ein Patzer zum EM-Auftakt gegen Tschechien könnte für die deutschen U21-Fußballer schon das Aus bedeuten. Dennoch fiebert das Team dem Anpfiff entgegen. Ein wichtiger Besuch ist abgehakt, Trainer Stefan Kuntz bastelt nun an seiner Startelf und der Feinabstimmung im Team.
Davie Selke ist mit der U21-Fußball-Nationalmannschaft heiß auf den EM-Start. Foto: Andreas Gebert Davie Selke ist mit der U21-Fußball-Nationalmannschaft heiß auf den EM-Start. Foto: Andreas Gebert
Krakau. 

Die nächste deutsche Fußball-Generation brennt auf ihren ersten großen Titel. Bei der U21-EM in Polen wollen Max Meyer, Serge Gnabry und Co. den Titel-Coup von 2009 wiederholen und ihr eigenes Stück Geschichte schreiben.

„Am Sonntag gibt es nur noch ein Ziel: Vollgas. Wir wollen natürlich gleich das erste Spiel gewinnen”, sagt Kapitän Maximilian Arnold vor der Auftaktpartie gegen Tschechien in Tychy. Mit einem Erfolg zum Start will die Auswahl von Stefan Kuntz den Grundstein für ein erfolgreiches Turnier legen.

Es wäre der erste EM-Titel für eine deutsche U21 seit 2009, als Mesut Özil, Manuel Neuer, Sami Khedira und Co. zum bisher einzigen Mal in dieser Altersklasse triumphierten. Für die meisten Spieler im Kader könnte es zudem der erste große internationale Erfolg werden. „Wenn man für Deutschland zu einem Turnier fährt, dann muss schon ganz klar das Finale das Ziel sein”, sagt Neu-Berliner Davie Selke.

„Bei ihm im Zimmer haben wir zwei Feuerlöscher anbringen lassen, weil der so brennt”, scherzt Kuntz mit Blick auf die Motivation des 22-Jährigen. „Wenn es danach gehen würde, dann bräuchten wir 23 Feuerlöscher. Alle brennen, die Jungs brennen”, kontert Selke. Es sei „eine extreme Vorfreude, aber auch eine extreme Spannung vorhanden”.

Der Coach arbeitet nach acht Tagen Trainingslager am Chiemsee und zwei Einheiten in Polen an den letzten Feinheiten seiner Startelf und seiner Taktik. „Acht Positionen stehen fest, bei drei grübeln wir noch”, sagt der 54-Jährige. „Die Kleinigkeiten sind jetzt gefragt, die Feinabstimmung.” Mittelfeldspieler Max Meyer kehrte nach seiner Sommergrippe am Freitag ins Mannschaftstraining zurück. Im Tor wird zum Auftakt Julian Pollersbeck vom 1. FC Kaiserslautern stehen. Selke prophezeite Kuntz „schwierige Entscheidungen”. „Jeder will spielen, wir haben eine Riesen-Qualität”, sagte er.

Nach außen kein Thema bei Kuntz und Co. ist das Fehlen von acht wichtigen U21-Profis, die mit der A-Nationalmannschaft zum Confed Cup gereist sind. „Man hat gesehen, dass die Mannschaft in allen Bereichen gut aufgestellt ist, dass sie wirklich eine Chance hat, da bis zum Ende zu kommen”, sagt DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch.

Die Spieler sollen sich auf ihre „eigene Geschichte” konzentrieren - so lautet das Motto. Schon im Eingangsbereich des Teamhotels lesen die Spieler auf einem grünen Teppich: „Schreibt Geschichte. Eure eigene Geschichte.” In den Fluren des Hotels erinnern Fotos an den Weg der Mannschaft bis zur EM nach Polen.

Bevor der volle Fokus auf dem Spiel gegen Tschechien liegt, hatten die U21-Fußballer noch einen wichtigen Termin auf der Agenda: Die gesamte Mannschaft besuchte das frühere Konzentrationslager Auschwitz und gedachte der Opfer des Holocausts. „Das war wichtig für jeden Einzelnen von uns”, sagt Kuntz. „Das ist jetzt aber abgeschlossen und ab jetzt konzentrieren wir uns auf das erste Spiel am Sonntag.”

Mit den Tschechen um ihren Top-Torjäger Patrick Schick wartet auf die DFB-Auswahl gleich zum Auftakt in der Gruppe C eine Mannschaft mit „spielerischer Klasse”, wie Selke sagt. Dennoch setzt Kuntz auf die Stärken seiner eigenen Mannschaft. „Es ist für uns wichtig, dass wir einen sehr guten Auftritt von unserer Seite aus hinlegen”, sagte der Coach. „Dann muss Tschechien gucken, dass sie mit uns klarkommen.”

Weitere Gegner in der Vorrunde sind Dänemark am Mittwoch und drei Tage später Mitfavorit Italien. Da die U21-EM erstmals mit zwölf Teams gespielt wird, kommen nur die Gruppensieger sowie der beste von drei Zweiten ins Halbfinale. „Wir wissen, dass es darauf ankommt, dass wir konzentriert und fokussiert spielen”, sagt Kapitän Arnold. „Wenn wir das an den Tag legen, wird es schwer, uns zu schlagen.”

(Von Miriam Schmidt, dpa)
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