Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 26°C

Dynamo Dresden droht erneut großer Ärger: Üble Fanaktionen in Karlsruhe: Panzer, Stechschritt, Plündereien

Die Szenen glichen einem Kriegsfilm – mitten in der Karlsruher Innenstadt. Die Dresdner Spieler haben die Chaoten gefeiert.
Keine Kriegsfilm-Komparsen, sondern Anhänger von Dynamo Dresden beim Spiel in Karlsruhe Foto: Huebner/Ulrich (imago sportfotodienst) Keine Kriegsfilm-Komparsen, sondern Anhänger von Dynamo Dresden beim Spiel in Karlsruhe
Dresden. 

Wegen erneut gewalttätiger Ausschreitungen seiner Anhänger und des geschmacklosen Verhaltens einiger Spieler drohen dem Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden schwerwiegende Konsequenzen. Nach dem martialischen Auftritt zahlreicher Dynamo-Fans rund um das mit 4:3 gewonnene Spiel beim Karlsruher SC hat der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes am Montag die Ermittlungen aufgenommen. In ungewohnter Schärfe reagierte der DFB auf die Krawalle und das bisherige Krisen-Management des Vereins. Innenminister Thomas de Maizière nannte die Vorkommnisse „völlig inakzeptabel“.

„Wegen der neuen Qualität der Vorfälle werden wir die Lage am kommenden Freitag im DFB-Präsidium zur Sprache bringen und dort ausführlich mit den Vertretern der Liga analysieren. Die bisherigen Reaktionen bleiben weit hinter dem zurück, was jetzt notwendig ist“, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch in einer Stellungnahme.

Eingehüllt in Rauchschwaden und begleitet von Leuchtraketen waren teils vermummte Dresdner Fans im Militär-Look durch Karlsruhe marschiert. „Krieg dem DFB“ stand auf einem ihrer Transparente. „Das hat mit Fußball überhaupt nichts zu tun. Man kann sich auch die Frage stellen, ob solche paramilitärischen Aufmärsche überhaupt geduldet werden dürfen von staatlicher Seite“, sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther.

Danach überrannten die Chaoten den Eingangsbereich im Wildparkstadion, plünderten Imbissstände und verletzten laut Behördenberichten 21 Ordner. Auch Personal an den Verpflegungsständen wurde laut Polizeibericht „massiv angegangen“, zuvor 15 Polizisten durch Pyrotechnik verletzt.

Und wie reagieren Verein und Spieler? Die Mannschaft läuft nach Schlusspfiff im Stechschritt in Richtung Fankurve und zeigt einen militärischen Gruß. Dynamo Dresden reagiert wie immer bei Ausschreitungen seiner Fans. „Wir distanzieren uns als Verein klar von jeder Form von Gewalt und verurteilen auch Spruchbänder, die dazu aufrufen“, erklärte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

Zugleich entschuldigte er sich bei den Verletzten. Der kaufmännische Geschäftsführer Michael Born kündigte Konsequenzen und Maßnahmen für die Zukunft an, die „nachhaltige Wirksamkeit entfalten, aber gleichzeitig nicht zu einer weiteren Eskalation beitragen sollen.“ Nachdem Dresdner Fans unter anderem unter dem Applaus der Karlsruher Haupttribüne einen Panzer auf einem Plakat zeigten, twitterte der Verein Sonntagnacht: „Gewalt, Kriegsrhetorik & Panzer auf Zaunfahnen? Die SGD ist stark und ruhmreich. Aber ganz gewiss nicht so.“

Zudem hatte Born nach Spielende irritierende Aussagen getätigt. „Zum Teil beeindruckend, zum Teil weit über die Grenzen hinaus und so nicht akzeptabel“, sagte er der „Sächsischen Zeitung“.

Der Traditionsverein von der Elbe muss sich die Frage gefallen lassen: Warum ist er nicht gegen seine eigenen Anhänger eingeschritten? Bereits im Vorfeld rief das Umfeld mit Camouflage-Fanpaketen zu einem „Marsch mit Überraschungen“ auf. Und warum wird der Zutritt ins Stadion nicht verhindert?

Der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, sagte der Zeitung „Die Welt“: „Dieser militärische Anstrich ist eine neue Komponente, die wir in unsere Überlegungen einzubeziehen haben.“ Es sei eine Dresdner „Premiere, die das Strafmaß beeinflussen könnte“.

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse