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Frankfurt Skyliners: Ulm vor Augen, die Nationalmannschaft im Hinterkopf

Von Der 18-jährige Isaac Bonga geht davon aus, dass er nächste Woche sein Debüt für Deutschland geben wird – mit einer besonderen Trikot-Rückennummer.
Ist guter Dinge, in den endgültigen Kader für die deutschen Länderspiele zu kommen: Frankfurts Talent Isaac Bonga (rechts). Foto: Huebner/Blatterspiel (imago sportfotodienst) Ist guter Dinge, in den endgültigen Kader für die deutschen Länderspiele zu kommen: Frankfurts Talent Isaac Bonga (rechts).
Frankfurt. 

Diese Sitzverteilung stand bei den Fraport Skyliners noch nie auf dem Programm. Im Besprechungsraum des Basketball-Bundesligavereins hatten am Donnerstag mit Isaac Bonga, Tai Webster, Shawn Huff und Philip Scrubb gleich vier Profis Platz genommen. Ein Zimmer daneben, getrennt durch eine Glastür, verrichtete Cheftrainer Gordon Herbert derweil seine Arbeit am Schreibtisch.

Im Gespräch mit den Medienvertretern zuerst gefragt war sein in geballter Form vertretenes Spielerpersonal, das eines gemeinsam hat: Nach dem Bundesliga-Heimspiel der Frankfurter gegen Ulm an diesem Samstag (18 Uhr) werden alle vier in der zweiwöchigen Länderspielpause international aktiv: Der 18 Jahre alte Bonga voraussichtlich das erste Mal für Deutschland, Webster für Neuseeland, Huff für Finnland und Scrubb für Kanada. Die Skyliners-Teamkollegen vereint ein Ziel. Mit ihren Auswahlteams wollen sie sich jeweils für die Weltmeisterschaft 2019 qualifizieren.

Erst die Arbeit für den Arbeitgeber, dann der Einsatz für sein Land. Als Herbert am Donnerstag in kleiner Runde ohne die Spieler das Wort ergriff, war es ihm ein Bedürfnis, auf die richtige Reihenfolge hinzuweisen. Zu groß ist seine Sorge, dass seine Spieler abgelenkt sein könnten, denn das Kerngeschäft Bundesliga fordert von ihnen die volle Konzentration. „Für mich ist wichtig, dass wir mit der richtigen Einstellung und dem richtigen Fokus in das Spiel gehen und nicht schon an das Nationalmannschafts-Fenster im Anschluss denken“, betonte Herbert. Im Duell mit den Ulmern könnte sich für Niklas Kiel eine Tür öffnen. Nach überstandener Gehirnerschütterung trainierte der 20 Jahre alte Power Forward in dieser Woche zum ersten Mal vollumfänglich mit der Mannschaft. Auf „50:50“ schätzt der Trainer dessen Einsatzchancen. Das Mitwirken des 2,07 Meter langen Spielers würde den Skyliners gut tun, weil den Klub auf den großen Positionen aktuell ein großes Problem plagt. Center Mike Morrison laboriert an einer Muskelzerrung in der Hüfte. „20:80“ – Herbert kann sich den Einsatz des Amerikaners kaum vorstellen, zumal die Gefahr groß ist, dass er sich bei zu früher Belastung noch schlimmer verletzt. Auf Nachwuchscenter Armin Trtovac (Knöchel) wird der Headcoach definitiv nicht zurückgreifen können.

Bonga hat zugegriffen. Sein Nationalmannschaftstrikot wird die Rückennummer „0“ haben. Wie das Skyliners-Trikot seines Frankfurter Mitspielers Webster. Zum Vorbild hat sich der Deutsche den neuseeländischen Nationalspieler aber nicht genommen, auch wenn sich Huff mit Worten aus der Doppel-Null einen Spaß machte.

Bonga würde am Samstag in einer Woche in Chemnitz gegen Georgien sein erstes A-Länderspiel bestreiten. Er wäre dann einer der jüngsten deutschen Nationalspieler. „Ich gehe davon aus, dass ich auch spielen werde“, sagte der Point Guard mit großem Selbstbewusstsein. Zwei Spieler aus dem 14-köpfigen Kader muss der neue Bundestrainer Henrik Rödl noch streichen. Bonga sieht sich auf höchstem Niveau nicht als Streichkandidat. Was ihn so sicher macht? „Ich habe mit Henrik Rödl gesprochen Und ich habe mir den Kader angeschaut“, sagte der Spielmacher. „Ich habe auf jeden Fall eine Chance, zu spielen.“ Nach der für ihn überraschenden Nominierung und Beförderung sieht sich Bonga, der nach eigener Einschätzung beim Wurf die größten Fortschritte gemacht hat, auch mental gut auf die Aufgabe vorbereitet. „Es wäre falsch, nicht nervös zu sein.“

Bongas Fahrt nach Chemnitz ist eine überschaubare Wegstrecke im Vergleich zu den Reisezielen seiner Mitspieler. Ein großes Reise-Pensum in der Nationalmannschafts-Pause haben Scrubb und Webster vor sich. Webster fliegt am Sonntag über Hongkong nach Auckland. Sein Reisepartner wird der Ulmer Isaac Fotu sein. Und der Frankfurter Topscorer Scrubb wird mit der kanadischen Nationalmannschaft auf die Bahamas und die Dominikanische Republik treffen.

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