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Eine gelungene Premiere: Viel Lob für die erste Schiedsrichterin in der Bundesliga-Geschichte

Bibiana Steinhaus erledigt ihre Premiere im Olympiastadion unaufgeregt und souverän. Die erste Schiedsrichterin in der Geschichte der Fußball-Bundesliga erhält Lob von allen Seiten. Sie selbst hofft nun auf ein Ende des Wirbels um ihre Person.
Freundlich Umgang: Bibiane Steinhaus und Vedad Ibisevic (Hertha). Foto: nordphoto / Engler (imago sportfotodienst) Freundlich Umgang: Bibiane Steinhaus und Vedad Ibisevic (Hertha).
Berlin. 

Die erste Ermahnung sprach die erste Schiedsrichterin in der Geschichte der Fußball-Bundesliga nach sechs Minuten aus. Der Bremer Florian Kainz musste sich nach einem Foul an Herthas Mathew Leckie ein paar ernste Worte von Bibiana Steinhaus anhören.

Nach 19 Minuten beschwerten sich die Gäste über eine abgepfiffene Vorteil-Situation im Mittelfeld, allerdings sehr zaghaft. Und nach einer guten halben Stunde zog die Hannoveranerin die Gelbe Karte nach einem Einsteigen von Herthas Per Skjelbred gegen Kainz. Spätestens da war Bibiana Steinhaus drin in der Erstliga-Normalität. Nach ihrer souveränen Leistung beim 1:1 (1:0) zwischen Hertha BSC und Werder Bremen am Sonntag erhielt Steinhaus Lob von allen Seiten – und hofft nun auf ein Ende des Wirbels um ihre Person. „Ich bin ehrlich gesprochen erleichtert, dass es um ist“, sagte die 38-Jährige. „Ich freue mich, wenn ab morgen die Normalität wieder Einzug hält.“

Steinhaus pfiff im Berliner Olympiastadion als erste Frau eine Partie der Fußball-Bundesliga. „Das war ein gewisser historischer Moment“, sagte DFB-Chef Reinhard Grindel. „Man darf nicht vergessen, sie stand schon unter Druck. Und da so souverän die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist eine erstklassige Leistung“, sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, der unter den 49 118 Zuschauern war. Sowohl bei der Auslegung der Vorteilsregel vor dem Berliner Führungstor durch Mathew Leckie (38.) als auch bei zwei strittigen Szenen im Strafraum lag Steinhaus richtig. „Ich habe schon vorher gesagt, dass es keine Rolle spielt, ob ein Mann oder eine Frau pfeift. Am Ende ist die Leistung entscheidend, und die war okay“, sagte Bremens Trainer Alexander Nouri. „Sie hat es gut gemacht, aber das ist auch keine große Überraschung“, lobte Hertha-Verteidiger Sebastian Langkamp. „Großer Respekt“, sagte Stürmer Vedad Ibisevic.

Bei der Platzwahl mit den Kapitänen hatte die neue Erstliga-Schiedsrichterin freundlich gelächelt und vor dem Anpfiff nochmal gewissenhaft die Spieler auf beiden Seiten durchgezählt. Nach zehn Jahren in der Zweiten Liga, diversen internationalen Finalspielen im Frauenfußball und Einsätzen als vierter Referee an der Seitenlinie wollte Steinhaus ihre Premiere im Fußball-Oberhaus nicht zusätzlich überhöhen. Steinhaus, deren Lebensgefährte der frühere englische Spitzen-Schiedsrichter Howard Webb ist, war im Mai in den Kreis der 24 Bundesliga-Referees befördert worden. „Einerseits ist es nur ein weiteres Spiel, das ich gut leiten möchte. Andererseits ist es nunmehr die Bundesliga und die Tatsache, dass ich die erste Schiedsrichterin bin, macht es vor allem für die Öffentlichkeit doch zu einer nicht normalen Partie“, hatte Steinhaus vor der Partie gesagt und ergänzt: „Ob das nun historisch ist, sollen andere beurteilen.“

Ob nun historisch oder nicht – mit ihrer fehlerfreien Leistung hat Steinhaus überzeugt. „Egal, ob Mann oder Frau, wichtig ist, dass der Schiedsrichter eine starke Persönlichkeit ist. Und das hat sie auf jeden Fall gezeigt“, sagte Werder-Profi Thomas Delaney.

(dpa)
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