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Silber bei Volleyball-EM in Polen: Volleys-Spieler haben großen Anteil am historischen Erfolg

Von Bundestrainer Giani hat den beiden Spielern des Erstligisten United Volleys Rhein-Main viel Vertrauen geschenkt.
Durchgesetzt: Julian Zenger hat sich seinen Platz als Stammlibero der deutschen Nationalmannschaft redlich verdient. Foto: TOMASZ WANTULA (imago sportfotodienst) Durchgesetzt: Julian Zenger hat sich seinen Platz als Stammlibero der deutschen Nationalmannschaft redlich verdient.
Frankfurt. 

Julian Zenger klang hellwach. Dabei hatte der Libero der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft nach der 2:3-Niederlage im Europameisterschaftsfinale gegen Russland noch gar keine Zeit zum Schlafen gehabt. Erst hatte die Mannschaft von Bundestrainer Andrea Giani den vergeblichen Griff nach Gold in der Umkleidekabine verdauen müssen. Dann beschloss man, die gewonnene Silbermedaille in einem Krakauer Club zu feiern. Und schließlich war der frühe Flieger in die Heimat so kurz unterwegs, dass es sich auch da nicht lohnte, die Augen zuzumachen.

Doch zum Entspannen hofft der in Polen 20 Jahre alt gewordene Neuzugang des Bundesligisten United Volleys Rhein-Main, in den nächsten Tagen noch genug Zeit zu haben. Obwohl der gebürtige Allgäuer betont, das Erreichte, die erste EM-Medaille einer Männer-Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), schon „realisiert“ zu haben, wird ihm wohl dann erst bewusst werden, was es für ihn bedeutet. Zumal Zenger und sein Frankfurter Teamkollege, der 18 Jahre alte Tobias Krick, die Jüngsten in einer Mannschaft waren, der man vor den Titelkämpfen nicht allzu viel zugetraut hatte.

Jung und dynamisch: Mit gerade mal 18 Jahren gewinnt Tobias Krick Silber mit der DVV-Auswahl. Bild-Zoom Foto: PIOTR NOWAK (AFP)
Jung und dynamisch: Mit gerade mal 18 Jahren gewinnt Tobias Krick Silber mit der DVV-Auswahl.

Denn der Sommer war bis dahin enttäuschend verlaufen. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr wurde in beiden Anläufen verpasst, und auch der geplante Aufstieg in die zweithöchste Gruppe der Weltliga misslang. Allein die letzten gewonnenen Testspiele gegen Belgien hatten Hoffnung gegeben, dass die Routiniers um Georg Grozer und die Talente, denen der neue Bundestrainer Andrea Giani Vertrauen schenkte, doch noch rechtzeitig zu einer Mannschaft zusammengewachsen sein könnten.

„Wir haben nie darüber geredet, wie weit wir kommen wollen“, erzählt Zenger. „Wir haben nur von Spiel zu Spiel gedacht“ und dabei immer besser in den Rhythmus gefunden. Dabei halfen die letzten Wochen der Vorbereitung, in denen die geplante Formation zusammen war, während es in den Monaten zuvor immer wieder Veränderungen gegeben hatte, weil einige der älteren Spieler zwischenzeitlich pausierten. „Jeder hat sich mit jedem gut verstanden“, sagt Zenger. Zudem wurde Gianis Spielsystem, in dem die Gegner möglichst schon mit dem Aufschlag unter Druck gesetzt werden und jede Chance zum Angriff genutzt wird, immer mehr verinnerlicht.

In Polen zeigten die Deutschen dann unbedingten Siegeswillen, entschieden zwei wichtige Spiele, das zum Auftakt gegen Italien und das Halbfinale gegen das am Ende drittplatzierte Serbien, jeweils im Tiebreak für sich. In der Kabine, beim zehnminütigen Pausengang, habe Giani seinen Spielern beim 0:2-Rückstand in der Partie um den Finaleinzug eingetrichtert, dass es noch nicht vorbei sei und man noch alle Möglichkeiten habe. „Da sind wir rausgegangen und haben besser gespielt“, sagt Zenger.

United Volleys starten ohne EM-Teilnehmer ins Training

Am Montagnachmittag bat Michael Warm, der Coach der United Volleys Rhein-Main, seine Spieler zum offiziellen Trainingsstart. Nicht dabei waren die EM-Teilnehmer Tobias Krick, Julian Zenger und

clearing

Mit der gleichen Einstellung bot die DVV-Auswahl dann auch den scheinbar unschlagbaren Russen lange Paroli, die zuvor in dem Turnier noch keinen Satz verloren hatten. Am Ende fehlten lediglich zwei Punkte zum Titelgewinn.

Gianis Plan, an seinem Konzept festzuhalten und den Mut zu haben, auch auf junge Stammkräfte zu setzen, ging dennoch auf. Krick wechselte sich mit den 14 Jahre älteren Marcus Böhme und Michael Andrei am Netz ab und war sogar regelmäßig unter den Topscorern vertreten, Zenger war zwar erst nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Leonhard Tille im Mai zur Nummer eins auf seiner Position aufgestiegen, musste seinen Platz aber nie mehr räumen. Eine Pause haben sich beide Youngster jetzt verdient und wird ihnen von Heimtrainer Michael Warm auch gewährt. Damit beide im Oktober im United-Trikot ebenfalls hellwach sind.

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