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Olympia 2018: Volunteers: Wenn das Lächeln vergeht

12 000 Freiwillige sind bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang im Einsatz. Einige von ihnen haben den Dienst frühzeitig quittiert.
Hier lacht nur das Maskottchen. Beim weiblichen Volunteer ist die Laune verbesserungswürdig. Foto: MLADEN ANTONOV (AFP) Hier lacht nur das Maskottchen. Beim weiblichen Volunteer ist die Laune verbesserungswürdig.

Kang Young Min schaut von ihrem Laptop hoch und lächelt ihrer Kollegin zu. Die 22 Jahre alte Studentin aus Seoul hat bei den Olympischen Winterspielen genau den Job bekommen, den sie haben wollte: Übersetzerin im Medienzentrum. Das ging nicht allen Volunteers so. Knapp 100 von ihnen waren unzufrieden und haben den Dienst frühzeitig quittiert. „Ich will später bei einer Fluggesellschaft arbeiten, spreche gerne mit Menschen aus anderen Ländern“, sagt Kang.

14 000 freiwillige Helfer hatte das Organisationskomitee Pocog eingestellt, 12 000 haben tatsächlich den Dienst angetreten. „Wir hatten Volunteers, die unzufrieden waren. Es gab Probleme mit dem Transport und der Verpflegung“, räumt Pocog-Sprecherin Nancy Park ein. Mehr als 60 Beschwerdebriefe gingen an das Blaue Haus in Seoul, den Regierungssitz von Staatspräsident Moon Jae In. „Das Blaue Haus ist natürlich daran interessiert, wie es hier läuft“, sagt Park.

Die vielen tausend Helfer sind für das Gelingen der Spiele unverzichtbar. Sie stehen an Bushaltestellen, vor Wettkampfstätten oder am Flughafen und kümmern sich um die Olympia-Gäste – wenn’s geht, mit einem Lächeln. „Sie sind das Gesicht der Spiele“, sagte IOC-Präsident Thomas Bach einmal. „Ich kann mir vorstellen, dass einige unzufrieden waren, weil sie lange in der Kälte stehen mussten“, sagt Kang. Sie habe auch von Problemen beim Transport gehört. „Einige Busse für Volunteers sind nicht gekommen. Als wir das angesprochen haben, wurden aber neue Fahrzeuge besorgt“, berichtet Youngmin Kang. Ein Volunteer wurde berühmt, nachdem er Ärger mit Präsident Lee Kee Heung vom Pocog hatte. Der junge Mann verweigerte dem Präsidenten im Skilanglaufcenter den Zugang zu einem Tribünenbereich. Dieser war nur für IOC-Mitglieder reserviert. Lee wurde laut und ausfallend. Die koreanische Presse bekam Wind von der Sache und schoss gegen Lee, der sich im Anschluss bei dem Volunteer öffentlich entschuldigte.

„Ausländische Volunteers waren mit dem koreanischen Essen nicht zufrieden. Sie sind deshalb gegangen“, berichtet ein Freiwilliger, der seinen Namen nicht sagen will, auf dem Parkplatz am Olympiaort Alpensia. „Natürlich gibt es Unzufriedenheit, aber das ist bei so vielen Menschen normal“, sagt Andrea Kim, die extra aus den USA nach Südkorea gereist ist. Sie wollte als Schwimmerin zu den Spielen, das hat nicht geklappt. Nun arbeitet die 22-Jährige Studentin auch als Übersetzerin im Medienzentrum, acht Stunden am Tag ohne Lohn, und hat es trotzdem zu Olympia geschafft. Kim: „Für mich ist es ein Traum. Auch als Volunteer.“ sid

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