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Fraport Skyliners: Vom Weg abgekommen

Von 33:60 bereits zur Pause, am Ende 74:96: Die historische Heimniederlage von Frankfurt gegen Bayreuth gibt Anlass zur Sorge.
Kein Durchkommen: Skyliners-Center Mike Morrison wird von den Bayreuthern Andreas Seiferth (links) und De’mon Brooks geblockt. Foto: JOACHIM STORCH (Pressefotografie Storch/Bad HG) Kein Durchkommen: Skyliners-Center Mike Morrison wird von den Bayreuthern Andreas Seiferth (links) und De’mon Brooks geblockt.
Frankfurt. 

Es war eine bizarre Szene. Wenige Minuten nach einer der bittersten Heimniederlagen in den vergangenen Jahren mussten die Basketballer der Fraport Skyliners gute Miene zum schlechten Spiel machen. Mehrere Zuschauer-Gruppen warteten auf dem Parkett, um mit ihnen ein Foto zu machen. Dieser Vorgang ist üblich bei dem Frankfurter Club, der mit dieser Geste die Fans näher an sich binden möchte. Am Samstagabend fiel es den Profis jedoch sichtlich schwer, auf Kommando der Hobby-Fotografen die Arme hochzureißen und freudig zu lächeln. Mit einer krachenden 74:96-Niederlage gegen Medi Bayreuth waren die Frankfurter kurz zuvor aus dem deutschen Pokal-Viertelfinale ausgeschieden. Während Bayreuth neben Gastgeber Ulm, München und Berlin ins Top-Four-Turnier Mitte Februar einzog, zeigten die Hessen eine enttäuschende Leistung. In der ersten Halbzeit wurden sie vom Gegner vorgeführt: Zur Pause stand es 33:60 – ein historischer Negativ-Rekord für den Verein.

„Die erste Halbzeit war eine Katastrophe“, gestand Marco Völler. Der Center berichtete, Trainer Gordon Herbert habe in der Halbzeit-Ansprache noch versucht, seine Spieler mit markigen Worten aufzurütteln. „Er sprach von der schlechtesten ersten Halbzeit jemals in der Fraport Arena“, so Völler. Doch viel besser wurde es im zweiten Durchgang nicht. Die Skyliners wirkten nachlässig in der Abwehr und im Angriff ohne Konzept. Es wurden kaum Spielsysteme durchgelaufen, oftmals endeten die Angriffe mit einem Notwurf kurz vor Ablauf der 24-Sekunden-Uhr. Dieses Debakel alleine damit zu begründen, dass Bayreuth in der ersten Halbzeit großartig aufspielte und unter anderem alle neun ersten Drei-Punkte-Würfe verwandelte, wäre zu kurz gegriffen. Auch nicht reicht als Erklärung aus, dass Frankfurt weiter auf drei verletzte Spieler verzichten und in den vergangenen zwei Wochen mit stark dezimiertem Personal trainieren musste. „Wir haben es versucht, waren aber nicht konzentriert“, meinte Spielmacher Isaac Bonga rätselnd.

Fraport Skyliners Länderspiel in Frankfurt eventuell mit Bonga

clearing

Die Situation ist kritisch. Seit Wochen schwankt die Leistung der Mannschaft, die in den ersten zwei Saisonmonaten noch so stark aufgetrumpft hatte. „Es ist generell der Wurm drin“, gestand Völler. Auch er gab zu, dies sei nicht alleine durch die aktuell verletzten Spieler zu erklären. „Als ich im Dezember von Gießen nach Frankfurt wechselte, hatten wir auch Verletzte, und es lief dennoch gut“, sagte der Sohn von Fußball-Legende Rudi Völler.

„Uns fehlt der Biss“

Speziell in der Verteidigung, eigentlich das Prunkstück der Mannschaft von Trainer Gordon Herbert, haperte es gegen Bayreuth. „Im Angriff kann es mal passieren, dass es nicht so läuft. Aber unsere Verteidigung war nicht akzeptabel. Ich bin sehr enttäuscht über unseren Einsatz“, sagte Herbert. Völler meinte: „Wenn uns eine Mannschaft attackiert, schrecken wir zurück. Uns fehlt der Biss. Wir ziehen den Schwanz ein.“

Seit die Leistungsträger Philip Scrubb und Jonas Wohlfarth-Bottermann verletzt fehlen, geht es peu à peu bergab. Das Problem scheint eine Charakterfrage zu sein. Scrubb und Wohlfarth-Bottermann, die beide noch wochenlang ausfallen, gelten als vorbildliche Profis in puncto Einsatz und Einstellung. Ob der als Ersatz verpflichtete A.J. English diese Lücke füllen kann, ist fraglich. Und die Zeit drängt.

Durch den gestrigen Bundesliga-Sieg von Ulm in Erfurt sind die Skyliners erstmals in dieser Saison aus den Play-off-Plätzen herausgerutscht. „Wir müssen einfach hart trainieren und uns durch Siege wieder Selbstvertrauen erspielen“, sagt Völler und meinte vor dem nächsten Spiel am Samstag in Tübingen: „Unnötig Stress machen brauchen wir uns jetzt auch nicht.“

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