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Super Bowl: Warum American Football so attraktiv ist

Wenn’s kein Halten mehr gibt: Jonathan Jones, Footballer der New England Patriots, bejubelt die erfolgreiche Aufholjagd im Super Bowl 51. Foto: Patrick Smith (GETTY IMAGES NORTH AMERICA) Wenn’s kein Halten mehr gibt: Jonathan Jones, Footballer der New England Patriots, bejubelt die erfolgreiche Aufholjagd im Super Bowl 51.

Es ist brutal, die Regeln sind kompliziert und ein Spiel dauert aufgrund der vielen Unterbrechungen viel zu lange. Das waren drei oft genannte Gründe, warum sich American Football in Deutschland lange Zeit nicht etablieren konnte. Diese Ansichten haben sich inzwischen verschoben. Unser Mitarbeiter Tobias Kemberg erklärt den Reiz des Footballs.

Historie: Obwohl die Geschichte der National Football League (NFL) bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts zurückreicht, sind es vor allem die Stars aus den 70ern, 80ern und 90ern wie Quarterback Joe Montana oder Walter Payton sowie berühmte Teams aus diesen Dekaden wie die Pittsburgh Steelers, die den Legendenstoff gesponnen haben.

Attraktivität für das Fernsehen: „Die angreifende Mannschaft hat vier Versuche, um zehn Yards auf dem Feld zu überbrücken. Das passt perfekt in den Fernsehbildschirm“, beschreibt Michele Tafoya, warum Football im Fernsehen so gut zu verfolgen ist. Die 53-Jährige wird am Sonntag für den Sender NBC als Feldreporterin aktiv sein.

Emotionen: Packende Schlussphasen wie im Conference-Halbfinale zwischen den Minnesota Vikings und den New Orleans Saints vor drei Wochen, als die Vikings mit dem letzten Spielzug und auslaufender Uhr doch noch unerwartet zum Sieg kamen, begeistern im Stadion und vor dem Fernseher gleichermaßen. Das bewies auch der Super Bowl vor einem Jahr, als die New England Patriots nach einem 25-Punkte-Rückstand gegen die Atlanta Falcons in der Verlängerung triumphierten.

Gladiatorenkampf: Elegant oder explosiv über das Feld laufende Runningbacks, spektakuläre Pässe von Quarterbacks oder der Kampf zwischen Offensive und Defensive Line mit 140-Kilogramm-Kolossen – Football erinnert an Gladiatorenkämpfe. „Es vereint Schönheit und Brutalität. Das gefällt den Leuten einfach“, sagt Tafoya.

Stadionerlebnis: Zu einem guten Football-Sonntag in den USA gehört für viele Stadionbesucher, vor dem Spielbeginn auf dem Parkplatz ein Barbecue abzuhalten. Beim „Tailgaiting“ wird gegrillt, Bier getrunken und über Football geredet.

Spiele in Europa: 2007 begann die NFL damit, reguläre Saisonspiele in London auszutragen. Aus einem Versuch wurde eine Erfolgsgeschichte. 2017 fanden erstmals vier Begegnungen in England statt, zu denen mehr als 300 000 Zuschauer kamen. Die Orientierung in Richtung Europa hat der Liga nicht nur ordentliche Einnahmen, sondern auch Zehntausende neue Fans außerhalb Nordamerikas beschert.

Quarterbacks: Tom Brady (New England Patriots), Drew Brees (New Orleans Saints) oder Aaron Rodgers (Green Bay Packers) – Quarterbacks sind die „Dirigenten des Angriffs“, Stars der Teams und Vorbilder für die Jugend. Keiner anderen Position in einer Sportart wird derart viel Bedeutung zugeschrieben.

TV-Präsenz in Deutschland: Seit einigen Jahren zeigt die Pro Sieben/Sat.1-Gruppe sonntags Livespiele der NFL mit deutschem Kommentar. Christoph „Icke“ Dommisch und Experte Patrick Esume, der selbst Trainer ist, haben sich zu echten „Kultfiguren“ entwickelt. „Manchmal kann ich immer noch nicht glauben, wer alles inzwischen Football schaut“, sagt Esume.

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